Blauregen

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Blauregen
Chinesische Wisteria (Wisteria sinensis), Illustration

Chinesische Wisteria (Wisteria sinensis), Illustration

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Tribus: Millettieae
Gattung: Blauregen
Wissenschaftlicher Name
Wisteria
Nutt.

Der Blauregen (Wisteria), auch Wisterien, Wistarie, Glyzinen, Glyzinien, Glycinen oder Glycinien genannt, ist eine Gattung in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Der botanische Name ehrt den amerikanischen Arzt und Professor an der University of Pennsylvania Caspar Wistar (1761–1818).

Der Botaniker Thomas Nuttall benannte zu Ehren Wistars die Gattung Wisteria. Die Schreibweise Wisteria (statt Wistaria) war zwar ein etymologischer Fehler, ist aber nach den Regeln der botanischen Nomenklatur (Internationaler Code der Botanischen Nomenklatur) beizubehalten.

Beschreibung[Bearbeiten]

Alle Wisteria-Arten sind robuste, stark wachsende, verholzende Kletterpflanzen (Lianen). Im Winter friert nur das junge Holz ein wenig zurück. Je nach Art können Wuchshöhen bis über 30 m (Wisteria sinensis) erreicht werden. Blauregen blüht zumeist zweimal jährlich, wobei die ersten Blüten im Frühjahr noch vor den Blättern erscheinen. Ein zweiter Blütenschub folgt im Juli/August. Die wechselständigen Laubblätter sind unpaarig gefiedert, die Fiederblättchen sind ganzrandig. Meist sind kleine Nebenblätter vorhanden.

Es werden endständige, auffällige, große, hängende traubige Blütenstände gebildet mit früh abfallenden Hochblättern. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig. Die zwei oberen Kelchblätter sind kürzer und teilweise verwachsen, die drei oberen sind länger. Die fünf Kronblätter sind blau oder weiß. Die zwei Flügel sind nicht mit dem Schiffchen verwachsen. Der Griffel ist glatt. Die Pflanze bildet harte, bohnenähnliche Hülsenfrüchte mit samtiger Oberfläche. Reife Hülsen explodieren regelrecht, um ihre Samen frei zu setzen. Die Samen sind rund und platt, linsenähnlich.

Nutzung[Bearbeiten]

Ihre Sorten werden zum Begrünen von Pergolen und Hauswänden verwendet. Wisterien wachsen in sonniger Lage und wasserdurchlässigen Boden sehr schnell und neigen dazu, mit ihren Haupttrieben Rankgerüste zu überwachsen. Geeignet sind deshalb freistehende, solide verankerte robuste Rankgerüste, die auch nach Jahren noch das Gewicht des Blauregens tragen können. Die Stabilität eines Gerüstes, das direkt an der Hauswand befestigt ist, sollte jährlich kontrolliert werden. Blauregen ist mit seiner Wuchskraft in der Lage, die Bausubstanz eines Hauses zu schädigen, indem seine Triebe beispielsweise Dachziegel verschieben, Regenfallrohre einschnüren, Geländerstäbe verbiegen oder Rankseile durch Umschlingung aus der Verankerung lösen. Bei einfachen Rankgerüsten werden regelmäßig von den massiven Ranken der Pflanze einzelne Balken an ihren Verbindungen auseinander gedrückt. Dies hat jedoch meist keine negative Auswirkung, da die Ranken die Gerüstteile weiterhin fest an ihrer Position halten und mit ihnen einen stabilen Verbund bilden. Statt Rankseilen sollten deshalb Stäbe verwendet werden, die einen Abstand von 1,5 m von Fassadenteilen halten, die nicht überwachsen werden sollen.[1]

Wisteria kann selbst massive Halterungen von Rankseilen im Laufe der Jahre abreißen bzw. zerbrechen. Hat man jedoch nur wenig verfügbare Fläche und als Rankhilfe bleibt nur das Seilsystem an der Hauswand, kann man mit geringem Arbeitsaufwand die Pflanze davon abhalten, die verwendeten Halterungen zu zerstören. Hierzu muss nur der junge Leittrieb zum Ende der Wachtumssaison wieder vom Seil abgewickelt und anschließend in gerader Linie daran festgebunden werden.[2]

Toxische Inhaltsstoffe[Bearbeiten]

In allen Teilen der Pflanze werden Alkaloide gefunden. In den Samen und Hülsen ist hauptsächlich Lektin und ein weiterer unbekannter Wirkstoff, in Rinde und Wurzeln ist Wistarin, ein giftiges Glykosid, enthalten.

Arten und Verbreitung[Bearbeiten]

Wisteria-Arten stammen aus Ost-Asien, Australien oder östlichen Nordamerika. In der Gattung Wisteria gibt es etwa zehn Arten (Auswahl):

Heute in einer anderen Gattung:

  • Millettia japonica (Siebold & Zucc.) A.Gray (Syn.: Wisteria japonica Siebold & Zucc.)

Bilder[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Die Straße, in der die TV-Serie Desperate Housewives spielt, heißt Wisteria Lane.

Auch in Harry Potter kommt der Blauregen vor: Das Haus einer Hexe in der Nachbarschaft von Harry Potters Pflegeeltern liegt im Glyzinenweg, den Joanne K. Rowling im englischen Original Wisteria Walk nannte.

Quellen[Bearbeiten]

  1. http://www.fassadengruen.de/uw/kletterpflanzen/uw/blauregen/blauregen.htm
  2. http://www.fassadengruen.de/uw/kletterpflanzen/uw/blauregen/blauregen.htm

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Blauregen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien