Ursula Arnold

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Ursula Arnold (* 10. März 1929 in Gera; † 24. Mai 2012 in Berlin[1]) war eine deutsche Fotografin.[2]

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursula Arnold, deren Vater schon Fotograf war, studierte Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Der Versuch einer Tätigkeit als freiberufliche Fotografin scheiterte. 1956 zog Arnold nach Ost-Berlin und arbeitete als Kamerafrau in der Abteilung „Dramatische Kunst“ beim Deutschen Fernsehfunk. An freien Tagen fotografierte sie weiter.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihr photographisches Œuvre wurde entscheidend von ihrer kritischen Betrachtung der DDR-Wirklichkeit beeinflusst. In der DDR war die Photographie oft ein Mittel politischer Erziehung. Oppositionelle Standpunkte, die dem offiziellen, staatskonformen Blick ein anderes Bild entgegenstellten, wurden abgelehnt. Ursula Arnold zählte zu jenen Künstlern, die sich nicht einbinden ließen. Franziska Schmidt schrieb im Katalog zu der der Künstlerin gewidmeten Ausstellung in der Berlinischen Galerie: „[Ihre Bilder] zeigen die leisen und verborgenen Seiten des Lebens, in dem der Mensch allein mit sich selbst und den alltäglichen Sorgen ist. Ihre Bilder sind Ausdruck der Diskrepanz zwischen der propagierten ideologischen Darstellung des optimistischen Menschen als kämpferischer Held des Sozialismus und den herrschenden Verhältnissen.“ In den Worten der Künstlerin: „Meine Sympathie gehört denen, die nicht zu den Herrschenden gehören. Ich möchte im Alltäglichen das Besondere und das Einfache suchen, Nuancen sammeln, die Leben ausdrücken … in der Anonymität das Verwandte treffen.“[3]

Ein zentrales Motiv ihrer hauptsächlich in Leipzig und Berlin entstandenen realistischen Bilder sind Menschen in städtischer Umgebung. So entstanden bedeutende Bilder vom Prenzlauer Berg der 1980er Jahre. Von 1990 bis 1994 fotografierte Arnold nurmehr Landschaften im Berliner Umland.

Zusammen mit Evelyn Richter und Arno Fischer gehört sie zu bedeutenden Vertretern ihrer in der DDR tätigen Fotografengeneration. Arnold war Mitglied der Gruppe „action fotografie“, der auch Roger und Renate Rössing, F. O. Bernstein, Günter Rössler und Volkmar Jaeger angehörten.[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2002 Hannah-Höch-Preis[5]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gruppenausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ulrich Domröse; Alexander Tolnay: Ursula Arnold – Fotografien 1954–1990. Ausstellungskatalog, Neuer Berliner Kunstverein, Berlin 2002.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Franziska Schmidt: Ursula Arnold. Moskau 1969. Essay. In: Rundbrief Fotografie Vol. 5 Nr. 4, 1998. foto.unibas.ch

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ingeborg Ruthe: Zum Tod von Fotografin Ursula Arnold: Der Ost-Berliner Bürgersteig. In: Berliner Zeitung, 1. Juni 2012
  2. Biografie der Fotografin Ursula Arnold
  3. Ursula Arnold zum 80. Geburtstag 2009
  4. Ingeborg Ruthe: Der ostdeutsche Bürgersteig. In: Berliner Zeitung, 10. März 2009.
  5. Pressemitteilung Land Berlin; abgerufen am 15. April 2011.
  6. Ursula Arnold – Hannah-Höch-Preis 2002. Neuer Berliner Kunstverein, abgerufen am 15. April 2011.
  7. Ursula Arnold – zum 80. Geburtstag. Kunststiftung Poll, abgerufen am 15. April 2011.
  8. Eros und Stasi – Ostdeutsche Fotografie Sammlung Gabriele König. Ludwig Forum für Internationale Kunst, abgerufen am 15. April 2011.
  9. Leipzig – Fotografie seit 1839. (Memento vom 31. Januar 2011 im Internet Archive) Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, abgerufen am 15. April 2011.
  10. Ausstellung vom 22.08.2013 bis 06.10.2013: Künstlerinnen im Dialog – Gemälde, Fotografien und Skulpturen (Memento vom 1. September 2013 im Internet Archive)
  11. 25 Malerinnen und Fotografinnen zum Thema »Landschaft und Gesicht«
  12. Kunst kommt nicht von Künstlichkeit in FAZ vom 1. August 2016, Seite 15