Susanne Tatje

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Susanne Tatje (* 1953) ist Diplom-Soziologin und war 2004 die erste Demographiebeauftragte in einer Kommune der Bundesrepublik Deutschland. Für das Bielefelder Demographiekonzept „Demographischer Wandel als Chance?“ erhielt Susanne Tatje 2006 den Innovationspreis des Landes Nordrhein-Westfalen. 2011 bis Anfang 2017 war sie Leiterin des Amtes für Demographie und Statistik der Stadt Bielefeld. Heute ist sie Referentin für Zukunftsfragen und freie Mitarbeiterin einer Beratungsagentur, welche die öffentliche Hand und ihr nahestehende Einrichtungen berät.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Susanne Tatje studierte ab 1972 Soziologie an der Universität Bielefeld und machte 1977 ihren Abschluss als Diplom-Soziologin. Sie war in unterschiedlichen Berufsfeldern tätig, z. B. als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bielefeld, Leiterin des Fachbereichs „Politik und Gesellschaft“ der Volkshochschule der Stadt Bielefeld, Referatsleiterin für Grundsatzfragen im Ministerium für die Gleichstellung von Frau und Mann des Landes Nordrhein-Westfalen.

Ab 2004 war Susanne Tatje Leiterin des Projektes „Demographische Entwicklungsplanung“ der Stadt Bielefeld im Dezernat des Oberbürgermeisters und erste bundesdeutsche Demographiebeauftragte. Im Rahmen dieser Tätigkeit hat sie ein städtisches Gesamtkonzept mit sechs demographiepolitischen Zielen zu Integration, Stadtentwicklung, Arbeit, Bildung, Gesundheit und Familie erarbeitet, das im Jahr 2006 einstimmig vom Rat der Stadt Bielefeld verabschiedet worden ist. Für das Konzept und ihre Arbeit hat Susanne Tatje 2006 den Innovationspreis des Landes Nordrhein-Westfalen erhalten. Susanne Tatje war Mitglied der Arbeitsgruppe „Integration vor Ort!“ für den Nationalen Integrationsplan der Bundesregierung und Mitglied der Steuerungsgruppe „Demographischer Wandel“ der Kommunalen Gemeinschaftsstelle (KGSt) sowie des Netzwerkes der kommunalen Demographiebeauftragten in Nordrhein-Westfalen. Für die Verwaltung hat sie den „Demographiestempel“ entwickelt, der Prüfkriterien für Planungskonzepte enthält.[1] Von Oktober 2011 bis April 2017 war sie Leiterin des Amtes für Demographie und Statistik der Stadt Bielefeld, das bundesweit in dieser Form Vorbildfunktion hatte. Mit einer Untersuchung setzte sich Susanne Tatje 2015 kritisch mit der „Stellung der Demographiebeauftragten in Nordrhein-Westfalen“ in Kommunen auseinander. Heute arbeitet Susanne Tatje als Referentin und Beraterin für Zukunftsfragen bei der Berliner Beratungsagentur Next:Public[2] und beteiligt sich am Generationendialog der Bundesregierung.

Susanne Tatje war bis 2017 Herausgeberin der „Demographieberichte“ der Stadt Bielefeld, der „Info-Briefe: Demographie“ und der Publikationsreihe „Unser Thema“. Letztere befasst sich intensiv mit demographischen Fragestellungen wie Gesundheit, Bildung, Arbeit, Armut oder Kooperation mit Nachbargemeinden. Außerdem ist sie Autorin zahlreicher Fachbeiträge. 2012 erschien ihr Kinderbuch Unsere Zukunft – Meine Stadt, das den demographischen Wandel auf kindgerechte Weise erklärt.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bielefeld – Konzepte und Projekte.
  2. Das Next-Team. Next Public GmbH, abgerufen am 8. November 2017.