Viri probati

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Viri probati (lateinisch für „bewährte Männer“) sind verheiratete Männer, die sich aufgrund ihrer nach römisch-katholischen Grundsätzen vorbildlichen Lebensweise für den Dienst des Diakons empfehlen und daher als verheiratete Männer zum Diakon geweiht werden. Ihren Dienst üben sie als Ständige Diakone aus. Der Begriff „viri probati“ wird in aller Regel nur im Plural verwandt. Der analoge Begriff in der Einzahl lautet: „vir probatus“.

Zweites Vatikanisches Konzil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Tradition wurde durch das Zweite Vatikanische Konzil wieder belebt. Nach altkirchlicher Tradition versprechen sie bei der Weihe, nach dem etwaigen Tod ihrer Ehefrau nicht mehr zu heiraten, also im Zölibat zu leben. In der Praxis – insbesondere wenn noch kleinere Kinder zu erziehen sind – wird von diesem Versprechen oft dispensiert.

Neue Wege zum Priestertum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Suche nach neuen Wegen zum Priestertum wurden in manchen Kreisen der katholischen Kirche – so auch schon von der Würzburger Synode – immer wieder Stimmen laut, den „viri probati“ auch den Weg zur Priesterweihe zu eröffnen. In dieser Frage stehen sich verschiedene Standpunkte gegenüber: Dieses ist die Situation des Priestermangels und weiterhin die Heilssorge der Kirche. Eine besondere Rolle fällt auch den Bischöfen zu, denn diese sind verpflichtet „Modelle für die Sicherstellung des Heildienstes zu entwickeln“ (vergleiche: Würzberger Synode: Die pastoralen Dienste in der Gemeinde 5.4.6 (Syn. DG 5.4.6)[1]). 2011 sprachen sich acht katholische CDU-Politiker dafür aus, auf diese Weise dem zunehmenden Priestermangel entgegenzutreten.[2] In Rom wurde ein derartiges Ansinnen aber bisher stets abgelehnt.

Neubelebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Papst Franziskus hat in einem Interview der Zeit gegenüber für beispielsweise weit entlegene Gemeinden die Möglichkeit nicht mehr per se ausgeschlossen.[3] Nach Meinung von Karl Kardinal Lehmann war die Frage von viri probati nie wirklich zur Ruhe gekommen[4] und Reinhard Kardinal Marx, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz berichtete, dass er mit dem Papst schon über „viri probati“ gesprochen habe. Marx unterstrich: „Wir müssen über die pastorale Dimension nachdenken…Wir haben all die Argumente dafür und dagegen, aber wer immer diese Entscheidung treffen muss, kann dies ja nur auf einer weltkirchlichen Ebene tun und muss die Folgen bedenken.“[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Florian Huber: Nicht nur den Kübel sehen. Die Weihe von viri probati: Lösung des Priestermangels? In: Dank an Reinhold Stecher. Innsbruck/Wien 2002.
  • Peter Krämer: Viri probati. In: Walter Kasper (Hrsg.): Lexikon für Theologie und Kirche. 3. Auflage. Band 10. Herder, Freiburg im Breisgau 2001.
  • Rudolf Fischer-Wollpert, Wissen Sie Bescheid?, Lexikon religiöser und weltanschaulicher Fragen, (Abschnitt: Viri probati, Seite 646/647)Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1982, ISBN 3-7917-0738-8

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Synodentext Synodentexte online auf der Homepage der DBK
  2. Die CDU rüttelt am Zölibat. In: Kölner Stadt-Anzeiger, 21. Januar 2011.
  3. Papst will über "Viri probati" nachdenken. Abgerufen am 8. März 2017.
  4. Lehmann: Frage nach Viri probati ist dringend. Auf: katholisch.de, Theologie, Düsseldorf, 10. März 2017 [1]
  5. Kirche/Die deutschsprachige Kirchen, Deutsche Bischöfe:Priestertum, Viri Probati und Ökumene, 9. März 2017. Auf: Radio Vatikan [2]