Mobile App

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Dieser Artikel behandelt Apps für Mobilgeräte. Zu Apps allgemein siehe Anwendungssoftware. Für andere Bedeutungen der Abkürzung oder Personen dieses Namens siehe App.

Als Mobile App (auf Deutsch meist in der Kurzform die App [ɛp], eine Abkürzung für den Fachbegriff Applikation; teils auch das App[1]; auf engl. [æp] als Kurzform für englisch application) wird eine Anwendungssoftware für Mobilgeräte beziehungsweise mobile Betriebssysteme bezeichnet. Obwohl sich der Begriff App auf jegliche Art von Anwendungssoftware bezieht, wird er im deutschen Sprachraum oft mit Anwendungssoftware für Smartphones und Tablets gleichgesetzt. Bei mobilen Apps wird zwischen verschiedenen Typen unterschieden. Den nativen Apps, die nur auf einer Plattform funktionieren, und den plattformunabhängigen Web-, Hybrid- und Cross-Plattform-Apps.

Es gibt sie für die verschiedensten Bereiche, diese reichen von einfachsten Dienstprogrammen und Spaßanwendungen mit nur einer Funktion bis hin zu Programmpaketen mit umfangreicher Funktionalität. So zum Beispiel Office-Anwendungen, Spiele, Ratgeber, Fitness-Apps, zur Emulation älterer Heimcomputer und programmierbarer Taschenrechner, als Hilfestellung für Diabetiker und vieles mehr. Mithilfe von mobilen Apps werden zunehmend digitale Geräte ferngesteuert, wie zum Beispiel Kameras, Action-Camcorder oder Quadrocopter. Der Großteil dieser Apps ist kostenlos, ein kleinerer Teil muss im jeweiligen App Store gekauft werden. Für gewöhnlich handelt es sich dabei um Beträge unter 5 Euro.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Webbrowsern, wie z. B. dem Dolphin Browser, ist das Surfen im Internet auf einem Mobilgerät möglich.

Schon die ersten Mobiltelefone enthielten oft kleine Anwendungen wie etwa Kalender, Taschenrechner oder kleine Spiele. Diese waren vom Hersteller für das jeweilige Betriebssystem konzipiert, fest installiert und nicht löschbar. Mit dem Erscheinen von Java auf Mobiltelefonen (Java ME) bekamen Anwender die Möglichkeit, einfache Anwendungen und Spiele von ihrem Mobilfunkbetreiber oder aus dem Internet über WAP (MIDlets) herunterzuladen, die häufig schon plattformunabhängig waren. Es entwickelte sich eine Hobby-Programmiererszene, aber auch professionelle Softwarehäuser boten solche Anwendungen kostenpflichtig an. Auch auf diversen PDAs konnten Anwendungen installiert werden.

Als Vorläufer von Smartphone-Apps können die Palm-OS-PDA-Anwendungen gelten, die meist nur aus einer Datei bestehen und nach dem Transfer direkt nutzbar sind. Auf Psion-Organisern konnten Programme mit dem Gerät selbst erstellt werden. Doch erst mit dem Erscheinen des Apple iPhone und bald darauf den Android-Mobiltelefonen und weiteren Smartphones wurde die Möglichkeit der Installation von Anwendungen auf mobilen Geräten breiten Bevölkerungskreisen geläufiger, unterstützt durch entsprechend verstärktes Marketing der Hersteller. Mittlerweile existieren allein für iOS über zwei Million Apps.[3]

Die rasante Entwicklung unterschiedlicher Betriebssysteme, wie Android, Windows, iOS und mobiler Endgeräte, von Smartphones, über Tablets bis zu Notebooks und Smart-TVs, bringt Unternehmen zum Umzudenken. Laut einer Studie des Marktforschungsinstitutes GfK nutzen mehr als 60 % der Erwachsenen in den USA mindestens zwei Geräte täglich und etwa 25 % mindestens drei Geräte.[4] Daher ist es wichtig, dass die App auf allen unterschiedlichen Geräten verfügbar ist und problemlos funktioniert.[5] Diese Erwartungshaltung hat den Bedarf nach plattformunabhängige Hybrid- und Cross-Plattform-Anwendungen erhöht.

Plattformunabhängige Apps werden gerade in Unternehmen, die unterschiedliche Geräte benötigen, immer wichtiger. Vor allem durch das Aufkommen des Phänomens Bring your own device (kurz: BYOD, auf Deutsch in etwa: „Bring Dein eigenes Gerät mit“) werden Unternehmen vor die Aufgabe gestellt, firmeninterne Programme und Anwendungen für alle Betriebssysteme und Gerätearten bereitzustellen. Auch spielt Mobilität, beziehungsweise Flexibilität eine tragende Rolle. Eine Anwendung, die auf Desktop-PCs läuft, soll z. B. auch bei dem externen Kundenbesuch auf dem Tablet funktionieren oder unterwegs auf dem Smartphone.

In Deutschland stieg der Umsatz von Jahr zu Jahr, 2011 auf 2012 hat sich der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr jeweils verdoppelt.[6] 2012 waren in Deutschland die Apps von Facebook, YouTube und WhatsApp am beliebtesten. Weltweit betrachtet wurden im Jahr 2012 64 Milliarden heruntergeladene Apps verzeichnet, 2013 waren es 100 Milliarden, was einem Anstieg von 60 Prozent entspricht.[7][8] Die beliebtesten Kategorien sind in absteigender Reihenfolge Spiele, Bildung, Business und Lifestyle.[7]

Native Apps[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Screenshot der Wikipedia-App für Android

Native Apps zeichnen sich dadurch aus, dass sie speziell an die Zielplattform angepasst sind. Da eine native App die Programmierschnittstellen (APIs) der Zielplattform direkt benutzt, ist die Bandbreite der Anwendungen sehr hoch. Zudem kann auf alle plattformspezifischen Hard- und Software-Funktionen zugegriffen werden. Durch die verschiedenen Software-Plattformen ist es jedoch nicht möglich, etwa eine Android-App auf einem iPhone aufzuspielen oder umgekehrt. Somit muss eine Softwareunternehmen die Anwendung für jedes Endgerät einzeln entwickeln. Jede mobile Plattform besitzt ihr eigenes Software Development Kit (SDK) und ihre eigene Integrated Development Environment (z. B. Android Studio oder Xcode), welche von Entwicklern genutzt werden können. Die bevorzugten Programmiersprachen für die größten Systeme sind:

Mit nativen Apps können die verschiedensten Typen von Geräten auf einmal bedient werden, wenn alle auf einer Plattform basieren. So ist es mit der Universal Windows Platform möglich, auf einmal native Apps für Windows Desktop-PCs, Laptops, Smartphones und der Xbox One zu schreiben.[9]

Sicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Native Apps können wie alle anderen Programme Sicherheitslücken enthalten. Es bedarf daher grundsätzlich der Sicherstellung der Aktualisierungen des Endgeräts sowie der Softwarepflege durch den Anbieter. Native Apps laufen als eigenständiges Programm auf dem jeweiligen Gerät und haben damit erweiterten Zugriff auf Ressourcen, wie Dateien, GPS, Beschleunigungssensoren, Mikrofon und Kamera. Diesem Problem wird durch die Verwendung einer Sandbox begegnet, wodurch der Zugriff auf vom Hersteller bereitgestellte Programmschnittstellen beschränkt wird, und somit reguliert werden kann.[10][11]

Web-Apps[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit einem Webbrowser können Web-Apps (z. B. Büroprogramme) aufgerufen werden. Hier Google Docs.

Mobile Web-Apps werden über den Webbrowser des Mobilgeräts abgerufen und bedürfen keiner Installation. Sie benutzen Webstandards wie HTML5 oder JavaScript, damit sie auf beliebigen Endgeräten betrieben werden können. Im Gegensatz zu mobilen Apps, die für jede Plattform neu implementiert werden müssen, kann eine Implementierung von Web-Apps auf vielen verschiedenen Plattformen genutzt werden. Eine mobile Web-App verhält sich im Idealfall genau so wie eine native App, wird also vom Nutzer nicht wie eine Webseite wahrgenommen, sondern bietet stattdessen eine Benutzeroberfläche, die sich in das mobile Endgerät optisch und ergonomisch integriert. Nachteile von Web-Apps sind, dass sie nicht auf alle Hardware-Komponenten zugreifen können und das die zur Verfügung stehende Datenübertragungsgeschwindigkeit eine wichtige Rolle spielt. Eine langsame Internetverbindung (teilweise bedingt durch schlechten Netzempfang) kann zu spürbaren Verzögerungen in der Interaktivität führen.

Bei der Nutzung von Web-Apps müssen meist mehr Daten übertragen werden, als bei der Nutzung einer nativen App. Somit können höhere Übertragungs-Gebühren (besonders Roaming-Gebühren im Ausland) für den entstehenden Datenverkehr ein Hindernis für viele Nutzer darstellen, mobile Web-Apps z. B. im Urlaub zu nutzen. Das Zwischenspeichern der benötigten Daten in einem lokalen Speicher (Cache) stellt einen praktikablen Ausweg dar, um diese auch im Offline-Betrieb zur Verfügung zu stellen. Allerdings ist die im Gerät mit Hilfe von Web Storage-Technik zu speichernde Datenmenge meist stark begrenzt.[12]

Im Gegensatz zu allen anderen Typen von mobilen Apps, können mobile Web-Apps nicht in App Stores angeboten werden.

Hybrid-Apps[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hybrid-Apps stellen eine Sonderform einer mobilen App dar. Sie vereinen die Vorteile von nativen und Web-Apps, indem sie auf viele Hard- und Software-Komponenten des mobilen Endgeräts zugreifen und gleichzeitig unterschiedliche Plattformen bedienen können. Sie können sowohl auf unterschiedlichen Mobilgeräten (Smartphone & Tablet) und PCs als auch auf unterschiedlichen Betriebssystemen laufen.

Hybrid-Apps vereinen die Vorteile von nativen Apps und Webanwendungen, indem Quellcode plattformübergreifend verwendet werden kann.[13] Der Code wird in Webtechnologien wie HTML-, CSS- und JavaScript geschrieben.[14] Hybrid-Apps laufen – für den Nutzer nicht sichtbar – innerhalb des nativen Webbrowsers der jeweiligen Plattform, z. B. Safari oder Google Chrome.[15] Durch das Framework werden alle Bedienelemente des Browsers, wie beispielsweise die Menüleiste mit URL- oder Lesezeichen-Leiste unterdrückt.

Für die Entwicklung von Hybrid-Apps stehen verschiedenen Frameworks zur Verfügung. Eine der größten Entwicklungsplattformen ist Cordova der Apache Software Foundation und das darauf basierende PhoneGap von Adobe.[16] Es bieten weitere Unternehmen wie Ansca Mobile mit dem Corona SDK und Drifty mit Ionic Lösungen zur Entwicklung von Hybrid-Apps an. Es gibt verschiedenen Entwicklungsumgebungen, wie zum Beispiel Microsofts Visual Studio, die die Entwicklung von Hybrid-Apps unterstützen.

Das Framework lädt eine Bibliothek, die die Kommunikation zwischen JavaScript und der jeweiligen betriebssystemspezifischen Sprache herstellt. Dadurch können Hybrid-Apps auf diverse Hard- und Software-Komponenten des mobilen Endgerätes zugreifen. Ein Zugriff ist unter anderem auf Kontakte, Kamera, Bewegungssensor, GPS und Dateien möglich. Moderne Render-Engines erhöhen die Berechnungsgeschwindigkeit der Interpretation des HTML5-, CSS3- und JavaScript-Codes. Dadurch kann die Ausführungsgeschwindigkeit um ein Vielfaches erhöht werden.[17] Durch Technologie wie WebGL werden komplexe 3D-Grafiken ohne zusätzliche Erweiterungen durch die Hardware beschleunigt.

Ein wesentlicher Vorteil der Hybrid-Apps liegt darin, dass mit einer Entwicklung viele Plattformen abgedeckt werden können und keine teurere parallele Entwicklungen für die jeweiligen Ökosysteme stattfinden muss. Infolgedessen sinkt der Entwicklungsaufwand auf Seiten des Softwareunternehmens erheblich, dadurch kann die Benutzeroberfläche und Funktionalität über mehrere Plattformen hinweg auf den gleichen Stand gehalten werden. Jedoch können nicht alle Geräte- beziehungsweise Betriebssystemspezifischen Eigenschaften benutzt werden und bei der Umsetzung der Hybrid-App können plattformspezifische Interaktionsdesigns und das Look and Feel der jeweiligen Plattform nur beschränkt beachtet werden. Zudem sind stark verlangsamte Ladezeiten und eine viel schlechtere Performance, beispielsweise bei komplexen Spielen, möglich, da sie mit der Zwischenschicht des Webbrowsers agieren.

Cross-Plattform-Apps[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Cross-Plattform-App ist, ähnlich einer Hybrid-App, eine Anwendung, die unabhängig von der Plattform auf verschiedenen Betriebssystemen und Endgeräten ausgeführt werden kann. Im Gegensatz zur Hybrid-App wird die Benutzeroberfläche mit den nativen APIs des jeweiligen Betriebssystems gebaut.[18] So lassen sich bis zu 75 % des Quellcodes zwischen den verschiedenen Plattformen teilen, ohne dass es zu starken Einbußen bei der Performance kommt.[19] Der Quellcode wird meist in C#, C++ oder JavaScript geschrieben.

Frameworks für die Cross-Plattform-Entwicklung sind die „Xamarin Plattform“ von Xamarin und Appcelerators „Titanium Mobile“. Beide unterstützen die Entwicklung von Cross-Plattform-Apps für Android, iOS und Windows. Mit „Xamarin.Forms“ lassen sich auch große Teile des Benutzeroberflächen-Codes zwischen den Plattformen teilen, dabei wird bei Laufzeit das plattformübergreifende Platzhalter-Bedienelement in ein natives Bedienelement verwandelt.[20] Es lässt sich aber auch Model-Layer-Code in C++ zwischen diesen Plattformen teilen, ohne dass ein Framework genutzt werden muss.[21]

Vertrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: App Store

Apps können meist über eine in das Betriebssystem integrierte Internet-Vertriebsplattform bezogen und direkt auf dem Gerät installiert werden. In Folge des großen Markterfolgs von Smartphones und Tablets haben praktisch alle Hersteller mobiler Betriebssysteme eigene Plattformen entwickelt, um die für ihre jeweiligen Geräte entwickelten Apps zu vermarkten. Die Apps können dort von Kunden kostenlos oder kostenpflichtig heruntergeladen werden. Die Vertriebsplattform mit der größten Anzahl an Programmen ist der Google Play Store für Android-Geräte,[22] gefolgt vom App Store für Apple iOS. Daneben gibt es auch für Geräte mit anderen Betriebssystem eigene App Stores. Einnahmen gehen zum größten Teil an die Entwickler, der Betreiber des Vertriebsportals ist an den Gewinnen ebenfalls beteiligt. So behalten Apple, Google und Microsoft 30 Prozent des Kaufpreises einer App als Provision ein. Im Regelfall werden Apps durch die Portalbetreiber technisch geprüft, teilweise findet zusätzlich eine inhaltliche Überprüfung statt.

Es gibt grundsätzlich verschiedene Wege, wie eine App auf ein Gerät gelangt: direkt über die mobile Internetverbindung oder WLAN des Geräts oder mit Hilfe eines PC, mit dem über entsprechende Software (wie etwa iTunes) bei Anbindung des Mobilgeräts Apps installiert werden können. Manche App-Plattformen ermöglichen es auch, die App über den PC zu kaufen und automatisch auf allen synchronisierten Geräten zu installieren, wobei die App von den Geräten automatisch heruntergeladen wird.[23] Sofern die Hersteller ihr mobiles Betriebssystem auch für externe Quellen zur Installation von Anwendungssoftware zugänglich halten, gibt es darüber hinaus weitere, oft plattformübergreifende Angebote durch Shops verschiedener Anbieter im Internet, sowie die Möglichkeit des direkten Bezugs auf den Webseiten der App-Entwickler.

Sofern im Unternehmenseinsatz nicht auf interne IT- und Sicherheitsrichtlinien verzichtet wird, kommt der herkömmliche Vertriebsweg über einen App Store in der Regel nicht in Frage, denn darüber wären die – oft selbstentwickelten – mobilen Apps des Unternehmens auch öffentlich zugänglich. Stattdessen werden solche Apps durch einen Systemadministrator des Unternehmens zentral über Mobile-Device-Management-Lösungen dem Anwender zur Verfügung gestellt beziehungsweise auch automatisch auf das Smartphone installiert.[24]

Vertriebsplattformen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

App Store (iOS)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo des App Stores

Der App Store von Apple war der erste Vertriebskanal für mobile Apps und wurde am 10. Juli 2008 eingeführt.[25] Die Plattform hält mit Stand Juni 2014 1,2 Millionen Apps und zählt 75 Milliarden Downloads.[26] Laut einer Studie des Marktforschungsinstituts Adjust stellt die stetig wachsende Anzahl an „Zombies“, das heißt Apps, welche von Nutzern nur per direkter Suche gefunden werden können (also in keiner Topliste auftauchen), im App Store ein größer werdendes Problem dar.[27]

Google Play Store[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo von Google Play

Der Google Play Store ist der „native“ App-Anbieter für Android-basierte Geräte. Er wurde von Google im Oktober 2008 vorgestellt.[28] Im August 2014 zählte die Plattform etwa 1,3 Millionen Apps.[29]

Amazon Appstore[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Amazon Appstore ist eine alternative Plattform für Android Apps. Er wurde im März 2011 mit 3.800 Apps eingeführt und baute sein Angebot bis 2014 auf 240.000 Apps aus.[30] Seit Juni 2013 können auch Blackberry-Geräte Apps über Amazon beziehen. Der Amazon Appstore ist der einzige Vertriebskanal für die firmeneigenen Fire Tablets.[31]

Andere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Blackberry World ist der App Store für Blackberry-10- und Blackberry-OS-Geräte. Er eröffnete im April 2009 mit dem Namen „Blackberry App World“. 2013 waren auf der Plattform 120.000 Apps verfügbar.[34] Benutzer von Blackberry 10 können auch Android-Apps ausführen.[35]
  • Die Plattform Samsung Apps wurde im September 2009 vorgestellt.[36] Sie bietet Apps für Windows Mobile, Android und Bada.
  • Der Nokia Store war ein im Mai 2009 international eingeführter App Store für Nokia-Geräte. Nachdem erst nur die Entwicklung neuer Apps eingestellt wurde, hat Microsoft nach der Übernahme von Nokia den Dienst komplett eingestellt.[37][38] Die App leitet jetzt auf den „Opera Mobile Store“ weiter.

Datenschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele mobile Apps werden von Verbraucherschützern kritisiert, weil sie ohne das Wissen des Benutzers oder dessen Zustimmung Daten versenden, die für die Funktion der App gar nicht erforderlich sind oder die unverschlüsselt oder nicht anonymisiert sind, und daher leicht ausspioniert werden können. Die Betreiber von Plattformen im Internet, wie zum Beispiel soziale Netzwerke oder Einkaufsportale, werden mit Apps in die Lage versetzt, Daten zu sammeln und für gezielte und effiziente Werbezwecke einzusetzen oder an Dritte weiterzuleiten.[39] Besonders kritisch ist es, wenn zum Beispiel bei Shopping-Apps sensible persönliche Daten, wie Kontodaten oder Kreditkarteninformationen, ausspioniert werden können.[40]

Einsatz in Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Unternehmen werden Mobile Apps in verschiedenen Bereichen eingesetzt. Dabei werden Anwendungen, die im Unternehmen von den Mitarbeitern an PCs genutzt werden, z. B. Enterprise-Resource-Planning (ERP), Customer-Relationship-Management (CRM) oder Microsoft Outlook, auch auf den Mobilgeräten verfügbar, so dass ortsunabhängig gearbeitet werden kann. Ein anderer Anwendungsbereich ist der Einsatz im Marketing. Apps werden dort zum Beispiel zur Unterstützung der Vertriebsmitarbeiter eingesetzt, etwa durch Bereitstellen von internen Produktkatalogen oder Ersatzteillisten mit direkter Online-Bestellmöglichkeit, auch verbunden mit der vorherigen Abfrage von Lagerbeständen und/oder Prognosen zur momentanen Lieferzeit eines Produkts.

Sicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Mobile-Device-Management

Mobile Apps bedeuten für Unternehmen im Bring-your-own-device-Kontext oft ein hohes Sicherheitsrisiko, da sie zum Teil ohne Wissen und Zustimmung der Nutzer ungeschützt sensible Daten übertragen. Das bedeutet nicht nur den Verlust vertraulicher Informationen, sondern macht Unternehmen angreif- und erpressbar.[41]

Im Unternehmenseinsatz sorgen sogenannte Mobile-Device-Management-Systeme dafür, dass erwünschte Apps zentral auf die Geräte verteilt werden können, zum Teil durch ein eigenes Bezugsportal. Im Fall reiner Firmen-Smartphones oder Tablets wird die Installation anderer Apps durch den Anwender aus Sicherheitsgründen technisch häufig unterbunden, da andernfalls ein möglicher Angriffspunkt für Industriespionage und andere Risiken durch Schadsoftware geschaffen würde. Zur sauberen Trennung von Apps auf Unternehmens-Mobilgeräten mit teilweiser privater Nutzung können sogenannte Persona zur Trennung der jeweiligen Daten und Anwendungen genutzt.[42]

App Wrapping[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Möglichkeit zur Absicherung von Unternehmensdaten ist App Wrapping. Beim App Wrapping werden unternehmensrelevante Anwendungen in einer weiteren App verschlüsselt. So wird gewährleistet, dass im Unternehmen nur sichere und zugelassene Anwendungen zum Einsatz kommen.[43] Das hat aber auch Nachteile, es kann zu Urheberrechtsverletzungen bis hin zum Verlust von Gewährleistungsrechten kommen.[44]

Natives App Management[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alternativ gibt es die Möglichkeit durch Mobile-Device-Management native Apps sicher anzubieten, ohne dass die native Benutzererfahrung leidet.[45] Diese Funktion bietet unter anderem Apple seit iOS 7, Google mit „Android for Work“ und Samsung mit Knox.[46][47]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Holger Hinzberg: iPhone Apps programmieren – Praxiseinstieg. 1. Auflage. mitp-Verlag, Frechen 2013, ISBN 978-3-8266-9287-1.
  • Gerrit Heinemann (Hrsg.): No-Line-Handel. Höchste Evolutionsstufe im Multi-Channeling. Springer Fachmedien, Wiesbaden 2012, ISBN 978-3-658-00850-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: App – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. App, Duden, abgerufen am 8. November 2012.
  2. Durchschnittspreis für Apps nach Kontinent in 2010
  3. Apple’s App Store now has over 2 million apps
  4. GfK SE: App Abgerufen am 21. Juli 2014.
  5. Daniel Stenger: Virale Markenkommunikation: Einstellungs- und Verhaltenswirkungen viraler Videos Abb. 2, S. 5.
  6. Mobile Apps für Smartphones und Tablets
  7. a b Mobile Apps: Umsatz und Download Anzahl steigt weiter! (Statistik)
  8. Über 100 Milliarden App-Downloads in 2013
  9. Microsoft to unify PC and Xbox One platforms, ending fixed console hardware
  10. Computer und Kommunikation – „Apps fressen Daten auf“, DRadio vom 4. August 2012
  11. „Datenschutz bei Apps – Persönliche Daten unverschlüsselt übermittelt“, Stiftung Warentest vom 24. Mai 2012
  12. Begrenzung des Web-Storages (englisch).
  13. Customer experience for mobile is more important to your business than you might think.
  14. Cross-Platform Mobile Development in Visual Studio
  15. Cross-Platform : Write Cross-Platform Hybrid Apps in Visual Studio with Apache Cordova
  16. Apache Cordova
  17. From Native To Hybrid App Development And Back
  18. Choosing the right mobile app for your project: Native vs cross-platform vs hybrid
  19. Deliver native Android, iOS, and Windows apps, using existing skills, teams, and code.
  20. Xamarin.Forms
  21. How Dropbox Uses C++ for Cross-Platform iOS and Android Development
  22. 800.000 Apps: Google Play überholt Apples App Store Artikel im GoogleWatchBlog vom 10. Januar 2013
  23. Reinstall apps & games. Abgerufen am 20. Januar 2015
  24. Apps in Firmen sicher und ohne Verwaltungsbürokratie anbieten ZDNet, 27. August 2012
  25. iPhone App Store Downloads Top 10 Million in First Weekend. Abgerufen am 20. Januar 2015
  26. iTunes App Store Now Has 1.2 Million Apps, Has Seen 75 Billion Downloads To Date. Abgerufen am 20. Januar 2015
  27. The Undead App Store Abgerufen am 20. Januar 2015
  28. Android Market: Now available for users. Abgerufen am 20. Januar 2015
  29. Microsoft says Windows Phone now touts 300,000 apps. Abgerufen am 20. Januar 2015
  30. Number of available apps in the Amazon Appstore from March 2011 to June 2014. Abgerufen am 20. Januar 2014
  31. How to install Google apps on Kindle Fire HD or HDX
  32. Windows und Windows Phone Store umfassen zusammen bereits über 500.000 Apps. Abgerufen am 20. Januar 2015
  33. Microsoft merges Windows PC and Windows mobile app stores
  34. Built for Blackberry Apps and Games Get Increased Visibility in Blackberry World. Abgerufen am 20. Januar 2015
  35. How Blackberry 10 Runs 28,000 Android Apps Without a Back Button. Abgerufen am 20. Januar 2015
  36. Samsung celebrates Samsung Apps anniversary, now available in 109 countries. Abgerufen am 20. Januar 2015
  37. Changes to supported content types in the Nokia Store. Abgerufen am 20. Januar 2015
  38. The Nokia Store is no more...
  39. Datenschutz bei Apps: Welche Apps Ihre Daten ausspähen, test.de, 31. Mai 2012, online abgerufen am 16. November 2012
  40. Shopping-Apps: Nur zwei sind sicher und „gut“, Pressemitteilung der Stiftung Warentest vom 25. Oktober 2012, online abgerufen am 16. November 2012
  41. Sebastian Wolters, Application Management, Schutz vor Spionage und Datenmissbrauch. Tecchannel IT im Mittelstand, 21. Oktober 2014. Abgerufen am 11. Februar 2015
  42. So arbeitet eine Mobile App Persona, abgerufen am 6. Dezember 2012
  43. BITKOM, Apps & Mobile Services – Tipps für Unternehmen. Website des Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V., PDF, Seite 28, 2014. Abgerufen am 11. Februar 2015
  44. Peter Marwan, Unter die Lupe genommen: Die Business-Funktionen von iOS7. ZDNet, 24. Juli 2013. Abgerufen am 11. Februar 2015
  45. Bernd Reder, Enterprise Mobility Management in Unternehmen. com!professional, 5. Februar 2015. Abgerufen am 11. Februar 2015
  46. Mobile Device Management companies get more app control on iOS 7
  47. Google nimmt mit „Android for Work“ Unternehmen ins Visier