Verpartnerung

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Dieser Artikel erläutert deutsches Familienrecht; den allgemeinen Sachverhalt siehe Eingetragene Partnerschaft.

Verpartnerung war der Begriff für den Vorgang der Eingehung einer eingetragenen Partnerschaft nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz, der in Deutschland[1][2] im amtlichen Gebrauch von staatlichen Stellen,[3] aber auch in der allgemeinen Sprache von nichtstaatlichen Verbänden und Interessengruppen[4] verwendet wurde.

Verpartnerung als Erwerb einer verbindlichen Anerkennung einer Beziehung in der Form einer eingetragenen Partnerschaft ist eine Form der Trauung (Heirat), so wie die Eheschließung auch. Letztere führt allerdings nicht zu einer eingetragenen Partnerschaft, sondern, wie der Name auch nahelegt, zu einer Ehe.

Für die Verpartnerung sind wie bei der heterosexuellen Eheschließung die Standesämter zuständig (§ 1 LPartG). In Bayern besteht zudem auch die Möglichkeit, die Verpartnerung notariell durchzuführen.[5]

Gemäß der jeweiligen kommunalen Gebührenordnung wird für eine Verpartnerung in der Regel der Gebührensatz einer Eheschließung erhoben. In einigen Gemeinden, insbesondere im Freistaat Sachsen, wird zum Teil der 2,5-fache Satz erhoben.[6]

In Deutschland lebten im Jahr 2013 rund 35.000 gleichgeschlechtliche Paare als eingetragene Lebenspartnerschaft. 57 Prozent der eingetragenen Partnerschaften werden von Männern geführt. Die Anzahl von Frauen, die in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft leben, beträgt demnach 43 Prozent.[7]

Verpartnerung als Heirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wort Heirat wird auch für eine Verpartnerung von solchen Leuten gebraucht, die Anlass haben, gleichgeschlechtliche Beziehungen zu erwähnen, ohne eine Exklusivität der heterosexuellen Lebensformen betonen zu wollen, um damit ihre Überzeugung von der Gleichwertigkeit hetero- und homosexueller Partnerschaften auszudrücken. Das kann in Medienberichten[8][9] oder im privaten Sprachgebrauch im Freundeskreis vorkommen[10].

Eine Verpartnerungsbezeichnung als Heirat kann auch im Rahmen der PR-Tätigkeit von Verbänden liegen, wie im Fall vom LSVD, der zwar zwischen „VH“ für verheiratet und „LP“ für verpartnert unterscheidet,[11] gleichwohl aber auf den Wunsch auf Ausdehnung des Begriffs drängt: Wie werden wir selbst unsere Partnerschaften bezeichnen? Uns sind Lesben und Schwule sympathisch, die selbstbewusst davon sprechen, dass sie „heiraten“ bzw. „verheiratet“ sind, und die ihren Mann und ihre Frau als das vorstellen, was sie sind, nämlich „mein Mann“ bzw. „meine Frau“.[11]

Die Gleichstellung der Verpartnerung mit einer Heirat als Eheschließung unterliegt auch Kritik, da sie eine nicht vorhandene Gleichwertigkeit vortäuscht.[12]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Beispielsweise im Duden-Deutsches Universalwörterbuch unter „verpartnern“.
  2. Z. B. im Urteil des Verwaltungsgerichts Köln vom 14. September 2004, Aktenzeichen 6 K 631/04: „Die Unterscheidung zwischen verheirateten und verpartnerten Beamten entspricht der Wertentscheidung des Grundgesetzes.“
  3. Dieser Sprachgebrauch findet sich etwa bei der Stadt Köln oder den Statistischen Ämtern (PDF; 144 KB) des Bundes und der Länder.
  4. beim LSVD, bei Zwischenraum oder bei „positive Gefühle“.
  5. Erste Verpartnerung in Bayern fand im Standesamt statt.
  6. Respekt! 02/2007 Seite 21, Cindy Ballaschk – Diskriminierung in sächsischen Ämtern
  7. https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/zdw/2015/PD15_012_p002.html
  8. http://www.wdr.de/themen/panorama/gesellschaft/homo_ehe/index.jhtml
  9. http://www.freitag.de/autoren/der-freitag/einmal-den-teppich-aus-rosenblattern
  10. [1], Seite 36, unten
  11. a b http://typo3.lsvd.de/257.0.html Die Lebenspartnerschaft – Teil 1
  12. http://uebermedien.de/14313/hape-kerkeling-hat-nicht-geheiratet/