Zuckerfabrik Rositz

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Zuckerfabrik mit der Thüringer Fiber-Trommel GmbH
Aktie über 1000 RM der Rositzer Zucker-Raffinierie vom 10. März 1939

Die Zuckerfabrik Rositz ist ein ehemaliges Werk zur Herstellung von Zucker aus Zuckerrüben im ostthüringischen Rositz. Der Gebäudekomplex steht unter Denkmalschutz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rositzer Zuckerhut, ca. 1890.

Das Werk wurde 1871 erbaut und ging 1872 in Betrieb und produzierte aus Rüben Rohzucker. Die Fabrik war damals die erste mit einer elektrischen Betriebsbeleuchtung in Deutschland.[1][2] Doch bereits im April 1874 meldete die Aktiengesellschaft Konkurs an. 1882 entstand an die Stelle der alten Rübenzuckerfabrik eine Zuckerraffinerie.[3] Obwohl die Fabrik eigentlich als reine Melasse-Entzuckerungsanstalt gebaut worden war, wurde 1904 die Produktion auf die Verarbeitung von Rohzucker umgestellt. Im Jahre 1956 stellte man auf die Verarbeitung von Rohzucker aus Kuba zu Weißzucker um. 1965 wurde die Produktion eingestellt und Zucker nur noch in Kleinmengen abgepackt.[4] Im gleichen Jahr begann die Produktion von Verpackungen und Packhilfsmitteln.[5] Zu DDR-Zeiten gehörte die Fabrik zum VEB Zuckerkombinat Fortschritt Zeitz.

Aktuelle Situation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Werkkomplex wurde 1995 vorbildlich restauriert und steht unter Denkmalschutz. In der Fabrik werden heute Fenster und Türen von dem Unternehmen PaX hergestellt sowie Verpackungen und Verpackungshilfsmittel des Unternehmens Thüringer Fiber-Trommel. Teile der ehemaligen Fabrikhallen stehen leer, werden jedoch kontinuierlich wiederhergestellt.[2]

Auf dem Gelände befanden sich bis zum 8. Dezember 2011 eine Rangierlok vom Typ LKM V 10 B sowie zwei Waggons aus den 1920er Jahren, die per Schwerlasttransport nach Gera gebracht wurden, dort werden sie von Eisenbahnwelten e.V. restauriert.[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gisela Henniger: Zuckerraffinerie Rositz: Zur Industrie- und Kulturgeschichte in Mitteldeutschland. Thüringisches Landesamt für Denkmalpflege, Verlag Ausbildung + Wissen, 1996, ISBN 3-910166-65-2.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geschichte der Verwaltungsgemeinschaft Rositz, abgerufen am 31. August 2011
  2. a b Abschlussbericht der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ostthüringen (PDF; 1,9 MB), S. 72ff, abgerufen am 31. August 2011
  3. Geschichte der Gemeinde Rositz, abgerufen am 31. August 2011
  4. Die Rositzer Zuckerraffinerie, abgerufen am 31. August 2011
  5. Webseite der TFT, abgerufen am 29. Juni 2012
  6. OTZ vom 9. Dezember 2011, abgerufen am 31. Dezember 2011

Koordinaten: 51° 0′ 51,3″ N, 12° 21′ 7,2″ O