Wolfgang Zeh

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Wolfgang Zeh (* 12. April 1942 in Stuttgart) ist deutscher Verwaltungswissenschaftler und war von 2002 bis 2006 Direktor beim Deutschen Bundestag.

Biographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeh verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Dotternhausen, wo sein Vater im Zementwerk tätig war.[1]1948 zog die Familie nach Stuttgart, wo Zeh sein Abitur ablegte. Von 1963 bis 1967 studierte er Rechtswissenschaften in Tübingen und Kiel. Nach dem ersten Staatsexamen im Jahre 1967 und dem Referendardienst in Baden-Württemberg legte Zeh 1971 die Große juristische Staatsprüfung ab, wurde 1972 an der Universität Tübingen zum Dr. iur. promoviert und habilitierte sich 1982 an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften (DHV) in Speyer, wo er bis heute lehrt.

Er ist über 40 Jahre Mitglied in der SPD. 1971 trat er in die Verwaltung des Deutschen Bundestages in Bonn ein. Hier war er unter anderem als Referent im Sekretariat der Enquete-Kommission „Verfassungsreform“ tätig, als Leiter des Fachbereichs „Parlamentsrecht“, als Leiter der Unterabteilung „Wissenschaftliche Dokumentation“ und „Parlamentsdienste“ und 1998 bis 2002 als Leiter der Abteilung "Parlamentarische Dienste".

Vom 4. November 2002 bis 30. April 2006 war Zeh Direktor beim Deutschen Bundestag. Gegen Ende seiner Amtszeit überraschte Zeh mit einer vom Bundestagspräsidenten Norbert Lammert am 1. Mai 2006 in Kraft gesetzten Reform der Bundestagsverwaltung, die dem politischen Kräftespiel im Bundestag angesichts der Großen Koalition von 2005 Rechnung trug, indem zu den bestehenden drei Abteilungen eine vierte Abteilung mit dem Titel „Information und Dokumentation“ gebildet wurde.

Zeh ist bekanntgeworden durch Publikationen und zahlreiche Fachbeiträge, in denen er sich wissenschaftlich mit dem Parlament auseinandersetzt. 1997 bis 2002 war er Redaktionsmitglied der Zeitschrift für Parlamentsfragen (ZParl). Außerdem war er Prozessbevollmächtigter des Bundestages beim Bundesverfassungsgericht im Verfahren NPD gegen Bundestag, in dem es um die Anfechtung vergangener Bundesversammlungen ging.[2]

Zeh ist geschieden[3] und seit 2004 wieder verheiratet. Er ist der Vater der Schriftstellerin Juli Zeh. Er lebt in Dotternhausen im Zollernalbkreis.[1]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Finanzverfassung und Autonomie der Hochschule, Berlin 1973
  • Parlamentarismus. Historische Wurzeln – Moderne Entfaltung, Heidelberg 1978, 5. Auflage 1991 ISBN 3-8226-2791-7
  • Wille und Wirkung der Gesetze, 1984
  • (Hrsg. mit Hans-Peter Schneider:) Parlamentsrecht und Parlamentspraxis in der Bundesrepublik Deutschland, Berlin/New York 1989. ISBN 3-11-011077-6

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Lokales / Dotternhausen / Er arbeitete hinter den Kulissen des deutschen Parlaments. 11. April 2017 (zak.de [abgerufen am 12. April 2017]).
  2. Weißer Fleck auf der Landkarte des Grundgesetzes in der FAZ vom 11. Februar 2014; zuletzt abgerufen: ebd.
  3. Über Recht und Literatur. Ein Gespräch mit Juli Zeh und Martin Mosebach, geführt von Britta Lange und Hermann Weber, abgedruckt in: Hermann Weber (Hrsg.): Literatur, Recht und Musik. Tagung im Nordkolleg Rendsburg vom 16. bis 18. September 2005, Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2007, S. 183-204 (195), ISBN 978-3-8305-1339-1

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]