École libre des sciences politiques

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die École libre des sciences politiques (deutsch: ‚Freie Schule der Politikwissenschaften‘), auch Sciences Po genannt, war eine Privathochschule, die 1872 von Émile Boutmy gegründet wurde und 1945 in das Institut d’études politiques de Paris sowie die Fondation nationale des sciences politiques aufging.

Ursprünge[Bearbeiten]

Zwischen 1870 und 1872 traten in Frankreich schwere politische Probleme auf: die Niederlage gegen Preußen, der Untergang des Second Empire sowie die Vorkommnisse der Pariser Kommune. Um die Erneuerung der Republik zu unterstützen und die dafür notwendigen Eliten auszubilden, gründete Émile Boutmy mit einer Gruppe von Akademikern und Industriellen im Februar 1872 die École libre des sciences politiques. Im ersten Jahr schrieben sich 89 Studenten ein.

Mehrere pädagogische Innovationen charakterisierten die neue Hochschule:

  • Die frühe Zusammenarbeit zwischen angesehenen Akademikern und Politikern, darunter auch Ministern, Mitgliedern des Conseil d’État, sowie Beamten des höheren Dienstes.
  • Die intensive Kooperation mit ausländischen Universitäten.
  • Der Wichtigkeit des Studiums der aktuellen Gesellschaften.
  • Die obligatorische Leibeserziehung

1879 ließ sich die Hochschule im Hotel Mortemart in der Rue Saint-Guillaume in Paris nieder.

Einfluss[Bearbeiten]

Die Universität trug zur Entstehung der Politikwissenschaften bei und hatte bis zum Zweiten Weltkrieg ein Quasimonopol in der Unterrichtung derselbigen.

Verstaatlichung[Bearbeiten]

Am 9. Oktober 1945 wurde die Hochschule verstaatlicht und in die Université de Paris unter dem Namen Institut d'études politiques de l’Université integriert. Am selben Tag wurde eine nationale Stiftung der Politikwissenschaften gegründet (Fondation nationale des sciences politiques), die die Finanzverwaltung und die Administration des neu gegründeten Instituts übernahm.

Bekannte Studenten[Bearbeiten]

Referenzen und Quellen[Bearbeiten]

Bibliographie[Bearbeiten]

  • Philip Nord: The Jacobin Legacy in Modern France. Essays in Honour of Vincent Wright. Oxford University Press, Oxford 2002.
  • Claude des Portes: L’Atmosphère des Sciences Po. Vorwort von André Siegfried, Paris 1935.
  • Pierre Rain: L’École libre des sciences politiques. und L’École et la guerre : la transformation de son statut. Fondation nationale des sciences politiques, Paris 1963.

Weblinks[Bearbeiten]