Wolfgang Zorn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Wolfgang Zorn (* 3. Oktober 1922 in Augsburg; † 8. Juli 2004 ebenda) war ein deutscher Wirtschaftshistoriker. Zorn zählt zu den wichtigsten Repräsentanten der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte nach dem Zweiten Weltkrieg in der Bundesrepublik Deutschland und gilt als ein Nestor der Regionalgeschichtsforschung.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolfgang Zorn entstammte einer altreichstädtischen Kaufmannsfamilie mit allgäuer und lechschwäbischer Verwandtschaft. Er studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Universität Breslau. In München wurde er 1945 bei Karl Alexander von Müller und Paul Lehmann über die Reichspublizistik des späten 18. Jahrhunderts promoviert. Zorn war seit 1947/49 wissenschaftlicher Assistent an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und gehörte 1949 zu den Gründungsmitgliedern der Schwäbischen Forschungsgemeinschaft mit der er zeitlebens eng verbunden blieb.[1]

Im Jahr 1951 erfolgte ein Studienaufenthalt an der Harvard University. 1955 wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in der Redaktion der Neuen Deutschen Biographie und übernahm die neugeschaffene Schriftleitung der Wirtschaftsbiographien. 1955 hatte Zorn mit dem Kartenwerk „Historischer Atlas von Bayerisch-Schwaben“ ein Grundlagenwerk zur schwäbischen Geschichte herausgegeben. Seit 1956 war er Dozent für neuere Geschichte an der Münchener Hochschule für Politik. Zorn wurde 1958 wissenschaftlicher Assistent bei Friedrich Lütge am Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsgeschichte in München. 1959 erfolgte die Habilitation bei Franz Schnabel über die Handels- und Industriegeschichte Bayerisch-Schwabens vom Ende des Dreißigjährigen Kriegs bis zur Gründung des Bismarckreichs. 1961 hatte er einen Lehrauftrag an der Pädagogischen Hochschule Augsburg. 1962 übernahm er den neugeschaffenen Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität Bonn. Ebenfalls gehörte er seit 1961 bis 1981 der Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an. Seit 1967 lehrte er bis zu seiner Emeritierung 1991 als Professor für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seit 1968 war Zorn Mitglied der Historischen Kommission der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und seit 1977 Mitglied der Kommission für bayerische Landesgeschichte. Einen Ruf auf den Lehrstuhl Alfred Hoffmanns der Universität Wien lehnte Zorn 1976 ab.

Zorn war Herausgeber der Schwäbischen Blätter für Volksbildung und Heimatpflege und von 1968 bis 1996 der Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. Die stadt- und regionalgeschichtliche Arbeit zu Augsburg, Schwaben und Bayern bildete ein Forschungsschwerpunkt. Sein in vier Auflagen erschienenes Buch über Augsburg Die Geschichte einer europäischen Stadt machte Zorn zum führenden Experten für die Geschichte seiner Heimatstadt.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bayerns Geschichte im 20. Jahrhundert. Von der Monarchie zum Bundesland. Beck, München 1986, ISBN 3-406-31098-2.
  • Einführung in die Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Mittelalters und der Neuzeit. Probleme und Methoden. Beck, München 1972, ISBN 3-406-03417-9.
  • Augsburg (= Große Kunstführer. Bd. 31, ZDB-ID 259293-9). Schnell u. Steiner, München München u. a. 1960 (12. Auflage. ebenda 1987, ISBN 3-7954-0531-9).
  • Augsburg. Geschichte einer deutschen Stadt. Rinn, München 1956 (Später als: Augsburg. Geschichte einer europäischen Stadt. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. 4., überarbeitete und ergänzte Auflage. Wißner, Augsburg 2001, ISBN 3-89639-319-7).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pankraz Fried: Vorwort. In: Wolfgang Zorn: Studia Sueviae historica. Augsburg 1997, S. VII.