Typhlitis

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Als Typhlitis (griech.: τυφλός typhlós, „blind“) wird die Entzündung des Blinddarms und aufsteigenden Colons (erstes Drittel des Dickdarms) sowie mitunter auch des terminalen Ileums bezeichnet. Synonym werden die Begriffe Neutropenische Kolitis, Ileozökalsyndrom, Zökitis und Nekrotisierende Enteropathie verwendet. Die Erkrankung hat nichts mit einer Appendizitis[1] oder einem Perityphlitischen Abszess, welcher im Rahmen einer Appendizitis entstehen kann, zu tun.

Es handelt sich hierbei um einen entzündlichen und bisweilen nekrotisierenden Prozess der beteiligten Darmabschnitte, welche zumeist im Rahmen einer Neutropenie nach Chemotherapie einer malignen Erkrankung entstehen.[2]

Zuerst wurde die Typhlitis bei Kindern mit Leukämie unter Chemotherapie beschrieben. Klinisch stehen, abgesehen von den genannten Bedingungen, Fieber und Druckschmerz im rechten Unterbauch im Vordergrund. Das Krankheitsbild ist bei Kindern (im Rahmen einer AML oder ALL) häufiger als bei Erwachsenen zu finden. Bildgebend zeigt sich eine ödematöse Verbreiterung der Darmwand, welche computertomografisch eine Verdichtung der Schleimhaut aufweist. Im Kolonkontrasteinlauf zeigt sich ein mit einer Verengung einhergehender Prozess auf Höhe des Coecums. Unter Umständen tritt eine Pneumatosis intestinalis auf.

Bei Hühnervögeln kann Typhlitis auch durch Befall von Würmern (Heterakis gallinarum) verursacht werden.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Carlos Thomas: Atlas der Infektionskrankheiten. Schattauer Verlag, 2010, ISBN 9783794527625, S. 357.
  2. Günther Antes: Bildgebende Dünndarmdiagnostik: Enteroklysma und andere bildgebende Verfahren. Springer, 2013, ISBN 9783642603082, S. 152ff.
  3. Richard Lucius, Brigitte Loos-Frank: Biologie von Parasiten. Springer, 2008, ISBN 9783540377092, S. 402.
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