Wilhelm Michel

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Wilhelm Michel (* 9. August 1877 in Metz; † 16. April 1942 in Darmstadt) war ein deutscher Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michel wuchs in Frankenstein (Pfalz) auf und studierte Philologie und Rechtswissenschaften in Würzburg und München. 1901 ließ er sich als freier Schriftsteller in München nieder.

Von 1906 bis 1930 war er unter anderem Mitarbeiter der Zeitschrift Die Weltbühne. Im Februar 1933 kam es mit deren Herausgeber Carl von Ossietzky zum Zerwürfnis, weil Michel sich gegen die Aufführung von Bertolt Brechts Theaterstück Die heilige Johanna der Schlachthöfe in Darmstadt gewandt hatte. Michel hatte am 1. Februar 1933 in der Kölnischen Rundschau den Widerstand gegen das Stück als „eine beglückende Regung ungebrochener Lebensinstinkte gegen einen künstlerisch verkappten Mordversuch an unsrer Seele“ bezeichnet.[1]

Michel war verheiratet mit Rosa Eva Storck (* 20. Dezember 1881 Ludwigshafen). Rosa heiratete in zweiter Ehe Karl Schloß und wurde 6. Januar 1944 im KZ Ravensbrück ermordet, weil sie sich als Evangelische nicht von ihrem jüdischen Ehemann scheiden ließ. Wilhelm und Rosa/Rosel hatten zwei Kinder, davon Anny (* 25. Mai 1905). Der Ehe mit Karl Schloß entstammte Sybille Schloß (1910–2007).

Wilhelm Michel starb am 16. April 1942 in Darmstadt und wurde auf dem Alten Friedhof bestattet (Grabstelle: II Mauer 53). Sein umfangreiches Schaffen ist heute weitgehend in Vergessenheit geraten.

Wilhelm Michel ist Großvater des Kirchenmusikers Josef Michel sowie Urgroßvater des Kirchenmusikers Johannes Matthias Michel.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Apollon und Dionysos. Dualistische Streifzüge: 1904
  • Rainer Maria Rilke. 1905
  • Der Zuschauer. Gedichte 1907
  • Das Teuflische und Groteske in der Kunst. 1911[2]
  • Friedrich Hölderlin. 1912
  • Der Mensch versagt. 1920
  • Hölderlins abendländische Wendung. 1923
  • Hölderlin und der deutsche Geist. 1924
  • Das Leiden am Ich. 1930
  • Das Leben Friedrich Hölderlins. 1940
  • Bekenntnis zur Kirche. Eckart, Witten/Berlin 1953.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikisource: Wilhelm Michel – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Antworten. Wilhelm Michel, Darmstadt. In: Die Weltbühne. 7. Februar 1933, S. 230f.
  2. Buch auf books.northwestern.edu