Unendlicher Graph

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als unendlichen Graph bezeichnet man in der Graphentheorie einen Graphen, dessen Knoten- oder Kantenzahl unendlich ist. Spricht man hingegen von einem Graphen so wird oft angenommen, dass Knoten- und Kantenzahl endlich sind. Ein Graph wird als wegendlich bezeichnet, falls er, trotz möglicherweise unendlich vieler Knoten, keinen unendlich langen Weg besitzt.

Aussagen über unendliche Graphen lassen sich häufig mittels eines Kompaktheitsarguments aus entsprechenden Aussagen über endliche Graphen ableiten. Beispielsweise ist jeder unendliche planare Graph vierfärbbar, weil dies für jeden endlichen planaren Graphen gilt. Dies beruht auf dem Lemma von König.

Andere Aussagen sind nicht zwangsläufig auf unendliche Graphen übertragbar.

Der Cayleygraph der freien Gruppe mit zwei Erzeugern a und b

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cayley-Graphen unendlicher Gruppen sind Beispiele unendlicher Graphen mit sehr hoher Symmetrie. (Alle Elemente der Gruppe sind Symmetrien des Graphen.)

In vielen inner- und außermathematischen Anwendungen sind Expander-Graphen von Bedeutung.

Lokal endliche Graphen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Graph heißt lokal endlich, wenn jeder Knoten nur endlich viele Nachbarn hat.

Farey-Graph: Knoten entsprechen , die Kante existiert falls

Feine Graphen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine in der Geometrischen Gruppentheorie wichtige Klasse von Graphen sind feine Graphen, sie umfassen lokal endliche Graphen und zum Beispiel den Farey-Graph.

Anwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Funktionalanalysis treten unendliche Graphen als sogenannte Bratteli-Diagramme bei der Untersuchung von AF-C*-Algebren auf.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dénes Kőnig: Theorie der endlichen und unendlichen Graphen. Kombinatorische Topologie der Streckenkomplexe, Akademische Verlagsgesellschaft, Leipzig 1936
  • Reinhard Diestel: Infinite graphs, Kapitel 8 in Reinhard Diestel: Graph theory. 4th [electronic] edition 2010. Corrected reprint 2012, Springer, 2012, ISBN 978-3-642-14278-9, S. 203–268 (englisch; Inhaltsverzeichnis)