Tabatinga

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Tabatinga
Koordinaten: 4° 15′ S, 69° 56′ W
Karte: Amazonas
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Tabatinga
Tabatinga auf der Karte von Amazonas
Basisdaten
Staat Brasilien
Bundesstaat Amazonas
Stadtgründung 28. Juli 1866 (als Grenzposten)
10. Dezember 1981 (als Stadt)
Einwohner 52.272 (2010)
Detaildaten
Fläche 3342 km2
Bevölkerungsdichte 16 Ew./km2
Höhe 60 m
Zeitzone UTC−4
Stadtvorsitz Saul Nunes Bemerguy[1] (PSD) (2017–2020)
Tabatinga-AM.jpg

Tabatinga, amtlich Município de Tabatinga, ist eine Stadt im brasilianischen Bundesstaat Amazonas mit über 50.000 Einwohnern.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst 3342 km². Die Stadt liegt am Amazonas, der hier noch Rio Solimões heißt, direkt im Dreiländereck zwischen Brasilien, Kolumbien und Peru (auch Tres Fronteras genannt). Nördlich von Tabatinga, am gleichen Ufer, liegt die kolumbianische Grenzstadt Leticia, die südlichste Stadt Kolumbiens. Die Grenze verläuft über die Avenida da Amizade (de: Straße der Freundschaft).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grenzposten Tabatinga in den 1920er Jahren

Tabatinga wurde als Grenzposten in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts von Fernando da Costa Teives gegründet, um die damalige spanisch-portugiesische Grenze zu schützen.

Bis 1981 war Tabatinga Teil der Gemeinde Benjamin Constant. Durch eine Verfassungsänderung wurde Tabatinga zu einer eigenständigen Gemeinde.

Namensherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tabatinga ist ein Wort aus der Sprache der Tupi und bedeutet weißer Ton oder weißer Lehm, den die Indianer vermutlich im Flussbett gefunden haben. Auf Tupí-Guaraní bedeutet das Wort kleines Haus.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wirtschaftlichen Hauptzweige sind Fischfang und Landwirtschaft. Der Riesenantennenwels ist die am häufigsten gefangene Fischart. Landwirtschaftliche Erzeugnisse sind in der Mehrzahl Bananen und Maniok.

Um die Entwicklung der Grenzregion zu beschleunigen, wurde gemeinsam mit der kolumbianischen Regierung im Dezember 1989 die Freihandelszone Tabatinga geschaffen.

Tourismus und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Tourismus beginnt sich langsam zu entwickeln, da Tabatinga, umgeben von dichtem Urwald, auf dem Landweg nicht erreichbar ist. Touristen, fast die Hälfte von ihnen Kolumbianer, interessieren sich hauptsächlich für Ausflüge in den Regenwald und Flussfahrten.

Motorradtaxis in Tabatinga

Da Tabatinga und Leticia direkt aneinandergrenzen und praktisch zusammengewachsen sind, ist ein grenzübergreifender Tourismus entstanden. Viele Besucher aus den USA und Europa unternehmen Tagesausflüge in den Nationalpark Amacayacu, der ca. 60 km nördlich von Leticia liegt. Für diese Ausflüge wurde ein kolumbianisches Konsulat in der Stadt errichtet.

Tabatinga ist auf dem Luftweg erreichbar, der städtische Flughafen, der Aeroporto Internacional de Tabatinga, befindet sich drei Kilometer südlich vom Stadtzentrum entfernt.

Es bestehen regelmäßige Fähr- und Schiffsverbindungen nach Manaus, mit Schnellbooten kann man das peruanische Iquitos erreichen.

Es gibt keinen öffentlichen Personennahverkehr. Als Fortbewegungsmittel sind Motorradtaxis sehr beliebt.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Saul Bemerguy 55, Website Eleições 2016. Abgerufen am 22. Mai 2017 (portugiesisch).