AWG (Armaturen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Max Widenmann KG
AWG-Logo
Rechtsform Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Gründung 1926
Sitz Giengen
Mitarbeiter 250 (2006)[1]
Umsatz 33 Mio. Euro (2006)[1]
Branche Armaturenhersteller
Website www.awg-fittings.com
Verteiler von AWG

Die AWG Fittings GmbH (ehemals Max Widenmann KG) mit Sitz in Giengen in Baden-Württemberg ist ein Hersteller von Feuerwehrarmaturen und auf diesem Gebiet Marktführer in Europa.[2][3] Das Familienunternehmen wurde 1926 gegründet und vertreibt seine Produkte unter dem Namen AWG. Mit 250 Mitarbeitern wurde im Jahr 2006 ein Umsatz von 33 Mio. Euro erzielt.[1]

Neben dem Entwicklungs- und Produktionsstandort Giengen besteht ein weiteres Werk in Ballendorf.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Das Unternehmen wurde 1926 als Armaturenfabrik Hornung & Widenmann vom Schlossermeister Johannes Hornung und dem Messinggießermeister Wilhelm Widenmann in Giengen gegründet. Wilhelm Widenmann hatte zuvor in der Metallgießerei seines Vaters gearbeitet, die noch heute in Heidenheim besteht. Der ebenfalls in Giengen ansässige Feuerlöschgerätehersteller Ziegler war der erste große Abnehmer der von Hornung & Widenmann produzierten Feuerlöscharmaturen.

1939 übernahm Wilhelms Bruder Max Widenmann den Betrieb, der ihn in Armaturenfabrik Max Widenmann unbenannte und das Firmenzeichen AWG (Armaturen Widenmann Giengen) schuf.

Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges brachte eine große Nachfrage nach Feuerlöscharmaturen mit sich. Dabei wurden aufgrund der Rohstoffknappheit erstmals auch Armaturen aus Leichtmetall anstelle von Messing gegossen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse halfen AWG nach Kriegsende bei der Entwicklung neuer Armaturen. Damit und durch eigene Forschungsarbeit auf dem Gebiet der Strömungswiderstände wurde das Unternehmen zum Marktführer in Europa. Durch die Mitwirkung im Normenausschuss beeinflusste AWG die Normung von Feuerlöscharmaturen maßgeblich. Heute umfasst das Produktspektrum von AWG Kupplungen in allen internationalen Normen sowie Armaturen und Geräte für die Wasserversorgung beim Löschen sowie diverse Löschgeräte, Pumpen, Schaum-Zumisch-Systeme und weitere Produkte der Löschtechnik und des vorbeugenden Brandschutzes.

Mit seinem Tochterunternehmen Albach GmbH & Co. KG in Frankfurt-Höchst und der Marke ALCO ist das Unternehmen auch im Bereich von Wasserwerfern für mobile und stationäre Anwendungen tätig.

Die AWG-Gruppe produziert an mehreren deutschen Standorten und unterhält eine Vertriebsgesellschaft in den USA.

Im Jahr 2010 wurde das Unternehmen von der inhabergeführten Investmentgesellschaft PARAGON Partners und Stefan Geisperger übernommen und firmiert seitdem unter AWG-Fittings GmbH.[4]

Im August 2011 übernahm AWG die Geschäftstätigkeit der Firma Lancier Hydraulik GmbH und erweiterte damit ihr Produktprogramm um Produkte im Bereich der Technischen Hilfeleistung. Dazu zählen diverse hydraulische Rettungsgeräte.

AWG hat heute Kunden in mehr als 60 Ländern, der Exportanteil liegt bei über 50 Prozent.

AWG bildet Lehrlinge aus und hatte im Jahr 2011 25 Auszubildende.

[Bearbeiten] Schließungspläne

AWG Protestaktion Giengen 03.02.2012.jpg

Am 18. Januar 2012 wurden die Mitarbeiter des Giengener AWG Stammwerks in einer Betriebsversammlung darüber informiert, dass es geplant sei, die Standorte in Giengen mit 200 Beschäftigten, sowie in Frankfurt-Höchst mit 30 Beschäftigten zum Jahresende zu schließen. [5]

Am 3. Februar 2012 demonstrierten daher 200 Mitarbeiter der AWG Fittings Betriebe aus Giengen und Ballendorf, der Tochtergesellschaft ALCO (Albach GmbH & Co. KG) in Frankfurt-Höchst, sowie ca. 200 Bürger der Stadt Giengen für den Erhalt der Arbeitsplätze.[6] Der neue Eigentümer, der Private Equity Investor PARAGON-Partners aus München hatte am 18. Januar 2012 bekanntgegeben, dass die Standorte Giengen und Frankfurt trotz positiver Ergebnisse zum Jahresende 2012 komplett geschlossen werden sollen.[7]

[Bearbeiten] Produkte

Die Max Widenmann KG produziert ein vollständiges Sortiment an Feuerwehrarmaturen, sowohl in den verschiedenen in Deutschland gebräuchlichen Ausführungen als auch in der Norm mehrerer anderer Länder.

[Bearbeiten] Tochtergesellschaften

In den USA ist AWG mit der Vertriebsgesellschaft AWG Fittings LLC mit Sitz in Walpole bei Boston vertreten.

Ein fast identisches Lieferprogramm zur Firma AWG bietet deren Tochterunternehmen ZR Armaturen GmbH in Maintal.

Die Tochtergesellschaft Albach GmbH & Co. KG in Frankfurt am Main produziert Löschkanonen unter dem Namen Alco.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b c Pressemitteilung vom 16. Juni 2007
  2. Weltweit modernstes Werk für Feuerlöschkupplungen. In: Wirtschaft regional. Jg. 2006, Nr. 8, August 2006, S. 11.
  3. Bald Expansion auch am Stammsitz Giengen? In: Heidenheimer Zeitung. 16. Juni 2007.
  4. Presseerklärung Max Widenmann KG - Eigentümerwechsel bei der AWG. Max Widenmann KG, 16. November 2010, abgerufen am 26. Januar 2012 (PDF, deutsch).
  5. Marc Hosinner: AWG will kompletten Standort in Giengen schließen. In: Südwest Presse online. 18. Januar 2012, abgerufen am 25. Januar 2012 (deutsch).
  6. Regional Fernsehen: Protest gegen AWG Schließung. In: Regio TV Schwaben online. 3. Februar 2012, abgerufen am 5. Februar 2012 (deutsch).
  7. Dieter Reichl: Widerstand gegen Standortschließung und Arbeitsplatzverlust in Giengen. In: Südwest Presse online. 3. Februar 2012, abgerufen am 5. Februar 2012 (deutsch).
Meine Werkzeuge
Namensräume

Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge