Ulrich Weiß

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Ulrich Weiß (* 2. April 1942 in Wernigerode) ist ein deutscher Filmregisseur und Drehbuchautor.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er besuchte 1948 bis 1956 die Grundschule, 1956 bis 1960 die Erweiterte Oberschule in Klingenthal. 1960 bis 1963 wurde er in Limbach-Oberfrohna zum Fotografen ausgebildet. 1963/64 arbeitete er als Betriebsfotograf bei der SDAG Wismut in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz).

1964 wurde er Kameraassistent beim Deutschen Fernsehfunk der DDR. 1965 bis 1968 studierte er an der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam zunächst Fachrichtung Kamera, dann Regie und machte 1970 hier seinen Abschluss. 1971 wurde Weiß Regisseur am DEFA-Studio für Kurzfilme in der von Karl Gass geleiteten Gruppe Effekt. Er drehte unter anderem einen Film über die Zensur um Eisensteins Panzerkreuzer Potemkin in der Weimarer Republik.

Seit 1976 war er Gastregisseur und seit 1982 fest angestellt beim DEFA Studio für Spielfilme. Tambari nach dem Kinderbuch von Benno Pludra wurde sein Spielfilmdebüt, und mit Blauvogel inszenierte er einen Indianerfilm. Dein unbekannter Bruder von 1982 hatte den gleichnamigen Roman von Willi Bredel zum Vorbild. Obwohl er beim Nationalen Spielfilmfestival der DDR dafür eine Anerkennung „für die Bemühungen des Regisseurs um originelle Ausdrucksmittel“ erhielt, erntete dieser Film neben Zuspruch auch heftige Kritik.

Der folgende Film Olle Henry, laut Weiß ein „Liebesfilm, ein Boxfilm, ein Nachkriegsfilm, der ein Antikriegsfilm ist, der Versuch einer modernen Interpretation des Themas Mann und Frau, der Beziehung zwischen den Geschlechtern“ (U. Weiß, Filmspiegel, Nr. 12, 1983) stieß bei der Studioleitung auf Kritik. Danach wurden alle seine eingereichten Projekte abgelehnt. Nach der Wende konnte Weiß, der vorübergehend an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ lehrte, neben einigen Dokumentar- und Kurzfilmen mit Miraculi 1992 wieder einen Spielfilm realisieren.

Im September 2010 kuratierte Erika Richter für das Berliner Arsenal eine Retrospektive mit Filmen von Ulrich Weiß.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1969: Auftrag für morgen
  • 1972: Meine Waffen sind nicht gebrochen – nur mein Herze brach
  • 1972: Montage ade – ein Brigadier erzählt
  • 1972: Zum achtenmal, Teil 6.
  • 1975: Potemkin frei
  • 1977: Tambari
  • 1979: Blauvogel
  • 1979: Addio, piccola mia (nur Schauspieler)

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]