Virtuelle Forschungsumgebung

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Der Begriff Virtuelle Forschungsumgebung (VRE, engl. Virtual Research Environment) beschreibt eine kontextspezifische Umgebung, die es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ermöglicht, über organisatorische und geografische Grenzen hinweg kollaborativ zunehmend komplexere Forschungsfragen zu bearbeiten.

„A VRE helps researchers from all disciplines to work collaboratively by managing the increasingly complex range of tasks involved in carrying out research.‘“

JISC: Virtual Research Environment programme

Eine Virtuelle Forschungsumgebung ist eine Arbeitsplattform, die eine kooperative Forschungstätigkeit durch mehrere Wissenschaftler an unterschiedlichen Orten zur gleichen Zeit ermöglicht. Inhaltlich unterstützt sie den gesamten Forschungsprozess, während sie technologisch vor allem auf Softwarediensten und Kommunikationsnetzwerken basiert [1] .

In virtuellen Forschungsumgebungen werden Ressourcen internationaler, nationaler und lokaler Forschungsinfrastruktur sowie personelle Ressourcen integriert. Prinzipiell sollen Virtuelle Forschungsumgebungen in allen Disziplinen genutzt werden können. Die derzeitige Entwicklung steht dennoch am Anfang und ist geprägt durch Entwicklungen auf Basis projektspezifischer Anforderungen.

Ziele virtueller Forschungsumgebungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Virtuelle Forschungsumgebungen dienen dazu, Forschungsziele effizienter und/oder auf neuen Wegen zu erreichen. Möglich sind qualitative Verbesserungen durch das Erschließen neuer Kollaborationen oder die Nachnutzung von Methoden, Daten und Diensten durch andere Forschergruppen und Fachdisziplinen. Ziele können außerdem Effizienzsteigerungen durch das Arbeiten in Netzwerken oder durch die gemeinsame Produktion und Nutzung von Forschungsdaten sein [2].

Elemente virtueller Forschungsumgebungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Einsatz von virtuellen Forschungsumgebungen hängt stark von den jeweiligen disziplinspezifischen Anforderungen ab. Generell stehen Werkzeuge zur Unterstützung des kollaborativen Arbeitens im Mittelpunkt. Hierzu können beispielsweise gehören:

  • Wikis und Foren
  • Datenbanken und elektronische Publikationsplattformen
  • Möglichkeiten zum Verteilten Schreiben in einer Gruppe
  • Möglichkeiten zur gemeinsamen Durchführung von Experimenten
  • Zugriff auf weit entfernte Geräte und Sonden

Förderung virtueller Forschungsumgebungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Aufbau von virtuellen Forschungsumgebungen wird in Großbritannien maßgeblich durch das Joint Information Systems Committee (JISC) gefördert. In Deutschland bietet die DFG im Bereich „Wissenschaftliche Literaturversorgungs- und Informationssysteme (LIS)“ das Förderprogramm „Virtuelle Forschungsumgebungen“ [3].

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schwerpunktinitiative „Digitale Information“, Virtuelle Forschungsumgebung. In: [1]. Abgerufen am 28. Januar 2016.
  2. Allianzinitiative: Virtuelle Forschungsumgebungen –Ein Leitfaden, 2011. In: [2]. Abgerufen am 28. Januar 2016.
  3. Wissenschaftliche Literaturversorgungs- und Informationssysteme (LIS), Förderangebote. In: [3]. Abgerufen am 28. Januar 2016.