Technikstress

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wikipedia:Löschregeln Dieser Artikel wurde zur Löschung vorgeschlagen.

Falls du Autor des Artikels bist, lies dir bitte durch, was ein Löschantrag bedeutet, und entferne diesen Hinweis nicht.
Zur Löschdiskussion

Begründung: Redundant zum etwas allgemeiner gehaltenen Artikel Technostress, und zwar schon ohne Abarbeitung seit 2014; deshalb jetzt LA auf den Promotext mit der A.-Hoppe-Literaturwerbung, dessen eigenständige enzyklopädische Relevanz neben dem anderen Artikel im übrigen auch nicht ersichtlich ist. --H7 (Diskussion) 13:47, 11. Nov. 2017 (CET)

Die Artikel Technikstress und Technostress überschneiden sich thematisch. Hilf mit, die Artikel besser voneinander abzugrenzen oder zusammenzuführen (→ Anleitung). Beteilige dich dazu an der betreffenden Redundanzdiskussion. Bitte entferne diesen Baustein erst nach vollständiger Abarbeitung der Redundanz und vergiss nicht, den betreffenden Eintrag auf der Redundanzdiskussionsseite mit {{Erledigt|1=~~~~}} zu markieren. H7 (Diskussion) 14:56, 17. Sep. 2014 (CEST)

Technikstress ist als eine spezielle Form von Stress zu verstehen. Erstmals definiert wurde der Begriff von A. Hoppe im Jahr 2004 auf der 12. Medzinárodná vedecká konferencia CO-MA-TECH in Trnava.[1] Neben einem allgemein anerkannten Definitionsansatz (Technikstressdefinition) wurde ein Erklärungsmodell (Technikstressmodell) zur Entstehung von Technikstress entwickelt. Im Gegensatz zum Technostress, welcher die Überforderungsreaktionen auf neuartige technische Geräte und Systeme beschreibt, umfasst Technikstress Reaktionsmuster auf direkte und indirekte Techniknutzung in einem profunderen Kontext. Dabei werden sowohl positive, als auch negative Effekte berücksichtigt.

Technikstressdefinition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Technikstress ist eine spezielle Form von Stress, ein spezifisches oder unspezifisches Reaktionsmuster des Organismus auf äußere und innere Reizereignisse, die direkt oder indirekt durch Technik, das heißt schon durch die Gestaltung technischer Hilfsmittel, bei der Nutzung von technischen Hilfsmitteln und durch die allgemeine Einstellung und Akzeptanz gegenüber technischen Hilfsmitteln, entsteht und sein physisches und psychisches Gleichgewicht stört sowie seine Fähigkeiten zur Anpassung oder Bewältigung strapaziert oder überschreitet.

Hoppe, A.: Habilitationsschrift, S. 56.[2]

Stressoren durch Techniknutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits durch den direkten oder indirekten Umgang mit technischen Hilfsmitteln entsteht Technikstress. Eine Differenzierung von Stressoren kann für den Nutzer hinsichtlich objektiver und subjektiver Ausprägungen vorgenommen werden.[3]

für den Nutzer objektiv durch:

für den Nutzer subjektiv durch:

Technikstressmodell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entstehung und modellhafte Darstellung von Technikstress gestaltet sich auf der Ebene der Technik-Mensch-Schnittstelle (Mensch-Maschine-Schnittstelle) als ein komplexes Konstrukt. Hoppe erarbeitete zu dessen Erklärung ein umfassendes Stufenschrittmodell, das auf den Grundannahmen des Belastungs- und Beanspruchungs-Konzepts basiert. Aus der Konzeption eines Belastungs-, Beanspruchungs- und Reaktionsmodells (BBRm) werden Technikstressphänomene erklärt. Dabei skizziert das BBRm eine Ablaufdarstellung und verbindet die arbeitswissenschaftliche Sicht mit der arbeitspsychologischen Herangehensweise. Es berücksichtigt äußere Handlungen, die durch die Nutzung der Technik repräsentiert sind.[4]

Stufe 1 – Technikstressmodell
Stufe 1 stellt die ankommenden und auf den Menschen einwirkenden Reize dar. Neben somatischen Reizen und Gedächtnisreizen werden Reize der Selbstkontrolle zur Verarbeitung durch den Menschen einbezogen. Aus dem Verarbeitungsprozess der verschiedenen Reizgruppen resultieren psychische und physische Reaktionsmuster, die als psychische bzw. physische Beanspruchung gekennzeichnet sind. Der äußere Handlungsvollzug wird schließlich von der Selbstkontrolle bewertet und wirkt als Arbeitshandlung auf die Technik ein.

Stufe 2 – Technikstressmodell
Stufe 2 des Erklärungsmodells bildet als eine Teilbetrachtung den inneren Prozess ab. Somatische Reize, Gedächtnisreize, Motivation und Einstellung beeinflussen die Entstehung von Technikstress. Deren Verarbeitung mit dem von der Technik ausgehenden Reiz führt zur Antizipation von Erfolg oder Misserfolg des Handlungsziels. Im Anschluss an die Reizbewertung entsteht eine Wirkung auf die Einstellung und Motivation, auf deren Basis eine Bestätigung oder Korrektur vorgenommen wird.

Stufe 3 – Technikstressmodell
Stufe 3 des Technikstressmodells bildet wiederum die Technik-Mensch-Schnittstelle ab. Wobei nun Stufe 1 und Stufe 2 integrativ dargestellt sind. Darüber hinaus sind positive und negative Vorwegnahmen der Zielerreichung sowie die Bewertung der Handlungserfolge oder -misserfolge in die modellhafte Darstellung integriert. Positiv wirkende psychische und physische Beanspruchungen werden darin als positive Effekte (z. B. Erfolgserleben, Bestätigung u. a.), negativ wirkende Beanspruchungen als negative Effekte (z. B. Angst, Vermeidungshaltung u. a.) bezeichnet.

Forschungsaktivitäten zu Technikstress[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen eines umfassenden Laborexperimentes zur psychischen Beanspruchung durch Technikversagen gelang es Technikstress in der Simulation einer typischen Büroarbeitsplatzumgebung nachzuweisen. Die Konzeption der Untersuchungsmethodik folgte dabei einem situations- und reaktionsbezogenem Ansatz. Messtechnisch erfasste physiologische Parameter wie z. B. Elektrodermale Aktivität wurden für die Bewertung der psycho-physischen Beanspruchung genutzt.
Die Studie verdeutlichte eine starke Diskrepanz zwischen subjektiv wahrgenommenen und objektiv gemessenen, physiologischem Erregungszustand. In der Ableitung wird die Notwendigkeit von Gestaltungsvorgaben zur Reduzierung gesundheitsbeeinträchtigender Folgeerscheinungen deutlich, welche als Handlungsregularien für Hersteller und Nutzer von Technik formuliert sind.[5]

Auch mehrjährige wissenschaftlich begleitete Studien an Industriearbeitsplätzen bestätigten die evaluierten Erkenntnisse des Laborexperiments. Aufgrund der Relevanz von Technikstress werden insbesondere an komplexen Arbeitsplätzen Studien nach einem systemischen Ansatz durchgeführt, um Technikstress im Zuge fortschreitender Automatisierung zu evaluieren.[6]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • A. Hoppe: Technikstress – Theoretische Grundlagen, Praxisuntersuchungen und Handlungsregularien. Shaker Verlag, Aachen 2009, ISBN 978-3-8322-8502-9. (shaker.de)
  • A. Hoppe: Technological Stress – Mental Strain of Younger and Older Users If Technology Fails. In: Reiner Wichert, Birgid Eberhardt (Hrsg.): Ambient Assisted Living. Advanced Technologies and Societal Change. 4. AAL-Kongress 2011. Springer Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-642-18166-5.
  • A. Hoppe: Technikstress – neue Beanspruchung durch Automatisierung? In: Technische Sicherheit. 3. Jg, Nr. 3, März 2013, S. 42–45.
  • A. Hoppe: Technikstress – Beanspruchung durch Technik. In: ErgoMed / Praktische Arbeitsmedizin. Zeitschrift für angewandte Arbeitsmedizin, Arbeitshygiene und Umweltmedizin. 36. Jg, Nr. 4, 2012, S. 6–16.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Webseite zur Konferenzveröffentlichung. Abgerufen am 17. September 2014.
  2. A. Hoppe: Technikstress – Theoretische Grundlagen, Praxisuntersuchungen und Handlungsregularien. Shaker Verlag, Aachen 2009, S. 56.
  3. A. Hoppe: Technikstress – Theoretische Grundlagen, Praxisuntersuchungen und Handlungsregularien. Shaker Verlag, Aachen 2009, S. 51.
  4. A. Hoppe: Technikstress – Theoretische Grundlagen, Praxisuntersuchungen und Handlungsregularien. Shaker Verlag, Aachen 2009, S. 57–60.
  5. A. Hoppe, S. Binkowski, R. Kockrow: Technikversagen – Beanspruchungskomponente moderner Arbeitsplätze – Untersuchung von Stresserleben bei unvorhersehbaren technischen Störungen. (PDF; 141 KB). In: Forum der Forschung. 21/2008, S. 175–178.
  6. A. Hoppe, S. Binkowski, R. Ganßauge, R. Kockrow, D. Haake: Zuverlässige Stromversorgung durch Vermeidung von Technikstress. (PDF; 164 KB). 12. Symposium Energieinnovation, 15.-17. Februar 2012, Graz/Austria.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]