Varietät (Mineralogie)

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Unter einer Varietät versteht man in der Mineralogie die unterschiedliche Ausbildung eines Minerals in Bezug auf seine Farbe, Transparenz, Tracht, Habitus oder Kristallgröße. Mineralvarietäten erhalten oft eigenständige Namen.

Im Gegensatz zu den Modifikationen, die als eigenständige Minerale gezählt werden, ist der grundsätzliche Gitterbau des Kristalls bei den Varietäten jeweils identisch, allerdings gibt es Unterschiede zwischen grobkristallinen und feinkristallinen Phasen. Auch die chemische Zusammensetzung kann in geringem Maße variieren.

Beispielsweise ist die chemische Zusammensetzung des Minerals Korund (Al2O3) in Reinform farblos. Eine geringe Beimengung (Verunreinigung) mit Chrom erzeugt jedoch die bekannte rote Varietät Rubin und geringe Beimengungen von Eisen, Titan und/oder Vanadium die blauen, gelben bis orangen, grünen und violetten Spielarten des Saphirs. Eine Vielfalt unterschiedlicher Farben findet sich auch bei den Varietäten des Minerals Spinell und Turmalin, durch die Beimischung von Spurenelementen während des Kristallwachstums. Siehe hierzu auch den Artikel über die Spektralfarben.

Besonders reich an Varietäten in Form und Farbe ist der Quarz (kristallines Siliciumdioxid SiO2), der in reiner Form als „Bergkristall“ bezeichnet wird und grobkristallin unter anderem als gelber bis rotbrauner Citrin und als violetter Amethyst vorkommt. In mikrokristalliner Ausbildung tritt er einfarbig bis bläulich-weiß gebändert als Chalcedon und vielfarbig gebändert als Achat in der Natur auf. Durch Einlagerung von Kristallwasser und dem damit verbundenen Verlust der Kristallinität entsteht die amorphe Siliciumdioxid-Modifikation des Opals.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf Graubner: Lexikon der Geologie, Minerale und Gesteine. Emil Vollmer Verlag GmbH, München 1980, ISBN 3-87876-327-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]