Tusko

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Tusko ist der Name mehrerer bekannter Elefanten.

Tusko (Woodland Park Zoo)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Wide Awake, auch Cleopatra genannt, kaufte der Direktor des Woodland Park Zoo 1921 seinen ersten Elefanten. Wide Awake war zuvor mit den Singer's Midgets auf Tournee gegangen. Auch der zweite Elefant, Tusko alias Ned, hatte eine Schaustellerkarriere hinter sich, als er 1932 in den Zoo kam. Der gewaltige Asiatische Elefant war in Seattle aus schlechter Haltung in einem Zirkus beschlagnahmt worden. Zuvor hatte ihn Bayard Gray für einen Dollar gekauft. Er stellte ihn zusammen mit George (Slim) Lewis und einem weiteren Gehilfen aus, hatte jedoch aufgrund des schlechten Rufes des Tieres Probleme, dafür jeweils eine Genehmigung zu erhalten. Schließlich bewegte er sich einen Monat lang mit dem Elefanten im Umkreis von Seattle, ohne eine Erlaubnis zu haben, das Tier vorzuführen, konnte den Elefanten jedoch auf Dauer nicht vor den Behörden verborgen halten. Nachdem in einer Sammlung das Geld zusammengebracht worden war, wurde Tusko für den Zirkus angekauft.[1] Tusko, der etwa 7,5 Tonnen wog, galt zu seinen Lebzeiten als einer der größten Elefanten, die je in Gefangenschaft lebten. Er starb schon am 10. Juni 1933, wohingegen die Elefantenkuh Wide Awake bis 1967 im Woodland Park Zoo lebte und ein Alter von 54 Jahren erreichte.[2] Nach Tusko, der zeitweise wohl der unbeliebteste Zirkuselefant der Vereinigten Staaten war, wurde Morse Turner, ein Hockeyspieler mit gewaltigen Körpermaßen, „Tusko“ genannt. Turners Söhne richteten ein Café ein, das sie zu Ehren ihres Vaters „Tusko“ nannten.[3]

Tusko (LSD-Opfer)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein weiterer Elefant namens Tusko erhielt 1962 zu wissenschaftlichen Zwecken von Dr. Louis Jolyon West und zwei Kollegen eine LSD-Injektion. Die 297 Milligramm der halluzinogenen Substanz waren wohl die höchste Dosis LSD, die jemals einem Lebewesen verabreicht wurde. Tusko verlor die Kontrolle über seine Gliedmaßen, nachdem ihn das Geschoss mit dem Stoff getroffen hatte, und brach schließlich zusammen. Eineinhalb Stunden nach der Injektion starb der Elefantenbulle. Die Forscher fassten das Ergebnis des Experiments mit dem Satz zusammen: „Es scheint, dass Elefanten hochsensibel auf die Wirkung von LSD reagieren.“[4] Es ist unklar, ob Tusko, der im Stadtzoo von Oklahoma City lebte, an der LSD-Injektion oder an den Mitteln starb, die ihn wiederbeleben sollten. Jahrzehnte später wurden weitere Experimente mit Elefanten und LSD gemacht: Ronald Siegel von der University of California verabreichte zwei Elefanten ähnlich hohe Dosen LSD, wie sie einst Tusko bekommen hatte. Er mischte die Substanz allerdings in das Trinkwasser der Tiere, statt sie ihnen zu spritzen. Diese beiden Elefanten zeigten keine heftigen Reaktionen auf die Droge.[5]

Tusko (Sobik)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein weiterer Tusko, auch Sobik genannt, ist ein 1971 in Thailand gefangener Elefantenbulle. Auch dieser Tusko hat eine Zirkus- und Showkarriere hinter sich. Er befindet sich im Portland Zoo und wurde dort bereits Vater von sechs Elefantenkälbern.[6] Nach Problemen mit Brüchen und Infektionen mussten ihm beide Stoßzähne entfernt werden.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jesse C. Donahue und Erik K. Trump, American Zoos During the Depression. A New Deal for Animals, McFarland 2010, ISBN 978-0-7864-4963-7, S. 165 ff.
  2. Tuskos Geschichte auf historylink.org
  3. Tuskos Geschichte auf fairwaylanes.net
  4. Benjamin Maack, Durchbrüche der Durchgeknallten, auf Spiegel online, 19. Januar 2010
  5. Der Elefant auf LSD, auf: 20 Minuten online, 1. November 2007
  6. Daten zu Tusko (Sobik)
  7. Tuskos Zahnoperationen auf goodanimalnews.com