Acryl

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Strukturformel der Acrylgruppe

Acryl (selten: Akryl) ist eine Sammelbezeichnung von chemischen Substanzen, die sich durch die Acrylgruppe (CH2=CH–COR) auszeichnen (wie z. B. die Acrylsäure oder Acrylsäureester) beziehungsweise Polymere dieser Stoffe. Der Begriff wurde von lateinisch acer „scharf“ oder griechisch ἄκρος ákros „höchst; Spitzen-“ wegen des scharfen Geruchs der Acrylsäure abgeleitet.

Polymere der Acrylsäureester, allgemein als Polyacrylate bezeichnet, finden Anwendung u. a. als Bindemittel für Farben und Lacke, Spritzgussformmassen, Klebstoffe sowie als Werkstoff im Dentalbereich.

Aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften (schnell trocknend und farbecht) werden Dispersionen von Acrylpolymeren mit Farbstoffen und Wasser als Acrylfarben verwendet.

Ungesättigte Acrylate sind Hauptkomponenten in strahlenhärtenden Farben, Lacken und Klebstoffen (Strahlenhärtung). Die chemische Vernetzung, Polymerisation, verläuft über die Acrylsäuregruppe. Diese Art von Farben wird hauptsächlich im industriellen Bereich eingesetzt.

Acrylfarben für den Heimwerkerbedarf enthalten gesättigte Polyacrylate, die entweder in organischen Lösemitteln gelöst sind oder – umweltfreundlicher – als Dispersion in Wasser vorliegen.

Verwendung als Werkstoff im Baubereich[Bearbeiten]

Acryl wird unter anderem in Form von Acrylfugenmasse verwendet, die zum Füllen und Abdichten von Dehnungsfugen oder Spannungsrissen dient (Fugendichtung). Im Gegensatz zu Silikon ist Acryl geruchsneutral und kann später überstrichen werden. Zudem ist ein Aufbau in mehreren Schichten möglich. Jedoch besitzt Acryl eine geringere Haftung und Elastizität als Silikon und ist nur bedingt wasserabweisend, so dass sich in Nassbereichen eine Verfugung mit Silikon empfiehlt.

Siehe auch[Bearbeiten]