Albert I. (Görz)

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Albert I., Graf von Görz und Tirol (* um 1240; † vor dem 7. September 1304), aus dem Geschlecht der Meinhardiner wurde als zweiter Sohn des Meinhard I. von Görz-Tirol, Herzog von Kärnten und der Adelheid, Tochter Alberts III., des letzten Grafen aus dem ersten Grafenhaus Tirols, geboren.

Wappen der Albertiner Linie, Grafen von Görz, im Ingeram-Codex, 1459

Wirken als Görzerischer Landesfürst[Bearbeiten]

Albert I. befand sich beim Tod seines Vaters in der Haft des Erzbischofs von Salzburg, dem er mit seinem älteren Bruder Meinhard II. zu Anfang des Jahres 1253 als Geisel übergeben worden war zur Verbürgung für die Erfüllung der Friedensbedingungen, welche sein mütterlicher Großvater, als er in die Gefangenschaft des genannten Erzbischofs geraten war, hatte eingehen müssen.

Erst im Jahre 1262 gab ihn der salzburgische Ministerial Gebhard von Velwen gegen 800 Mark Silber eigenmächtig frei. Er teilte sich nun mit seinem Bruder so in die Verwaltung ihrer Gebiete, dass er die görzischen Lande, sein Bruder Meinhard II. aber die neuerworbene Grafschaft Tirol übernahm. Im Jahre 1271 fand dann auf dieser Grundlage eine förmliche Länderteilung statt, nach welcher Albert II. die Besitzungen seines Hauses im Görzischen, in Friaul, Istrien, Krain und Kärnten sowie im Pustertal östlich von der Mühlbacher Klause erhielt. Wie sein Bruder nach Vergrößerung seiner Gebiete strebend, geriet er namentlich mit dem Patriarchen von Aquileja in Streit, ohne aber wesentliche Erfolge zu erzielen, besonders weil sich Ottokar II. Přemysl des Patriarchen annahm. In späteren Jahren stand er indessen wiederholt auf Seite des Patriarchen im Kampfe gegen das immer weiter um sich greifende Venedig. Beim Ausbruch des Krieges zwischen Ottokar von Böhmen und Rudolf I. von Habsburg schloss er sich, wie sein Bruder, dem letzteren an und machte zur Unterstützung desselben einen Angriff auf Krain und die Windische Mark.

Albert I. war zweimal verheiratet; das erste Mal (um 1266) mit Euphemia, Tochter des Herzogs Konrad II. von Schlesien-Glogau, das zweite Mal (um 1275) mit Euphemia, Tochter des Grafen Hermann II. von Ortenburg; erstere gebar ihm einen Sohn Heinrich III., letztere einen Sohn Albert II. und eine Tochter Clara.

Literatur[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Meinhard I. Graf von Görz
1271 (1258)–1304
Heinrich III.