Two-Ocean Navy Act

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Der Two-Ocean Navy Act, auch bekannt als Vinson-Walsh Act, war ein Gesetz der Vereinigten Staaten vom 19. Juli 1940, in dem eine Vergrößerung der United States Navy um 70 % beschlossen wurde. Es handelte sich dabei um die umfangreichste Vergrößerung in der Geschichte der Navy.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Zwischenkriegszeit wurde die Seerüstung durch die verschiedenen Flottenabkommen zwischen den maritimen Großmächten beschränkt. Die Vereinigten Staaten unternahmen jedoch in den 1920er Jahren kaum Anstrengungen, die ihnen zugestandenen Flottengrenzen voll auszuschöpfen. Dies änderte sich erst mit Beginn der 1930er Jahre und insbesondere unter der Präsidentschaft Franklin D. Roosevelts ab 1933. 1934 und 1936 hatte der US-Kongress jeweils moderate Vergrößerungen der Navy beschlossen. Der Naval Expansion Act von 1938 beseitigte die Limitierungen der Flottenverträge und sah vor, die US-Marine binnen zehn Jahren zur weltweit stärksten Flotte auszubauen.

Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde die Frage der Seerüstung erneut aufgeworfen. Am 17. Juni 1940, wenige Tage nach der deutschen Einnahme von Paris im Westfeldzug, forderte der Chief of Naval Operations, Harold R. Stark, in einer Rede vor dem Kongress ein neues Marineprogramm im Umfang von 4 Milliarden Dollar. Damit sollten 257 neue Schiffe mit einer Gesamttonnage von 1,3 Millionen Tonnen finanziert und die Marine in die Lage versetzt werden, einen Krieg im Atlantik und Pazifik gleichzeitig zu führen. Ein entsprechendes Gesetz wurde vom Vorsitzenden des Marineausschusses des Repräsentantenhauses Carl Vinson und vom Mitglied des Marineausschusses des Senats David I. Walsh erarbeitet und am 19. Juli vom Kongress verabschiedet.[1]

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gesetz autorisierte die Beschaffung von:

300 Millionen US-Dollar wurden für weitere Zwecke wie den Ausbau von Anlagen, Beschaffung von Ausrüstung und Munition, kleinere Schiffstypen etc. bereitgestellt. Das Programm sollte eine Laufzeit von fünf bis sechs Jahren haben.

Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Keines der sieben Schlachtschiffe, die in dem Gesetz vorgesehen waren, wurde tatsächlich (fertig-)gebaut. Dafür bildeten insbesondere die Flugzeugträger und Kreuzer das Rückgrat der amerikanischen Flotte in den Auseinandersetzungen der zweiten Phase des Pazifikkrieges ab 1943. Das Gesetz versetzte zudem die US-Marine in die Lage, 50 alte Zerstörer an die britische Royal Navy abgeben zu können, wie es das Zerstörer-für-Stützpunkte-Abkommen vom September 1940 vorsah.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Robert C. Stem: The U.S. Navy and the War in Europe. Seaforth Publishing, 2012, ISBN 978-1-84832-082-6, S. 19.