Universitäts- und Landesbibliothek Münster

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Universitäts- und
Landesbibliothek Münster
Logo WWU Münster.svg

Gründung 1588
Bestand 7,89 Millionen[1]
Bibliothekstyp Universitäts- und Landesbibliothek
Ort Münster
ISIL DE-6
Leitung Beate Tröger (Bibliothekarin)
Website www.ulb.uni-muenster.de
Eingangsbereich der ULB Münster (2009)
Lesesaal im 1. Obergeschoss (2015)

Die Universitäts- und Landesbibliothek Münster (ULB Münster) zählt als Universitätsbibliothek der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster und Regionalbibliothek des Landesteils Westfalen zu den großen Bibliotheken in Nordrhein-Westfalen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ULB Münster geht als die ehemalige Bibliotheca Paulina auf das Jesuitenkolleg Münster und das Jahr 1588 zurück. Erst 200 Jahre später wurde die Universität gegründet und bestand bis 1818. 1902 wurde sie wiedergegründet, vier Jahre später bezog die Bibliothek einen Neubau am Bispinghof. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude zerstört sowie 60 % der Buchbestände vernichtet. 1951 wurde das Gebäude am alten Standort wieder aufgebaut, wo sie bis 1973 blieb. In diesem Jahr wurde am nur wenig entfernten Krummen Timpen ein Neubau errichtet. Dieses Gebäude wurde ab 2007 weitgehend modernisiert und erweitert.

Zu ihren ehemaligen Direktoren zählt Christoph Weber (1946–1951).

Bestand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Bestand der Bibliothek gehören etwa sechs Millionen Bände wissenschaftlicher Literatur, davon 2,5 Millionen im Bestand der ULB und 3,5 Millionen in den 146 Instituts- und Fachbereichsbibliotheken der Universität. Dazu kommen etwa 20.000 respektive 8.000 laufende Zeitschriften.

Als Landesbibliothek besitzt die ULB das Pflichtexemplarrecht für den Landesteil, ab 1824 für die frühere preußische Provinz Westfalen, seit 1966 für die Regierungsbezirke Arnsberg, Detmold und Münster.

Seit 1978 befindet sich ebenfalls die Prussica-Sammlung Trunz im Besitz der Bibliothek, die Teil der über 40.000 Bände umfassenden Sondersammlung über die ehemaligen deutschen Ostgebiete ist.

In „disco“ wird der wissenschaftliche Bestand der WWU aus unterschiedliche Quellen zusammengeführt. Mit einer einzigen Suchanfrage wird im gesamten wissenschaftlichen Content der WWU recherchiert. disco ist ein Akronym für „digital index for scientific content“.

„In nur einer Anfrage suchen Sie gleichzeitig nach über 3,5 Mio. Büchern, über 200 Mio. Artikeln (optional) und über 100.000 Zeitschriften. In disco sind mehr als 85 % aller elektronisch an der WWU verfügbaren Artikel recherchierbar und der Zugriff auf den jeweiligen Volltext ist möglich.“[2]

Historische Bestände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die historischen Bestände an Handschriften, Altkarten und Inkunabeln umfassen eine halbe Million Objekte. Der Bestand an Inkunabeln und alten Drucken umfasst den Zeitraum von Ende des 15. Jahrhunderts bis zum frühen 19. Jahrhundert. Das älteste gedruckte Buch „Breviarium secundum ordinem praedicatorum“ stammt aus dem Jahr 1476. Zum Bestand gehören bedeutende Schenkungen wie die des jüdischen Arztes und Gelehrten Alexander Haindorf mit 2.700 Werken, darunter vor allem medizinische Werke mit reichen Illustrationen wie das Werk De humani corporis fabrica von Andreas Vesalius. Eine weitere Besonderheit stellt die aus der Sammlung Krieg und Kunst 1914–1918 des Bibliothekars und Kunstsammlers Hanns Heeren entstandene Weltkriegssammlung dar. Sie enthält neben Büchern und Zeitungen (Kriegszeitungen, Lagerzeiten) auch Plakate, Flugblätter, Karten, Kalender, Briefe und Postkarten und künstlerische Auseinandersetzungen mit dem Kriegsgeschehen.[3]

Musikaliensammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Abteilung für Handschriften gehört auch eine bedeutende und wertvolle Musikaliensammlung. Darunter sind als Leihgabe seit 1964 die Fürst zu Bentheimsche Musikaliensammlung Burgsteinfurt. 1966 kommt als weitere Leihgabe die Fürstlich zu Bentheim-Tecklenburgische Musikbibliothek Rheda zur Sammlung und 1991 wurde die Musiksammlung Nordkirchen auf dem Antiquariatsmarkt für die Universitäts- und Landesbibliothek Münster erworben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paul Bahlmann: Die Königliche Universitäts-Bibliothek zu Münster. In: Aus dem geistigen Leben und Schaffen in Westfalen, Festschrift zur Eröffnung des Neubaus der Königlichen Universitäts-Bibliothek am 3.XI.1906. Münster 1906 (Digitalisat)
  • Karl Hoecken: Zur Erneuerung der Paulinischen Bibliothek, Westfalen, 19. Jahrgang, 1934, S. 344ff.
  • Joachim Domp: Studien zur Geschichte der Musik an Westfälischen Adelshöfen im 18. Jahrhundert. Freiburger Studien zur Musikwissenschaft, Regensburg 1934.
  • Max Geisberg: Die Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen, Band 41: Stadt Münster, Teilband 4: Die profanen Bauwerke seit dem Jahre 1701. 1935. S. 494–560: Johannisstrasse 9 und 11. Das Jesuitenkolleg. Speziell zur Bibliothek S. 549–556
  • Rudolf Reuter: Das Instrumentarium der Fürstlich-Bentheim-Tecklenburgischen Hofmusik im Erbdrostenhof zu Münster. Westfalen, 46. Band, 1968, S. 129–145.
  • Albert Ernst, Erich Thurmann: Musik an westfälischen Adelshöfen. Seltene und schöne Notendrucke aus den Schlössern Rheda und Burgsteinfurt. Ausstellungs Katalog, Münster 1987.
  • Erich Thurmann: Betreuung und Erschließung westfälischer Musikaliensammlungen in der Universitätsbibliothek Münster. In: Bibliothek in vier Jahrhunderten. Jesuitenbibliothek – Bibliotheca Paulina – Universitätsbibliothek in Münster 1588–1988. Münster 1988, S. 297–316.
  • Helga Oesterreich u. a. (Hrsg.): Bibliothek in vier Jahrhunderten: Jesuitenbibliothek, Bibliotheca Paulina, Universitätsbibliothek in Münster, 1588–1988. Münster: Aschendorff 1988, ISBN 3-402-05345-4.
  • Klaus Hortschansky: Musik für Nordkirchen – Musik auf Nordkirchen. In: Musik an westfälischen Adelshöfen, Münster 1995, S. 25–31.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Universitäts- und Landesbibliothek Münster – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Universitäts- und Landesbibliothek Münster. Abgerufen am 1. September 2020.
  2. Informationen zu Disco (Februar 2012)
  3. Wissen|Leben – Die Zeitung der WWU Münster Juli 2016, S. 4–5.

Koordinaten: 51° 57′ 46″ N, 7° 37′ 15″ O