Wilhelm Solms

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Wilhelm Solms, eigentlich Wilhelm Prinz zu Solms-Hohensolms-Lich (* 5. Januar 1937 in Lich), ist ein deutscher Germanist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Solms studierte Germanistik und Musikwissenschaft an der Universität München und an der Musikhochschule in Wien. Er erlangte im Jahr 1967 seinen Magister Artium-Abschluss und promovierte 1970 mit einer Arbeit über Goethes West-östlicher Diwan (Buchtitel später: Goethes Vorarbeiten zum Divan).

Von 1964 bis 1972 war Solms zunächst Verwalter einer wissenschaftlichen Assistentenstelle und von 1974 bis 1977 wissenschaftlicher Assistent am Institut für neuere deutsche Philologie der Universität München. 1977 wechselte er als Professor für Kommunikationswissenschaften und Mediendidaktik an die Universität Marburg, wo er 2001 in den Ruhestand ging. Gastdozenturen führten ihn 2004 und 2006 unter anderem an die Staatliche Universität Jerewan in Armenien.

Seine Forschungs- und Publikationsschwerpunkte sind die Literatur des 19. Jahrhunderts, Goethe, Grimms Märchen, Zigeunerbilder in der Literatur und Antiziganismus. Solms ist Mitgründer der Gesellschaft für Antiziganismusforschung e. V., seit 2000 erster Vorsitzender des Vereins und Herausgeber des Newsletters dieser Gesellschaft. Er ist Kuratoriumsmitglied des Dokumentations- und Kulturzentrums deutscher Sinti und Roma in Heidelberg.

Wilhelm Solms ist verheiratet mit Milicent Prinzessin zu Solms-Hohensolms-Lich geb. von Boch-Galhau (* 13. Juli 1937 in Mettlach). Das Paar hat zwei Söhne und zwei Töchter. Solms ist der Bruder des Agrar-Unternehmers Philipp Reinhard zu Solms-Hohensolms-Lich, der Publizistin Dorothea Gräfin Razumovsky und des Politikers Hermann Otto Solms.

Im April 2016 erhielt er das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Wissenschaftliche Ämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Moral von Grimms Märchen, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2010, ISBN 978-3-534-23520-9 (zuerst Primus, Darmstadt 1999, ISBN 3-89678-123-5).
  • André Eisermann erzählt Märchen von Teufeln, CD, Texte gesammelt und herausgegeben von Wilhelm Solms und Sigrid Früh. Weltbild, Augsburg 2010, (Gesamttitel: Der geheimnisvolle Märchenwald), ISBN 978-3-8337-2008-6.
  • „Kulturloses Volk“? Berichte über „Zigeuner“ und Selbstzeugnisse von Sinti und Roma. I-Verb.de, Seeheim 2006, ISBN 978-3-9808800-8-4 (= Beiträge zur Antiziganismusforschung, Band 4).
  • Zigeunerbilder: ein dunkles Kapitel der deutschen Literaturgeschichte; von der frühen Neuzeit bis zur Romantik, Königshausen & Neumann, Würzburg 2008, ISBN 978-3-8260-3833-4.
  • als Herausgeber: Nachruf auf die rumäniendeutsche Literatur, Hitzeroth, Marburg 1990, ISBN 3-89398-034-2.
  • mit Sigrid Früh (Hrsg.): Märchen von Teufeln, Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-596-12219-8.
  • Goethes Vorarbeiten zum Divan, Fink, München 1976, ISBN 3-7705-0842-4 (= Münchener germanistische Beiträge, Band 12, zugleich Dissertation Uni München, Philosophische Fakultät, 1970, unter dem Titel: Philologische Untersuchungen zum West-östlichen Divan).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]