Ad fontes

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Dieser Artikel behandelt die lateinische Phrase Ad fontes, für das Lernprogramm Ad fontes siehe Ad fontes (Lernprogramm).

Ad fontes (lat.) bedeutet „Zu den Quellen“ und war ein Motto der Humanisten in der Frühen Neuzeit, die damit eine Rückbesinnung auf die Originaltexte, vor allem der griechischen Philosophen, forderten. Bedeutsam wurde dieser Leitsatz vor allem 1511 durch Erasmus von Rotterdam in seiner programmatischen Schrift De ratione studii ac legendi interpretandique auctores[1] in der es heißt: „Sed in primis ad fontes ipsos properandum, id est graecos et antiquos.“ – „Vor allem muss man zu den Quellen selbst eilen, das heißt zu den Griechen und den Alten überhaupt.“

Auch Philipp Melanchthon forderte 1518 in seiner Antrittsrede an der Wittenberger Universität (De corrigendis adolescentiae studiis – „Über die Neugestaltung des Universitätsstudiums“[2]) von den Studierenden: „Lernt Griechisch zum Lateinischen, damit ihr, wenn ihr die Philosophen, die Theologen, die Geschichtsschreiber, die Redner, die Dichter lest, bis zur Sache selbst vordringt, nicht ihre Schatten umarmt …“

Luther war von dieser Rede beeindruckt und hielt sich bei seiner Bibelübersetzung ebenfalls an diesen Grundsatz, indem er sie auf hebräische und griechische Texte stützte.

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Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Erasmus von Rotterdam: De ratione studii ac legendi interpretandique auctores, Paris 1511, in: Desiderii Erasmi Roterodami Opera omnia, Hrsg. v. J. H. Waszink u. a., Amsterdam 1971, Vol. I 2, 79-151.
  2. CORPUS REFORMATORUM (CR). MELANCHTHON OPERA. Edidit Carolus Bretschneider, Halle 1834 ff., Band XI, S. 22.