Einfache Form

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Eine einfache Form ist in literaturwissenschaftlicher und volkskundlicher Hinsicht eine vor-literarische sprachliche Gattung. Wissenschaftlich kann man die verschiedenen einfachen Formen nach Sprachtypologie und Morphologie kategorisieren. Im engeren Sinn werden unter einer einfachen Form folgende Gattungen verstanden: Mythe, Sage, Legende, Märchen, Memorabile, Kasus, Witz. Der Begriff Einfache Formen geht auf André Jolles zurück, der mit seinem gleichnamigen Buch diesen Begriff in die Wissenschaft einführte.

Die einfache Form ist dabei in ihrer ursprünglichen Form von Mündlichkeit und einer so genannten Volksläufigkeit geprägt sowie von einer bestimmten Geisteshaltung. Aus einfachen Formen können sich auch Vergegenwärtigungen (bei der Sage die Saga) und eventuell „höhere“ Kunstformen herausbilden, etwa das Kunstmärchen aus dem Volksmärchen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • André Jolles: Einfache Formen. Legende, Sage, Mythe, Rätsel, Spruch, Kasus, Memorabile, Märchen, Witz. Niemeyer, Halle (Saale) 1930 (Forschungsinstitut für Neuere Philologie Leipzig: Neugermanistische Abteilung; 2).
  • Hans-Jürgen Lüsebrink, York-Gothart Mix, Jean-Yves Mollier, Patricia Sorel (Hrsg.): Les lectures du peuple en Europe et dans les Amériques du XVIIe au XXe siècle. Éditions Complexe, Brüssel 2003. (Collection Histoire culturelle), ISBN 978-2870279540.
  • Dieter Messner (Hrsg.): Europäische Volksliteratur – Festschrift für Felix Karlinger. Österreichisches Museum für Volkskunde, Wien 1980 (= Raabser Märchen-Reihe, Bd. 4).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]