Sur-e Esrafil

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Ṣūr-e Esrāfīl
Banner of the Sur-e Esrafil newspaper.jpg
Beschreibung Zeitschrift
Fachgebiet Politik, Satire
Sprache Persisch
Verlag unbekannt (Teheran, Iran)
Erstausgabe 30. Mai 1907
Einstellung 8. März 1909
Erscheinungsweise unregelmäßig
Herausgeber Mirzā Jahāngir Khān
Weblink nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:5:1-77172
ZDB 2815251-7

Die persischsprachige Wochenzeitschrift Sur-e Esrafil (persisch صور اسراقیل, DMG Ṣūr-e Esrāfīl, ‚Trompete des Esrafil‘) erschien zwischen Mai 1907 und März 1909.

Die ersten 32 Ausgaben wurden von dem Gründer der Zeitschrift, Mirzā Jahāngir Khān (1870–1908), einem iranischen Schriftsteller und Journalisten, herausgegeben. Mit einer als liberal sowie revolutionär geltenden inhaltlichen Ausrichtung trug Sur-e Esrafil maßgeblich zur Unterstützung der Konstitutionellen Revolution bei. Der Herausgeber veröffentlichte Artikel, in denen die damaligen Herrschaftsverhältnisse und die soziale Situation im Land scharf kritisiert sowie die Kontroversen zwischen konservativer und moderner Geistlichkeit diskutiert wurden.[1]

Bekannt und berühmt geworden ist die Zeitschrift jedoch vor allem aufgrund ihrer literarisch-satirischen Komponente. Für die satirischen Artikel der Kolumne „Charand-o Parand“ („Nonsense“) war Ali Akbar Dehchoda (1879–1956) verantwortlich, der sich durch einen einfachen Sprachstil vom sonst eher literarischen und an die Gebildeten gerichteten Stil abhob. Er wollte so den Großteil der Bevölkerung erreichen und die alltäglichen Probleme des „einfachen Mannes“ ansprechen.[2] Im Zuge der Repressionen und auf Befehl von Mohammed Ali Schahs wurde die Zeitschrift im Juni 1908 endgültig verboten, Mirzā Dschahāngir Khān wurde inhaftiert und hingerichtet. Im Januar 1909 kam es unter Dehchoda zu einer Wiederbelebung von Sur-e Esrafil, der von der Schweiz aus drei weitere Ausgaben der Zeitschrift herausbrachte.[3]

Eine vollständige und freizugängliche Online-Version[4] der Zeitschrift befindet sich in den Digitalen Sammlungen[5] der Universitäts- und Landesbibliothek Bonn.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christl Catanzaro: „Leserbriefe in Ṣûr-e Esrâfîl und Rûḥ ul-Qods als Forum des Informationsaustausches für die Intelligenzija der Mašrûṭîyat-Zeit“. In: Herzog, Christoph, Raoul Monika und Anja Pastor-Hatam (Hgg.): Presse und Öffentlichkeit im Nahen Osten. Heidelberg 1995.
  • Edward G. Browne: The Press and Poetry of Modern Persia. Cambridge 1914.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. vgl. Christl Catanzaro: „Leserbriefe in Ṣûr-e Esrâfîl und Rûḥ ul-Qods als Forum des Informationsaustausches für die Intelligenzija der Mašrûṭîyat-Zeit“. In: Herzog, Christoph, Raoul Monika und Anja Pastor-Hatam (Hgg.): Presse und Öffentlichkeit im Nahen Osten. Heidelberg 1995.
  2. Edward G. Browne: The Press and Poetry of Modern Persia. Cambridge 1914.
  3. vgl. Christl Catanzaro: „Leserbriefe in Ṣûr-e Esrâfîl und Rûḥ ul-Qods als Forum des Informationsaustausches für die Intelligenzija der Mašrûṭîyat-Zeit“. In: Herzog, Christoph, Raoul Monika und Anja Pastor-Hatam (Hgg.): Presse und Öffentlichkeit im Nahen Osten. Heidelberg 1995.
  4. http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:5:1-77172
  5. http://s2w.hbz-nrw.de/ulbbn/nav/classification/3085779