Žemyna
Žemyna oder Žemynėlė (zu lit. žemė; lett. zeme; apr. same, semme f. »Erde«) ist die Erdgöttin in der litauischen Mythologie und die Tochter der Sonnengöttin Saulė und des Mondgottes Mėnulis. Sie gilt als Pflanzenmutter, Blüttenspenderin und Ernährerin. Ihr zu Ehren wird der erste Schluck Bier auf die Erde libiert oder ein Stück Brot unter die erste Furche gepflügt. Daneben erhält sie auch Ferkelopfer. Die Erde wird auch geküsst und mit einem kurzen Gebet begrüsst, wie »Meine liebe Erde, mein Mütterlein! Trage mich, sättige mich!«.
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[Bearbeiten] Žemepatis
Der Žemyna steht der Gott Žemepatis »Erdherr« zu Seite. Er ist ihr Bruder und wacht über den Hof, während seine Schwester über die Felder wacht. Er wird erstmals 1547 bei Martynas Mažvydas genannt, der ihn als Viehgott bezeichnet.
[Bearbeiten] Zemes māte
In der lettischen Mythologie ist Zemes māte »Erdmutter« die chthonische Erdgöttin, der Trankopfer gespendet werden. Sie sorgt für Fruchtbarkeit des Ackers und den Wohlstand der Menschen. In einigen Texten bestimmt sie zusammen mit Laima das Geburtsdatum eines Menschen. Als Herrscherin über die Unterwelt und die Toten kann sie mit der Veļu māte (»Totenmutter«) verschmelzen und nimmt dann düstere Züge an. Beim Tod auf eines Menschen wartet Zemes māte auf dem Friedhof um den Toten in Empfang zu nehmen.
[Bearbeiten] Tacitus
Nach einigen Forschern bezieht sich die Aussage von Tacitus, dass die Ästier eine Göttermutter (deum matrem) verehrten, auf die baltische Erdgöttin. Allerdings ist diese Zeugnis zu vage und zu weit entfernt vom historischen Horizont, als ein direkter Vergleich gestellt werden kann.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Literatur
- Jonas Balys & Haralds Biezais: Baltische Mythologie; in:H.W. Haussig (Hg).: Götter und Mythen im alten Europa; Klett, Stuttgart 1973. ISBN 3-12-909820-8