Savang Vatthana

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Dieser Artikel beschreibt den laotischen König Savang Vatthana. Für die siamesische (thailändische) Königin gleichen Namens (Gattin von König Rama V. Chulalongkorn) siehe Savang Vadhana
Savang Vatthana

Savang Vatthana, vollständig: Boroma Setha Khatya Sourya Vongsa Phra Maha Sri Savang Vatthana (* 13. November 1907 in Luang Prabang; † wahrscheinlich 1978) war von 1959 bis 1975 der letzte König des Königreichs von Laos.

Er trat 1959 die Nachfolge seines am 30. Oktober 1959 verstorbenen Vaters, König Sisavang Vong von Laos, an und war bis zu seiner gewaltsamen Entmachtung durch die Pathet Lao im Jahr 1975 Staatsoberhaupt von Laos.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Frankreich einigte 1893 die drei laotischen Königreiche Luang Prabang (Königsstadt), Viang Chan (Vientiane) und Champasak zum französischen Protektorat Laos. Damit wurde Laos ein Teil der französischen Kolonie Französisch-Indochina. Die Franzosen setzten König Sisavang Vong (Vater von Savang Vatthana) 1905 in Luang Prabang ein. Der König war den anderen beiden Reichen übergeordnet, die von seinen Neffen Prinz Phetsarath (Vientiane) und Fürst Boun Oum (Champasak) regiert wurden. Abgesehen von einer durch Prinz Souphanouvong erzwungenen Abdankung in den Jahren 1945/1946 regierte König Sisavang Vong bis zu seinem Tode 1959. 1954 verlor Frankreich den Indochinakrieg (1946–1954) und damit sein gesamtes Kolonialreich Indochina. Laos erhielt hierdurch im selben Jahr die vollständige Souveränität. König Sisavang Vong vertrat auch nach 1954 noch weiter das ganze Land Laos, aber Regierungschef war der neutralistische Prinz Suvanna Phūmā in Vientiane. Die folgenden zwanzig Jahre litt Laos unter einem schwelenden Bürgerkrieg. Es standen sich drei feindliche Gruppen gegenüber: Die pro-kommunistische Pathet Lao unter Führung von Prinz Souvannouvong (linker Widerstand), die Neutralisten von Prinz Souvanna Phouma und eine rechtsgerichtete Bewegung des Fürsten Boun Oum von Champasak. Dieser rechte Flügel tendierte zu Thailand und später zu den USA. 1955 wurde die Laotische Volkspartei gegründet, die 1972 in Laotische Revolutionäre Volkspartei (LRVP) umbenannt wurde. Nach dem Ende des Vietnamkrieges übernahmen die kommunistisch geprägten Kräfte der Pathet Lao nach einer unblutigen Revolution die Macht und riefen am 2. Dezember 1975 die Demokratische Volksrepublik Laos aus. Die 622 Jahre alte Monarchie wurde abgeschafft. In den ersten Jahren der kommunistischen Herrschaft mussten Zehntausende Laoten zur Herausbildung des „neuen Menschen“ in Umerziehungslager. Viele mussten 13 Jahre mit Feldarbeit und Politschulungen zubringen, andere kehrten überhaupt nicht mehr zurück.[1]

Die Königsfamilie[Bearbeiten]

Savang Vatthana war der Sohn von König Sisavang Vong und Königin Kham-Oun I. Er war das zweite von fünf Kindern. Am 7. August 1930 heiratete er Königin Khamphoui und sie hatten sechs Kinder: Kronprinz Vong Savang, Prinz Sisavang Savang, Prinz Savang, Prinz Sauryavong Savang, Prinzessin Savivanh Savang und Prinzessin Thala Savang.

Mysteriöses Verschwinden[Bearbeiten]

Savang Vatthana studierte in Paris Staatswissenschaften und nahm schon zu Zeiten der Regentschaft seines Vaters regen Anteil an den Staatsgeschäften. Von 1932 bis 1941 war er in Luang Prabang Generalsekretär des königlichen Hofes. Im Anschluss daran bekleidete er andere hohe Staatsposten, wurde 1946 Chef der königlichen Regierung seines Vaters und war bis 1951 Ministerpräsident.[2]

Bis zu seinem Sturz 1975 wohnte er mit seiner Familie im Königspalast Ho Kham (heute Nationalmuseum) in Luang Prabang. Das ehemalige Empfangszimmer der Königin ist mit Bildern von König Savang Vatthana, der Königin sowie des Kronprinzen Vong Savang ausgeschmückt. Es kann besichtigt werden.

Kronprinz Vong Savang war es auch, der vor dem Nationalkongress der Volksvertreter in der laotischen Hauptstadt Vientiane 1975 die Abdankung von König Savang Vatthana verlas.[3] Die offizielle Version besagt, dass der König seinen Palast dem laotischen Volk schenkte. Es hieß damals: „König Savang Vatthana dankt aus eigenem Willen wegen Veränderung der laotischen Politik ab.“

Anfangs von den neuen Machthabern noch geduldet, verschwand König Savang Vatthana zwei Jahre später mitsamt Königin und Kronprinz Vong Savang in eines der berüchtigten Umerziehungslager im Norden, in denen die LRVP Andersdenkende zu bekehren suchte. Die Familie wurde entweder ermordet oder starb unter den dort herrschenden Bedingungen.[4]

Eine Andeutung über ihr Schicksal kam 1989 vom damaligen laotischen Premierminister und späteren Präsident Kaysone Phomvihane. Auf die Frage, wo genau sich denn der König befinde und was mit ihm geschehen sei, antwortete er gegenüber einem französischen Journalisten: „Wir sind alle sterblich“.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1] Geschichte Laos
  2. Savang Vatthana im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  3. [2] Die Erben des "Roten Prinzen" feiern
  4. [3] Biographie v. Vong Savang (englisch)