Agarose-Gelelektrophorese

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Schematische Darstellung der Elektrophorese, Laufrichtung ist nach unten

Die Agarose-Gelelektrophorese ist eine biochemische und molekularbiologische Methode, in der Nukleinsäure-Stränge (RNA oder DNA) durch eine Gelelektrophorese nach ihrer Größe getrennt werden und um ihre Größe und Masse durch Vergleich mit DNA-Strängen bekannter Größe zu bestimmen.

Prinzip[Bearbeiten]

Agarosegelektrophorese nach etwa einem Fünftel der Dauer, die Laufrichtung ist nach oben links

Lange Fäden aus Agarosepolymeren werden durch kurzes Aufkochen in einem Elektrophoresepuffer gelöst, z. B. in TRIS-Essigsäure-EDTA-Puffer (TAE-Puffer), in TRIS-Borsäure-EDTA-Puffer (TBE-Puffer) oder in Lithiumborat-Puffer. Durch Abkühlen bildet sich ein Gel der Agarose, deren Moleküle über Wasserstoffbrücken quervernetzt sind. Die Gelkonzentration liegt dabei meist zwischen 0,5 und 3 % (m/V). Je höher die Agarose konzentriert ist, desto kleiner sind die Poren, die sich in dem Gel befinden.

Die Proben werden vor einer Elektrophorese mit Probenpuffer versetzt, der zur Markierung der Laufmittelfront mit anionischen Farbstoffen versetzt wurde. Die Gelelektrophorese funktioniert wie ein Sieb für Moleküle. Bei Anlegen eines elektrischen Feldes, das einen Ionenstrom der benutzten Elektrolyte bewirkt, ziehen die negativ geladenen Nukleinsäure-Moleküle in Richtung des Pluspols durch die Gelmaschen, wobei die kleineren Moleküle weniger zurückgehalten werden, sich daher schneller durch das Gel bewegen, wodurch eine Auftrennung der Stränge nach ihrer Größe ermöglicht wird.

Das Gel enthält entweder einen DNA-bindenden Farbstoff bereits bei der Herstellung, meistens Ethidiumbromid, oder das Gel wird nach der Elektrophorese mit einem DNA-bindenden Farbstoff gefärbt. Dadurch entsteht ein charakteristisches Bandenmuster der Bereiche im Gel mit Nukleinsäuren unterschiedlicher Länge, das zur anschließenden fotografischen Dokumentation der Banden der getrennten DNA-Moleküle verwendet wird. Bei Fluoreszenzfarbstoffen wie Ethidiumbromid ist oftmals eine Beleuchtung des Agarosegels mit UV-Licht und ein UV-Filter an der Fotokamera erforderlich. Die Nukleinsäuren von einzelnen Banden können im Zuge einer Gelextraktion isoliert werden.

Für kürzere DNA-Sequenzen (unter 500bp) werden meist höherprozentige Agarosegele oder Polyacrylamidgele verwendet. Varianten der Agarose-Gelelektrophorese sind z. B. der Electrophoretic Mobility Shift Assay und die Pulsed-Field-Gelelektrophorese.

Molmassenbestimmung[Bearbeiten]

Die Anzahl an Basen oder Basenpaaren ist proportional zur Kettenlänge und näherungsweise proportional zur jeweiligen Molmasse. Durch Vergleich mit einer DNA-Leiter kann die Länge einer DNA oder RNA bestimmt werden.

Literatur[Bearbeiten]