Tyska kyrkan (Stockholm)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kirchturm

Die Tyska kyrka („Deutsche Kirche“) ist ein lutherisches Kirchengebäude in der Stockholmer Altstadt (Gamla Stan). Die Kirche ist der hl. Gertrud von Nivelles geweiht, die auch als Schutzpatronin der Reisenden gilt.

Bauwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebäude entstand in der Zeit der größten Ausbreitung der Hanse als Gildenhaus der deutschen Gilde der hl. Gertrud, die im 14. Jahrhundert gegründet wurde. Der Umbau zur Kirche erfolgte im 16. Jahrhundert. Sein heutiges Aussehen erhielt der Bau im 17. Jahrhundert. Der Turm wurde nach einem Feuer 1879 von dem Berliner Architekten Julius Carl Raschdorff errichtet; er ist mit 96 m Höhe der höchste Punkt der Stockholmer Altstadt. Nachfolgend erhielt die Kirche neue, bunte Glasfenster, die von der Münchner Hofglasmalerei Zettler geliefert wurden. Das letzte Fenster wurde 1911 eingesetzt.[1]

Die 1571 gegründete deutsche Gemeinde gehört der Schwedischen Kirche an. Die Gottesdienste werden daher zwar von deutschen Geistlichen auf Deutsch und mit deutschen Gesangbüchern, aber nach der schwedischen Gottesdienstordnung gehalten.

Orgeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf die historische Orgel

In der Deutschen Kirche gibt es zwei Orgeln. Die Orgel auf der Südempore ist eine Rekonstruktion der ersten Orgel der Gemeinde und wurde 2004 von der Orgelbaufirma Grönlunds Orgelbyggeri AB erbaut. Das ursprüngliche Instrument aus dem Jahre 1608 wurde von verschiedenen Orgelbauern mehrfach verändert und erweitert, bis es 1651 seine endgültige Form erhalten hat. Die Replika hat 36 Register (und zwei Effektregister) auf drei Manualwerken und Pedal.[2] Die Orgel ist mitteltönig gestimmt (Kammerton a1=476 Hz).[3]

Hauptwerck CDEF–c3
Principal 8′
Quintadena 16′
Gro: Spiel flöte 8′
Gedacte 8′
Octava 4′
Spitz flött 4′
Quinta II 3′
Super Octava II 3′
Mixtur VI
Dussanen 16′
Trommeten 8′
Oberwerck CDEF–c3
Quintadena 8′
Zap: flöite 4′
Nassat 3′
Octava 2′
Spitz Quinte 11/2
Zimball II
Schallmeijen 8′
Rückpositieff CDEF–c3
Principal 4′
Flött 8′
Flött 4′
Octava 2′
Waltpfeiffen 2′
Sexquealtra II
Cimball III
Dulcian 16′
Krumbhorn 8′
Geigen Regall 4′


Brustwerck CDEF–c3
Starck Regal 8′
Pedal CDEF–d1
Under Bass 16′
Gedacter Bass 8′
Octava Bass 4′
Posaunen Bass 16′
Trommeten Bass 8′
Dulcian Bass 8′
Corneten Bass 4′
Tremulandt
  • Koppeln: RP/P, HW/P, RP/HW
  • Effektregister: Vogell Gesang, Zimbelstern

Glockenspiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Besonderheit gilt das Glockenspiel der Kirche (1887), welches täglich nach dem Glockenschlag um 8 Uhr, 12 Uhr, 16 Uhr und 20 Uhr im Wechsel die beiden Kirchenlieder Nun danket alle Gott und Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren erklingen lässt und mittels der Stokkenklaviatur mittwochs um 15.30 Uhr in Konzerten gespielt wird.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

S. auch Liste der Hauptpastoren und weiteren Prediger der Deutschen St. Gertrud Gemeinde in Stockholm

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Emil Schieche: 400 Jahre Deutsche St. Gertrudsgemeinde in Stockholm 1571–1971. Deutsche St. Gertrudsgemeinde, Stockholm 1971.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tyska kyrkan, Stockholm – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Süddeutsche Zeitung vom 20. Juni 2011, S. R10
  2. Nähere Informationen zur Orgel
  3. Christina Nilsson, Dag Edholm: Orgelliv: sju sekel i Stockholms stifts kyrkor. Kulturhistoriska bokförlaget, 2012, ISBN 978-91-87151-04-0, S. 260.

Koordinaten: 59° 19′ 26,8″ N, 18° 4′ 17,9″ O