Affaire des Placards
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Die Affaire des Placards (Plakataffäre) von 1534 war ein Vorfall, bei dem antikatholische Plakate in Paris und vier größeren Städten Frankreichs einen Skandal auslösten.
In der Nacht auf Sonntag 18. Oktober 1534 tauchten in Paris, Blois, Rouen, Tours und Orléans Plakate auf, die als ein direkter Angriff auf das katholische Konzept der Eucharistie aufgefasst wurden. Einer der Anschläge wurde auch im Inneren des königlichen Schlosses von Amboise gefunden; dies sah König Franz I. nicht nur als persönliche Beleidigung, sondern auch als Anschlag auf seine eigene Sicherheit an. Damit endete die einigermaßen versöhnliche Religionspolitik des Königs, der versucht hatte, die (damals noch nicht calvinistischen) Protestanten vor den Maßnahmen des Parlements von Paris zu schützen.
Die Plakate trugen – frei übersetzt – den Titel „Artikel über die schrecklichen, großen und unerträglichen Missbräuche der papistischen Messe, die in direktem Gegensatz stehen zum Heiligen Abendmahl unseres Herrn, des alleinigen Mittlers und Retters Jesus Christus“. Als Autoren werden der Anführer der französischen Protestanten, Guillaume Farel, oder aber – wohl wahrscheinlicher – Antoine de Marcourt, ein Pastor aus Neuchâtel (?), genannt.
Eine Woche nach den Plakatanschlägen wurden in den katholischen Gemeinden von Paris Sühneprozessionen durchgeführt, gleichzeitig wurde eine hohe Belohnung für Hinweise auf die Verantwortlichen ausgesetzt. Die ersten Urteile wurden zwei Wochen später ausgesprochen, die erste Hinrichtung auf dem Scheiterhaufen erfolgte bereits am 13. November.
Die unverhüllte Polemik des Plakatautors war (auch) eine Enttäuschung für reformwillige Katholiken in Frankreich und schürte die konfessionellen Gegensätze beider Seiten; der König bestätigte unverzüglich seinen unverbrüchlichen Glauben an die katholische Kirche; die allgemeine Entrüstung führte – teils indirekt – zur Flucht verschiedener prominenter Protestantenführer aus Frankreich, darunter Johannes Calvin und Clément Marot.

