Đàn bầu

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Der Maler Mai Thứ 1968 an der Đàn bầu
Musiker des Wasserpuppentheaters in Hanoi mit Đàn bầu

Das Đàn bầu (Hán Nôm: 彈匏), auch đàn độc huyền (彈獨弦), ist eine einsaitige vietnamesische Stabzither (Musikstab). Durch leichtes Andrücken der Saite werden Flageolettöne erzeugt, zugleich kann die Saitenspannung durch Bewegen eines elastischen Stabes verändert werden, wodurch sich ein heller klarer Glissandoklang ergibt.

Die Stahlsaite wird normalerweise mit der rechten Hand mit einem Plektron – ein etwa zündholzgrosses Stück Hartholz, welches von einem Block abgeschnitten wird – angerissen. Der Handballen der gleichen Hand greift die Töne direkt auf der Saite in Flageoletttechnik ab. Die andere Hand bedient den konusförmigen Schweller, mit dem die Tonfrequenz verändert werden kann. Mit Variationen in der Anreisstechnik, mit Dämpfen des Tons durch den Handballen oder zeitverzögertes Loslassen der Saite bei der Flageoletttechnik kann der Klang eines Tones des Đàn bầu stark verändert werden.

Der Korpus des đàn bầu ähnelt dem der Wölbbrettzither đàn tranh. Die gesamte Form des Instruments ist nahezu identisch mit der chinesischen Stabzither duxianqin. Früher wurde anstelle des Holzkorpus ein einfacher Bambusstab verwendet, als Resonanzkörper diente eine halbe Kokosschale, die wie bei einem Musikbogen an einer Stelle des Stabes befestigt war. Ein ähnliches altes Instrument ist das thailändische phin nam tao, bei dem die Öffnung der Resonanzschale zur Klangmodulation an die Brust gedrückt wird.

Das đàn bầu hat einen äußerst schönen, charakteristischen Klang, der sich vor allem durch seine Formantverschiebungen und Obertonvariationen auszeichnet. Die Saite ist im Grundton C gestimmt, in Verbindung mit modernen Instrumenten kann sie auch auf A gestimmt werden.

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