Zündkraut

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Nr 1 = Zündkraut in Arbeitsposition an einem Schnittmodell einer geladenen Vorderladerwaffe

Zündkraut ist entweder sehr fein gekörntes (Körnung FFFF) oder überhaupt nicht gekörntes Schwarzpulver, das sogenannte Mehlpulver. Es wird bei Vorderladern mit Stein-, Rad- oder Luntenschloss verwendet.

Die Notwendigkeit zur Verwendung des Zündkrauts besteht darin, dass sich das eigentliche Treibladungspulver schlechter durch Funken zünden lässt. Deshalb verwendet man das Zündkraut aufgrund seiner leichten Entzündbarkeit als Zwischenstufe. Beim Steinschloss z. B. schlägt ein durch Federkraft angetriebener Feuerstein oder Schwefelkies gegen eine Stahlfläche, den Feuerstahl. Die so erzeugten Funken zünden das Zündkraut in der darunter befindlichen Pfanne, wonach sich die Zündung durch das in den Lauf gebohrte Zündloch auf die eigentliche Treibladung überträgt. Die Zündung des freiliegenden Zündkrauts und der entweichende Druck durch das Zündloch ist auch der Grund, warum es ratsam ist, beim Schießen einen seitlichen Abstand zur Pfanne einzuhalten.