Abrahams Schoß

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Abrahams Schoß. Portalrelief von St. Ulrich (Ainau)

Die umgangssprachliche Redewendung Abrahams Schoßso sicher wie in Abrahams Schoß – hat ihren Ursprung in der biblischen Beispielerzählung vom armen Lazarus, der nach einem Leben in bitterer Armut im Himmel in Abrahams Schoß liegt (Lk 16,19-31), während der egoistische Reiche in der Hölle landet.

Herkunft und Bedeutung[Bearbeiten]

Dahinter steht die jüdische Vorstellung, der Schoß sei ein Ort der Seligkeit (Reich Gottes), und der Mahlgemeinschaft mit Abraham, wobei man auf dem Ehrenplatz rechts neben Abraham zu sitzen kommt.[1][2][3][4][5]

Verbreitet ist auch die Vorstellung des „Schoß Abrahams“ als Ort des Wartens, bevor der Messias den Verstorbenen die Pforte zum Himmel öffnet. Entgegen dem Fegefeuer ist dieses Warten jedoch friedvoll.[6][7]

In der Kunst sind damit bildliche Darstellungen gemeint, die an die Wurzel Jesse (Jessebaum) erinnern.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. F. Preisigke, Sammelbuch Griechischer Urkunden aus Aegypten 2034:11
  2. Lightfoot, Horae Hebraicae et Talmudicae 1671
  3. Ginzberg, L., Die Sagen der Juden 1909
  4. 4. Makk. 13.7, J.H. Charlesworth, The OT Pseudepigrapha, Doubleday 1983
  5. Apokalypse des Zephanja 9.2; 11,1-2 J.H. Charlesworth, The OT Pseudepigrapha, Doubleday 1983
  6. Irmgard Wilhelm-Schaffer: Gottes Beamter und Spielmann des Teufels: Der Tod in Spätmittelalter und Früher Neuzeit. Böhlau, 1999, ISBN 978-3-412-15498-1, S. 70.
  7. Gerhard Krause, Gerhard Müller: Theologische Realenzyklopädie Teile 1-2. Walter de Gruyter, 1993, ISBN 978-3-11-013898-6, S. 380.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Abrahams Schoß – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien