WGM 21

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Aerotechnik WGM 21
WGM 21 im Hubschraubermuseum Bückeburg
WGM 21 im Hubschraubermuseum Bückeburg
Typ: Kleinhubschrauber
Entwurfsland:

DeutschlandDeutschland Deutschland

Hersteller:

Aerotechnik, Entwicklung und Apparatebau GmbH

Erstflug:

1969

Stückzahl:

1

Die Aerotechnik WGM 21 war ein einsitziger Hubschrauber des deutschen Herstellers aerotechnik, Entwicklung und Apparatebau GmbH in Frankfurt. Der Hubschrauber hatte die sehr selten anzutreffende Auslegung als Quadrocopter. Das Ziel der Konstrukteure war, ein einfach aufgebautes VTOL-Fluggerät herzustellen, das einfacher zu fliegen ist als ein konventioneller Hubschrauber und das im Preis einem Mittelklasse-PKW entspricht. Zudem sollte ein Abstellen auf kleinstem Raum möglich sein.

Konstruktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die WGM 21 war ein einsitziger Hubschrauber mit vier diametral angeordneten Rotorauslegern, die es ermöglichten, auf Steuerleitflächen oder Steuerrotoren zu verzichten. Die Steuerung um die Hochachse erfolgte, wie bei einem Starrflügelflugzeug, durch Betätigen der Seitenruderpedale, wodurch die beiden hinteren Rotorausleger um ihre Eigenachse geschwenkt wurden.

Die vier Rotoren waren mittels Aluminium-Rohren mit dem offenen Rahmen verbunden. Sie wurden über einen BMW-Zweizylinder-Boxermotor mit 54 PS angetrieben, der seine Leistung über Keilriemen an ein zentrales Umlenkgetriebe und von dort wiederum über entsprechend lange Keilriemen an die vier Rotoren abgab. Der Pilot saß in einem offenen Schalensitz, der im Gitterrohrrahmen vor dem Motor und unter dem Getriebe angeordnet war. Er steuerte das Fahrzeug über einen V-förmigen Steuerknüppel mit Gasdrehgriffen und über Pedale.

Die Vorteile der WGM 21 waren laut Hersteller:

  • Sofortige Steuerreaktion und hohe Steuerstabilität
  • Wegfall der sonst zur Steuerung erforderlichen zyklischen Rotorblattverstellung
  • Wegfall der komplizierten Steuerkinematik
  • Erhöhter Leistungsüberschuss durch Einsparung der sonst vom Steuerrotor (Drehmomentausgleich) verbrauchten Motorleistung
  • Wesentliche Vereinfachung der Pilotenausbildung

Wurden die vier Rotorausleger nach vorne zusammengeklappt, war nur eine Stellfläche von 1,98 m × 2,18 m erforderlich.

Einsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach erfolgreichen Tests bei der „Prüfstelle für Luft- und Raumfahrt“ in Braunschweig wurde eine vorläufige Lizenz zur Durchführung von Testflügen erteilt.

Über die weitere Entwicklung des Projekts ist nichts bekannt. Heute ist der einzig existierende Prototyp im Hubschraubermuseum Bückeburg zu besichtigen.

Technische Daten[1][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kenngröße Daten
Besatzung 1
Rotordurchmesser 2,60 m
Rotorkreisfläche 21,3 m²
Rotorblattzahl 4 × 2
Rotordrehzahl max. 1100/min
Nutzlast 90 kg
Leermasse 245 kg
Startmasse 335 kg
Reisegeschwindigkeit 115 km/h
Höchstgeschwindigkeit 125 km/h
Senkrechtes Steigen 4 m/s
Gipfelhöhe 2100 m
Reichweite 250 km
Triebwerke Zweizylinder-Boxer BMW 700 mit 54 PS PS (Err kW)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Flug Revue Mai 1969, S. 106