Versicherungsvertreter

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Dieser Artikel erläutert den Beruf. Für den gleich lautenden deutschen Dokumentarfilm siehe Versicherungsvertreter – Die erstaunliche Karriere des Mehmet Göker.
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Versicherungsvertreter ist ein Beruf, der für einen Versicherer ausgeübt wird. Der Oberbegriff ist Versicherungsvermittler, § 59 Abs. 1 VVG.

Versicherungsvertreter betreuen bestehende Kundenbeziehungen und bauen darüber hinaus neue Kundenbeziehungen auf. Im Rahmen einer notwendigen gesetzlichen Neuordnung werden Mindestvoraussetzungen an den Versicherungsvertreter und an das Beratungsgespräch gestellt (EU-Vermittlerrichtlinie).

Rechtliche Stellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland sind Versicherungsvertreter am häufigsten selbstständige Handelsvertreter nach § 84 HGB. Die Vertragsbeziehungen zur Versicherungsgesellschaft sind in einem Agenturvertrag geregelt. Dieser wird durch Provisionsvereinbarungen ergänzt. Der Agenturvertrag regelt unter anderem die Fragen nach

  • Ausschließlichkeit: Einfirmenvertreter sind heute noch die am häufigsten anzutreffenden Versicherungsvermittler
  • Tätigkeitsgebiet: Bestands- und/oder Gebietsschutz
  • Kostenzuschüsse wie für Büro- oder Werbekosten
  • Ausstattung: recht häufig gibt es die Anforderung an ein Ladenbüro
  • Haftungsübernahmen

In vielen Versicherungsunternehmen finden sich diese sogenannten Ausschließlichkeitsvertreter zu Interessensvereinigungen zusammen, den sogenannten Hausvereinen.

Neben dem Ausschließlichkeitsvertreter gibt es auch den Mehrfach-Agenten und den Versicherungsmakler. Diese sind für mehrere Versicherungsgesellschaften tätig und haben ein anderes Haftungsverhältnis zu diesen als der Versicherungsvertreter. Während der Vertreter seinen Vertrag mit dem Versicherer schließt und von diesem für vermitteltes Geschäft eine Provision erhält, schließt der Makler seinen Vertrag mit dem Kunden, erhält für vermitteltes Geschäft aber vom Versicherungsunternehmen eine Courtage.

Einnahmen, Finanzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Versicherungsvertreter lebt aus folgenden Einnahmequellen:

Ein weiterer Bestandteil der Bezahlung besteht häufig in so genannten Wettbewerben oder Bonifikationen. Die Versicherungsvertreter müssen hier innerhalb einer bestimmten Zeit eine vorgeschriebene Anzahl an Verträgen mit bestimmten Beitragsvolumen abschließen, um sich für den Wettbewerb zu qualifizieren. Von diesen bekommen dann die besten Vertreter einen Preis.

Provisionshöhen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Provisionhöhen variieren teilweise extrem, abhängig in welchem Verhältnis man zu dem Versicherer steht und welchen Umsatz man generiert. Firmengebundene Ausschließlichkeitsvertreter erhalten ca. 60 % der Vergütung eines freien Maklers, in Strukturvertrieben fängt man bei ca. 10 % an. Das am 6. August 2014 in Kraft getretene Lebensversicherungsreformgesetz hat die zillmerfähige Abschlussprovision in der Lebensversicherung von 40 auf 25 Promille herabgesenkt.[1]

Übliche Provisionshöhen sind:

  • Private Krankenversicherung: 5–9 Monatsbeiträge + bis zu 2 % des Jahresbeitrages als Bestandspflegeprovision
  • Lebensversicherungen: bis zu 25 Promille bezogen auf die Versicherungssumme + bis zu 2 % des Jahresbeitrages als Bestandspflegeprovision
  • Sachversicherungen: bis zu 80 % des Erstjahresbeitrags bei 5-Jahresverträgen, in den Folgejahren 9-15 % des Folgebeitrages.
  • Kfz.-Versicherungen: 3–12 % des Beitrages, sowohl als Abschlussprovision als auch als Bestandspflegeprovision

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1] Versicherungsbote, 11. Dezember 2014.