Wolfgang Abel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Wolfgang Abel (* 13. Mai 1905 in Wien; † 1. November 1997 in Mondsee, Oberösterreich) war ein österreichischer Anthropologe und nationalsozialistischer Rassentheoretiker.

Leben[Bearbeiten]

Wolfgang Abel, Sohn des Paläontologen Othenio Abel, studierte von 1925 bis 1929 Medizin, Zoologie und Malerei in Wien und Freiburg. 1929 wurde er in Wien promoviert. Seit 1931 arbeitete er als Assistent am Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik (KWI). 1933 trat er in die NSDAP ein. Er war beteiligt an Zwangssterilisationen von Kindern aus Beziehungen deutscher Frauen mit „farbigen“ französischen Kolonialsoldaten, die in der Zeit der Ruhrbesetzung gezeugt wurden („Rheinlandbastarde“). Darüber schrieb er 1934 in der Zeitschrift Neues Volk einen Artikel mit dem Titel „Bastarde am Rhein“. Im selben Jahr wurde Abel zusätzlich zu seiner Tätigkeit am KWI Dozent im Fach Anthropologie sowie stellvertretender Leiter der Abteilung Rassenpflege der Deutschen Hochschule für Politik.

Nach seinem Eintritt in die SS im Jahre 1935 arbeitete er als Experte für das Rasse- und Siedlungshauptamt (RuSHA) der SS und als Obergutachter für das Reichssippenamt. Am KWI stieg Wolfgang Abel 1940 zum Abteilungsleiter Rassenkunde auf. Im Juli 1941 wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt.[1] Zuvor bereits Assistent des Eugenikers Eugen Fischer, war er von 1943 bis 1945 dessen Nachfolger auf dem Lehrstuhl für Rassenbiologie der Berliner Universität. Nebenbei arbeitete er in dieser Zeit für das Oberkommando des Heeres (OKH).

Im Rahmen des Generalplan Ost erarbeitete Abel im Mai 1942 einen Plan für eine „fortschreitende Ausschaltung“ der „russischen Rasse“, mit dem er alle „nordischen russischen Typen“ germanisieren und den Rest nach Sibirien abschieben wollte.[2]

Zusätzlich zu seiner Lehrtätigkeit übernahm Wolfgang Abel 1943 die Leitung des Instituts für Rassenbiologie der Deutschen Hochschule für Politik.

1945 wurde Abel von der Berliner Universität entlassen. Von 1945 bis 1947 war er in Internierungshaft. Danach lebte er als Porträtmaler in Österreich.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. Helmut Heiber: Der Generalplan Ost. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, Dokumentation 6 (1958), Heft 3, S. 313.
  2. Vgl. Gerald Reitlinger: Die Endlösung. Hitlers Versuch der Ausrottung der Juden Europas 1939-1945, 7. Aufl., Berlin 1992, S. 41 f.; vgl auch Götz Aly & Susanne Heim: Vordenker der Vernichtung, Frankfurt 1993, S. 397 f. und Czeslaw Madajczyk (Hrsg.): Vom Generalplan Ost zum Generalsiedlungsplan. Dokumente. Saur, München 1994, S. 50 ff. sowie Michael H. Kater: Das „Ahnenerbe“ der SS 1935 – 1945. Ein Beitrag zur Kulturpolitik des Dritten Reiches., 3. Aufl., Oldenbourg, München 2001, ISBN 3-486-56529-X S. 208 (mit Archivquelle i. d. Anm.)