Ähriges Tausendblatt

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Ähriges Tausendblatt
Cleaned-Illustration Myriophyllum spicatum.jpg

Ähriges Tausendblatt (Myriophyllum spicatum)

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie: Tausendblattgewächse (Haloragaceae)
Gattung: Tausendblatt (Myriophyllum)
Art: Ähriges Tausendblatt
Wissenschaftlicher Name
Myriophyllum spicatum
L.

Das Ährige Tausendblatt (Myriophyllum spicatum), auch Ährenblütiges Tausendblatt genannt, ist eine aquatile Pflanze aus der Familie der Tausendblattgewächse (Haloragaceae). Bis auf die Blüten wächst es komplett untergetaucht. Es hat ein großes Verbreitungsgebiet auf der Nordhalbkugel.

Beschreibung[Bearbeiten]

Blütenstand von Myriophyllum spicatum

Das Ährige Tausendblatt ist eine ausdauernde Wasserpflanze und kann etwa 40 bis 200 Zentimeter lang werden.[1] Die Pflanze wurzelt mit einem Rhizom[2] in etwa 1 bis 1,5 m Wassertiefe.[3] Die verzweigten Stängel sind rötlich oder bräunlich[1] und mit wenigen hellgrünen Warzen versehen.[4] Im Spross findet sich zudem ein stark ausgebildetes Durchlüftungsgewebe (Aerenchym). Die feingefiederten Stängelblätter stehen meist zu viert (selten zu fünft oder zu dritt) in Quirlen. Sie sind in 14 bis 40 fadenförmige oder borstige Fiederblättchen geteilt, die mehr oder weniger gegenständig angeordnet sind. Die ährigen Blütenstände, die zur Blütezeit stets über das Wasser herausragen, werden 4 bis 16 cm lang. Die Blüten sind zu viert in Quirlen angeordnet,[1] sie sind rosa oder selten auch weiß gefärbt. Im unteren Bereich des Blütenstands finden sich weibliche, im oberen männliche Blüten,[2] selten gibt es auch zwittrige Blüten.[4] Die oberen Tragblätter der Blütenquirle sind rundlich und ungeteilt, kürzer als die Blüten,[1] die unteren können eingeschnitten bis fiederförmig sein.[2] Die männlichen Blüten bestehen aus einem ganzrandigen Tragblättchen, einem glockenförmigen, vierzipfligen, bis zur Mitte eingeschnittenen Kelch, vier Kronblättern und acht Staubblättern. Das Tragblättchen der weiblichen Blüten ist kammartig geteilt, ihr Kelch ist Röhrenförmig, Kronblätter fehlen meist oder sind sehr klein.[4] Auf einem kurzen Griffel sitzt die fedrige,[2] rosafarbene[1] Narbe. Die vierteilige Frucht wird etwa 2 mm groß.[4]

Vorkommen[Bearbeiten]

Das Ähren-Tausendblatt ist recht häufig in Tauchblattgesellschaften eutropher, auch belasteter, eher kalkhaltiger, stehender Gewässer mit schlickigem Untergrund zu finden. Es wächst nicht nur in Deutschland, sondern ist circumpolar verbreitet und kommt auf der gesamten Nordhalbkugel vor.[3] Bestände gibt es nicht nur in Nordafrika sondern auch in Somalia sowie im asiatischen Raum auf den Philippinen. Sie ist besonders häufig im Süßwasser, tritt aber auch im Brackwasser auf.

In den Alpen steigt das Ährige Tausendblatt bis auf 930 m,[3] in Pakistan ist es von 1000 bis 2500 m Höhe zu finden[2] und in China bis 4200 m, in einigen Quellen in Tibet sogar bis 5200 m Höhe.[4]

Das Ährige Tausendblatt ist eine Charakterart der pflanzensoziologischen Ordnung der Süßwasser-Laichkraut-Gesellschaften (Potamogetonetalia).[3]

Ökologie[Bearbeiten]

Das Ährige Tausendblatt ist eine untergetauchte freischwimmende oder mit einem Rhizom als Schlammwurzler im Boden verankerte Wasserpflanze. Zum Gasaustausch und zum Auftrieb hat sie ein Aerenchym. An ihren Blättern lagern sich oft Kalkteilchen ab. Die Bestäubung der Blüten erfolgt über Wasser. Der Pollen wird meist durch Wind, seltener durch Insekten auf die anderen Pflanzen übertragen, wo es dann zur Befruchtung kommt. Blütezeit ist von Juni bis August.

Die daraus entstehende, in vier kleine Nüsse zerfallenden Spaltfrüchte werden über das Wasser ausgebreitet.[3] Fruchtreife ist im Oktober.

Im Gegensatz zum Quirligen Tausendblatt bildet das Ähren-Tausendblatt keine Winterknospen (Turionen) aus.[1]

Aquaristik[Bearbeiten]

Das Ährige Tausendblatt wird gelegentlich als Zierpflanze in Aquarien gehalten.[1]

Gefährdung und Schutzmaßnahmen[Bearbeiten]

Da für diese Art keinerlei Bestandsbedrohungen bekannt sind, wird sie von der IUCN in der Kategorie Least Concern geführt.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g  Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3364-4, S. 323.
  2. a b c d e  Shahina A. Ghazanfar: Myriophyllum spicatum. In: S. I. Ali, M. Qaiser (Hrsg.): Flora of Pakistan. Haloragidaceae, Missouri Botanical Garden Press, St. Louis, S. 2 (eFloras.org).
  3. a b c d e  Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora. 7 Auflage. Ulmer, Stuttgart 1994, ISBN 3-8252-1828-7, S. 691.
  4. a b c d e  Jiarui Chen, Michele Funston: Myriophyllum spicatum. In: Wu Zhengyi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Bd. 13, Missouri Botanical Garden Press, St. Louis 1994+, S. 430 (eFloras.org).
  5. Myriophyllum spicatum in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2013.2. Eingestellt von: Lansdown, R.V., 2012. Abgerufen am 14. Mai 2014

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ähriges Tausendblatt – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien