W20

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Dieser Artikel behandelt eine internationale Organisation; zum ebenfalls mit W20 bezeichneten zwanzigseitigen Würfel siehe Spielwürfel.

W20 (Abkürzung für Women20, deutsch „Frauen20“) ist – in Anlehnung an die „G20“, die „Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer“ – „einer der jüngsten G20-Dialogprozesse“ mit dem Hauptziel, Frauen wirtschaftlich zu stärken und Geschlechtergerechtigkeit ins Zentrum der G20 zu stellen.[1]

Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hauptziel von W20 ist es nach eigener Aussage, „die wirtschaftliche Stärkung von Frauen zu einem integralen Bestandteil der G20-Prozesse werden zu lassen“. „Die W20 schließt sich in einem breiten Dialog den weltweiten Erfahrungen von weiblich geführten zivilgesellschaftlichen Organisationen sowie Unternehmerinnenverbänden an, um im Rahmen der G20-Verhandlungen starke Empfehlungen einzubringen.“[2]

Unter der deutschen Präsidentschaft der W20 wurden 2017 vier Schwerpunktthemen festgelegt:[2]

  • Inklusion auf dem Arbeitsmarkt: Steigerung der Erwerbsbeteiligung von Frauen sowie des Stellenwerts von traditionell von Frauen ausgeführten Tätigkeiten
  • Finanzielle Inklusion: Die Förderung von weiblichem Unternehmertum sowie Zugang zu Kapital für Frauen
  • Digitale Inklusion: Überwindung der geschlechtsspezifischen Kluft im digitalen Bereich
  • Stärkung der W20: Geschlechtergerechtigkeit und die wirtschaftliche Stärkung von Frauen im Zentrum der G20-Prozesse

Dialogprozess[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der deutschen G20-Präsidentschaft 2017 bekamen der Deutsche Frauenrat und der Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU) von der Bundesregierung den Auftrag, den Dialogprozess Women20 zu organisieren.[3]

W20-Gipfel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 2015 fand unter der türkischen G20-Präsidentschaft ein erstes Arbeitstreffen der W20 in Antalya statt:[4] „Dort wurden Forderungen sowie Maßnahmen formuliert, mit denen die ökonomische Beteiligung von Frauen in den G20-Mitgliedstaaten vorangetrieben und ihre Wirtschaftskraft gestärkt werden sollen.“ Die Themen wurden von der nachfolgenden chinesischen G20-Präsidentschaft weiter aufgegriffen, hierfür wurde auf dem W20-Summit („W20-Gipfel“) 2016 ebenfalls eine Abschlusserklärung (W20-Communiqué) erstellt[3] und zum G20-Gipfel in Hangzhou 2016 an die G20 übergeben.

Diskussion in Berlin 2017

Im Vorfeld des G20-Gipfels in Hamburg 2017 im Rahmen der deutschen G20-Präsidentschaft am 7. und 8. Juli 2017 in Hamburg fand als Abschluss des „W20-Dialogprozesses 2017“ ein weiterer W20-Gipfel am 25. und 26. April im Hotel InterContinental in Berlin statt.[5] Er stand unter dem Motto „Vielfältig, belastbar, zukunftsfähig – Stabilisierung von Wirtschaft und Gesellschaft – Durch die Stärkung der Rolle der Frau“.[2] Der Deutsche Frauenrat und der Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU) wurden von der Bundesregierung beauftragt, diesen Dialogprozess zu organisieren; das Women Political Leaders Global Forum (WPL) („Globales Forum führender Politikerinnen“) nahm an dem Gipfel teil.[6]

Unter anderen Stephanie Bschorr, Präsidentin des VdU, Chrystia Freeland, kanadische Außenministerin, Christine Lagarde, geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Königin Máxima der Niederlande sowie auf Einladung von Angela Merkel Ivanka Trump, Tochter[7] und eine der Hauptberaterinnen des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump waren unter den Teilnehmerinnen.[8] Eine Diskussionsrunde am 25. April wurde von Miriam Meckel moderiert.[9] Verschiedene im Frühjahr 2017 stattgefundene „Roundtables“ („Runde Tische“) haben Inhalte für ein entsprechendes W20-Communiqué aufgearbeitet, welches der amtierenden G20-Präsidentin, der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel überreicht wird, parallel wird ein Netzwerk aus Vertreterinnen von Frauenverbänden und Unternehmerinnen der G20-Staaten aufgebaut.

Zum Abschluss des Gipfels wurde der Forderungskatalog an Frau Merkel überreicht: Neben dem „25 by 25“-Ziel (Steigerung der Frauen-Beschäftigungsquote um 25 Prozent bis 2025) verlangt das Communiqué auch mehr Unterstützung für Frauen als Unternehmerinnen und eine systematische Berücksichtigung der Geschlechtergerechtigkeit in der G20-Politik.[10][11]

Anschließend wurde die Verantwortung auf die Vertreterinnen Argentiniens übergeben, welches 2018 den Vorsitz der G20 übernimmt.[3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: W20 2017 – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Communiqué Women20 Germany. In: w20-germany.org. Women20, 26. April 2017, abgerufen am 19. Mai 2017 (PDF).
  2. a b c Women20 Germany 2017. In: w20-germany.org. 23. April 2017, abgerufen am 8. Juli 2017.
  3. a b c Willkommen zur W20. In: w20-germany.org. Abgerufen am 4. Juni 2017.
  4. W20 Turkey. In: w20turkey.org. Abgerufen am 25. April 2017 (englisch).
  5. W20 Summit 2017 – Berlin. In: w20-germany.org. Abgerufen am 23. Juni 2017.
  6. WPL at the Women20 Summit. In: womenpoliticalleaders.org. Abgerufen am 25. April 2017 (englisch).
  7. In Anlehnung an „First Lady“ auch „First Daughter“ genannt
  8. Women20-Gipfel in Berlin – „Überall verdienen Frauen weniger als Männer“ – Christina Boll im Gespräch mit Britta Fecke. In: deutschlandfunk.de. 23. April 2017, abgerufen am 8. Juli 2017.
  9. Alexander Smith: Ivanka Trump Grilled, Booed During Women20 Summit in Berlin („Ivanka Trump unter Druck, ausgebuht auf W20-Gipfel in Berlin“). In: nbcnews.com. 25. April 2017, abgerufen am 8. Juli 2017 (englisch).
  10. Frauengipfel: Forderungskatalog an Merkel. In: bnn.de. 26. April 2017, abgerufen am 8. Juli 2017.
  11. Katja Brösslin: Frauen auf der Bühne der Weltwirtschaft. In: she-works.de. 27. März 2017, abgerufen am 8. Mai 2017.