Scheiterhaufen

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Dieser Artikel erläutert die Todesstrafe der Verbrennung am Scheiterhaufen; zu der gleichnamigen Mehlspeise siehe Scheiterhaufen (Mehlspeise).
Verbrennung Salzburger Täufer im Jahr 1528

Der Scheiterhaufen (Scheiter: alte Pluralform von Scheit, althochdeutsch scît: Holzstück) ist ein aufgeschichteter Haufen Scheithölzer zur Verbrennung eines Toten oder zur Hinrichtung eines Verurteilten durch den Feuertod.

Inhaltsverzeichnis

Der Scheiterhaufen als Methode der Hinrichtung [Bearbeiten]

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Verbrennung des Ritters von Hohenberg mit seinem Knecht wegen Sodomie; Grosse Burgunderchronik

Diese Hinrichtungsart war im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit vor allem für durch die Inquisition zum Tode verurteilte Ketzer oder während der europäischen Hexenverfolgungen für verurteilte „Hexen“ vorgesehen. 1224 führte Kaiser Friedrich II. in der Lombardei den Feuertod auf dem Scheiterhaufen als Strafe für Ketzerei ein.

Die „Peinliche Halsgerichtsordnung“ Kaiser Karls V., (Constitutio Criminalis Carolina) von 1532 sah Verbrennung als Strafe für Zauberei (§ 109), Falschmünzerei (§ 111), „Unkeuschheit wider die Natur“ (§ 116), Brandstiftung (§ 125) und Diebstahl einer Monstranz mit geweihter Hostie (§ 172) vor.

Neben der Methode, den Verurteilten bei lebendigem Leibe am Brandpfahl gekettet oder gebunden zu verbrennen, gab es auch die Möglichkeit, diesen zuvor auf dem Scheiterhaufen zu erwürgen. Dies wurde als Gnadenakt angesehen. Weitere als gnädig angesehene Varianten bestanden in der Verwendung von frischem, noch feuchtem Holz, so dass der Verurteilte am Rauch erstickte, bevor sein Körper verbrannte, oder man band ihm ein Säckchen mit Schwarzpulver um den Hals, das explodierte, sobald es von den Flammen erreicht wurde.

Am 24. April 1751 wurde Anna Schnidenwind in Endingen am Kaiserstuhl bei vermutlich einer der letzten Hinrichtungen einer angeblichen Hexe in Deutschland erdrosselt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Das letzte Todesurteil durch Verbrennen in Deutschland soll am 28. Mai 1813[1] auf der Berliner Jungfernheide vollstreckt worden sein, als Johann Peter Horst und Friederike Luise Delitz als Mitglieder einer Mordbrennerbande hingerichtet wurden.

Bekannte Personen, die auf dem Scheiterhaufen starben [Bearbeiten]

Der Scheiterhaufen als Bestattungsritual [Bearbeiten]

Die Leichenbestattung auf Scheiterhaufen war weit verbreitet, auch in Amerika. In Europa und Asien ist sie seit der Jungsteinzeit meist parallel zur Erdbestattung nachweisbar. Da die Christen ebenso wie die Juden die Totenverbrennung als unvereinbar mit dem Glauben an die Auferstehung des Fleisches betrachteten, geriet die Methode in christianisierten Gebieten außer Gebrauch. In Nordasien kommt die Leichenverbrennung noch gelegentlich vor, vor allem die Burjaten verbrennen die Leichen von Schamanen in bester Kleidung zusammen mit Messer und Proviant auf Scheiterhaufen.[2] Im hinduistischen Indien sind Scheiterhaufen bis heute die traditionelle Form der Kremation. Bis ins 19. Jahrhundert wurden dort gelegentlich in einer Witwenverbrennung (Sati) auch Witwen zusammen mit dem Leichnam ihres Mannes verbrannt.

Siehe auch [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Stake – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Scheiterhaufen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Brigitte Beier: Die Chronik der Deutschen. Gütersloh und München 2007, S. 198.
  2. Uno Harva: Die religiösen Vorstellungen der altaischen Völker. FF Communications N:o 125. Suomalainen Tiedeakatemia, Helsinki 1938, S. 296