Kristallin

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Für die Proteine in der Augenlinse siehe Kristallin (Protein), für Gesteine höhergradig metamorphen und/oder plutonischen Ursprunges siehe Kristallinkomplex.
Achat Honig
Links: Aufgesägte und polierte Achatdruse mit kryptokristallinem (außen) und makrokristallinem (innen) Quarz
Rechts:Honig im Stadium fortgeschrittener Kristallisation

Als kristallin bezeichnet man Substanzen, die aus kristallisiertem Material bestehen. Das Gegenteil dazu ist amorph.[1]

In den geologischen und verwandten Wissenschaften sind vor allem anorganische, natürliche kristalline Substanzen – Minerale und Gesteine – Gegenstand der Forschung. So unterscheidet man in der Petrographie zwischen makrokristallinen (grobkristallinen), mikrokristallinen (feinkristallinen) und kryptokristallinen (dichten) Gesteinen. Makrokristalline Gesteine zeigen einzelne „Kristalle“ (in der Regel Körner genannt, vgl. Kristallit) schon auf den ersten Blick (z. B. Feldspäte, Quarz und Glimmer im Granit), während sie bei mikrokristallinen, bestimmten Kalksteinen oder Vulkangesteinen z. B., erst unter der Lupe oder einem Lichtmikroskop sichtbar werden. Bei kryptokristallinem Gestein (Feuerstein z. B.) sind die Kristalle selbst mithilfe eines Lichtmikroskops nicht mehr auflösbar.

Insbesondere in der Polymerphysik wird neben den Begriffen kristallin und amorph auch der Begriff teilkristallin verwendet. Handelsüblicher Zucker, kein Polymer, ist ein weithin bekanntes Beispiel für eine organische Substanz, die in kristalliner Form vorliegen kann.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Murawski, H., Meyer, W. (2004): Geologisches Wörterbuch. Spektrum Akademischer Verlag, 11. Auflage, 262 S. ISBN 3-8274-1445-8