Actes et documents du Saint-Siège relatifs à la Seconde Guerre mondiale

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von ADSS)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Actes et documents du Saint Siège relatifs à la Seconde Guerre Mondiale (dt. Übers. des Titels: Akten und Dokumente des Heiligen Stuhls in bezug auf den Zweiten Weltkrieg), oft abgekürzt als: ADSS, ist eine elfbändige Veröffentlichung einer Sammlung von historischen Dokumenten des Vatikans, zusammengestellt von den Historikern und Jesuitenpatres Pierre Blet (Frankreich), Angelo Martini (Italien), Burkhart Schneider (Deutschland), und Robert Graham (USA), initiiert 1964 durch Paul VI. und veröffentlicht zwischen 1965 und 1981.

Diese Veröffentlichung ist eine seltene Ausnahme der ungeschriebenen Regel des Vatikans, der zufolge 75 Jahre nach dem Tod eines Pontifex (hier wäre es Pius XII.) vergehen müssen, bis dessen Archive geöffnet werden können. Diese Vorabveröffentlichung geschah als Antwort auf das 1963 veröffentlichte und kontrovers diskutierte Drama Der Stellvertreter von Rolf Hochhuth.

Keines der Dokumente – die meisten von ihnen sind auf Italienisch verfasst – wurde übersetzt. Die Einführungen zu den elf Bänden und die knappen Beschreibungen der Dokumente sind auf Französisch verfasst. Ein Band wurde ins Englische übersetzt.

Fünf Bände befassen sich mit dem Zweiten Weltkrieg in chronologischer Reihenfolge. Vier Bände behandeln die humanitären Aktivitäten des Heiligen Stuhls während des Krieges in chronologischer Reihenfolge. Ein Band enthält die Briefe Pius XII. mit deutschen Bischöfen vor und während des Krieges, unter anderem v. Preysing. Der letzte Band befasst sich mit Dokumenten in bezug auf Polen und die Baltischen Staaten.

Die Dokumentensammlung wird von ihren Herausgebern als repräsentativ beschrieben, von Kritikern allerdings als nicht vollständig bezeichnet. Nennenswerte fehlende Dokumente sind unter anderen der Briefwechsel mit Konrad Preysing, Bischof von Berlin 1943–1944, die Briefe und Unterlagen in bezug auf Bischof Alois Hudal und die meisten Dokumente in bezug auf Osteuropa.

Die vier Jesuitenpatres haben als Herausgeber ebenso weitere Veröffentlichungen bearbeitet, die sich als Ableitungen oder Zusammenfassungen dieser Quellenedition verstehen. Zu nennen ist hier stellvertretend die Veröffentlichung Pierre Blets: Papst Pius XII. und der Zweite Weltkrieg. Aus den Akten des Vatikans.

Literatur[Bearbeiten]

  • Pierre Blet: Papst Pius XII. und der Zweite Weltkrieg. Aus den Akten des Vatikans. Aus dem Französischen von Birgit Martens-Schöne, Schöningh, Paderborn 2000, ISBN 3-506-71903-3

Weblinks[Bearbeiten]