Walter Butler

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Oberst Walter Butler. Für den Parapsychologen siehe Walter Ernest Butler.

Richard Walter Graf Butler (* um 1600 in Irland; † 25. Dezember 1634 bei Schorndorf) war ein Oberst im Heer Wallensteins und an dessen Ermordung beteiligt.

Herkunft[Bearbeiten]

Sein Leben ist bis zum Beginn der 1630er Jahre unbekannt, sicher ist aber, dass er ein Sohn von Peter Butler aus Roscrea in Irland war.

Im kaiserlichen Dienst[Bearbeiten]

Wann genau er in österreichische Dienste trat, ist nicht bekannt. Er wurde bald Offizier in der Irischen Legion, die von seinem Verwandten, Jakob Butler, befehligt wurde.[1]

Schwedische Kriegsgefangenschaft[Bearbeiten]

Bei der Verteidigung von Frankfurt (Oder) geriet der Oberstleutnant Butler 1631 verletzt in schwedische Gefangenschaft. In dieser Zeit beschuldigte sein Vorgesetzter, der Obrist Böheim, Butler, für den Verlust der Oderfestung verantwortlich zu sein. Nach seiner Auslösung reiste Butler deshalb mit einer von Gustav II. Adolf unterzeichneten Bescheinigung seiner Tapferkeit bei der Verteidigung des Frankfurter Nordtores zum Kaiser nach Wien, um sich gegen diesen Vorwurf zu wehren. Mit kaiserlichem Segen ritt Butler nach Schlesien ins Hauptquartier des Feldmarschalls Rudolf von Tiefenbach und zwang Böheim dazu, die Anschuldigungen zu widerrufen.[2]

Ermordung Wallensteins[Bearbeiten]

Er erhielt bald das Vertrauen Wallensteins, nachdem er 1632 zu dessen Truppen gestoßen war. Wallenstein ernannte ihn zum Oberst eines Dragonerregiments. Mit diesem Regiment begegnete er Wallenstein zwischen Pilsen und Eger, nachdem ihn Kaiser Ferdinand II. abgesetzt hatte. Butler schloss sich mit dem Kommandanten John Gordon in Eger und dem Obristwachtmeister Walter Leslie zusammen, um Wallenstein gefangenzusetzen. Als dies nicht ausführbar erschien, planten sie die Ermordung des ehemaligen Generalissimus der Kaiserlichen. Am 25. Februar 1634 wurde der Plan in die Tat umgesetzt, nachdem die drei Vertrauten Wallensteins – Ilow, Trčka und Kinsky – vorher auf einem Bankett bei Gordon erschlagen worden waren. Der Kaiser verlieh Butler den Grafentitel, überhäufte ihn mit Ehrungen und Auszeichnungen und schenkte ihm böhmische Ländereien, die vorher dem Herzog von Friedland gehörten.

Lebensende und Tod[Bearbeiten]

Butler kämpfte in der Folge bei Nördlingen und eroberte neben Kirchheim unter Teck und Nürtingen (6.–8. September) auch Reutlingen, das am 3. Oktober 1634 akkordierte. Schließlich erstürmte er unter Beizug des Regiments Tiefenbach am 12. November 1634 Urach (Landkreis Reutlingen) und belagerte Schorndorf, das im Dezember 1634 nach 14-stündiger Kanonade völlig niederbrannte.

Butler starb am 25. Dezember 1634 bei Schorndorf. Während seiner Aufbahrung wurden ihm die militärischen Ehren erwiesen. Hauptmann Deveraux, der aus den Ereignissen von Eger bekannte Landsmann Butlers, überbrachte die Nachricht vom Tode des Obristen seiner Frau in Wiesensteig. Für das Blei des Sarges wurden in Schorndorf die bleiernen Wasserleitungsrohre zum Schloss und zum Spital ausgegraben und eingeschmolzen. In der katholischen Kirche in Wiesensteig fand die Totenmesse statt. Graf Matthias Gallas, in Butlers Testament um den letzten Dienst gebeten, sorgte dafür, dass der Sarg sicher durch Bayern und Böhmen nach Prag gebracht wurde.

Da Butler keinen männlichen Erben hatte, gingen seine Ländereien allesamt an seine Tochter, und da diese unverheiratet starb, letztlich an seine Witwe Anna Maria Burggräfin von Dohna über. Ferdinand III. bestätigte dies am 6. März 1638 per Majestätsbrief. Erst als sich Anna Maria mit dem Kurmainzischen Erbmarschall Hans Christof Ferdinand verheiratete, stellte ein Bruder Butlers, Thomas Theobald, Erbansprüche und bekam ein Drittel zugesprochen.[3]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Heinrich Bücheler: Von Pappenheim zu Piccolomini. Sechs Gestalten aus Wallensteins Lager. 1994, S. 62.
  2. Heinrich Bücheler: Von Pappenheim zu Piccolomini. Sechs Gestalten aus Wallensteins Lager. 1994, S. 64, S. 65.
  3. Johann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen. Zweiter Band: Bunzlauer Kreis. Prag 1834, S. 163.