Rudolf I. (HRR)

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Rudolf von Habsburg (* 1. Mai 1218 auf Burg Limburg bei Sasbach am Kaiserstuhl; † 15. Juli 1291 in Speyer) war als Rudolf IV. Graf von Habsburg, Kyburg und Löwenstein sowie Landgraf im Thurgau. Als Rudolf I. war er ab 1273 der erste römisch-deutsche König aus dem Geschlecht der Habsburger, von 1276 bis 1286 zudem Herzog von Kärnten und Krain sowie von 1278 bis 1282 Herzog von Österreich und der Steiermark.

Rudolf war der erste der – allerdings nur von Bernd Schneidmüller so genannten – „Grafenkönige“. Seine Leistungen wurden bereits von seinen Zeitgenossen anerkannt. Er beendete das Interregnum, besiegte den böhmischen König Ottokar II. und setzte den Landfrieden sowie die Hofrechtsprechung in Teilen des Reiches wieder durch. Im Rahmen seiner Möglichkeiten stärkte er das Königtum trotz der herausragenden Stellung der Kurfürsten und legte durch den Gewinn des Königtitels sowie den territorialen Zugewinn durch die Eroberung Österreichs die Grundlage für den weiteren Aufstieg seiner Familie. Er gilt außerdem als eine der populärsten Herrscherfiguren des deutschen Mittelalters.

Rudolf von Habsburg, Grabplatte um 1285 im Dom zu Speyer

Leben[Bearbeiten]

Familie[Bearbeiten]

Rudolf entstammte dem Grafengeschlecht der Habsburger, dessen unzusammenhängender Besitz sich heute im Gebiet des Elsass und der Nordostschweiz befindet. Die Habsburger verfolgten eine Politik der Anlehnung an das Königshaus der Staufer. Rudolf war der Sohn Albrechts IV. von Habsburg und dessen Gemahlin Hedwig von Kyburg (auch Kiburg) († nach 1263). 1232 und 1238/39 kam es zwischen seinem Vater und dessen Bruder Rudolf III. zu einer Teilung des Familienbesitzes. Albrecht erhielt jedoch den größeren Teil des Besitzes in Form der Ländereien im Aargau und Frickgau, die Vogtei über das Kloster Muri, das Umland der Habsburg (Eigenamt) und den Großteil der elsässischen Ländereien. Rudolf III. begründete dadurch die Linie Habsburg-Laufenburg. Von den Besitzungen im Zürichgau erhielt Albrecht den nördlichen Teil. Im Jahr 1239 übergab Albrecht seine Herrschaft an seine Söhne Rudolf IV. und den wohl noch minderjährigen Hartmann und begab sich auf einen Kreuzzug nach Palästina.

Die Zeit als Graf von Habsburg (ca. 1240–1273)[Bearbeiten]

Im Jahr 1240 erfuhr die Familie vom Tod Albrechts IV. und Rudolf trat, als vierter Graf von Habsburg, das Erbe an. Zu Beginn der 1240er Jahre trat Rudolf vermutlich in Beziehung zu König Konrad IV., um seine Ländereien als Lehen zu empfangen. 1241 hielt sich Rudolf am Hof Kaiser Friedrichs II. in Faenza auf. Im Jahr 1243 begann Rudolf eine Fehde mit Hugo III. von Tiefenstein/Teufen um Vogteirechte von Besitzungen der Klöster Stein am Rhein und Sankt Blasien, an deren Ende Hugo wohl im Auftrag Rudolfs ermordet wurde. Rudolf konnte bei seinem Vorgehen auf das Wohlwollen der Staufer hoffen. Diese benötigten nach der Absetzung Friedrichs II. durch Papst Innozenz IV. 1245 Rudolf als mächtigen Gefolgsmann im süddeutschen Raum, zumal sich Rudolfs Bruder Albrecht, Domherr in Basel, und Rudolf III. (sein Onkel aus der Laufenburger Linie) sich dem päpstlichen Lager anschlossen. Rudolf wurde aufgrund seiner Parteinahme für die Staufer mit dem Kirchenbann belegt. 1252 scheint Rudolf Konrad IV. für einige Zeit nach Italien begleitet zu haben. Etwa zwei Jahre später geriet Rudolf mit den Bischöfen von Basel und Straßburg in militärische Auseinandersetzungen um die Städte Breisach und Rheinfelden, wofür er von Konrad mit der Vogtei über Sankt Blasien und Freie im Schwarzwaldgebiet ausgestattet wurde. Zur selben Zeit heiratete er Gertrud von Hohenberg, seit 1273 Anna genannt. Nach dem Tode König Konrads IV. und dem Machtverlust der Staufer wurde Rudolf wahrscheinlich vom Kirchenbann gelöst.[1]

1261 unterstützte Rudolf Walter von Geroldseck, den Bischof von Straßburg, in seinem Zwist mit den Bürgern der Stadt Straßburg. Nach Abschluss eines Waffenstillstandes zwischen den kriegführenden Parteien wechselte er auf die Seite der Stadtbürger. Gemeinsam mit seinem Vetter Gottfried eroberte er die von Walter besetzten Reichsstädte Colmar, Kaisersberg und Mülhausen, deren Besitz für Rudolf im folgenden Jahr im Vorfrieden von St. Arbogast gesichert wurde.[2]

Um 1262 errichtete Rudolf bei Schlettstadt die Burg Ortenberg als Residenz. Später, aber wohl noch vor der Königswahl, wählte er zur Sicherheit seiner Familie die ehemalige Zähringerburg Stein auf einer Rheininsel vor Rheinfelden aufgrund ihrer strategischen Lage, geschützt insbesondere durch eine Untiefe, das St. Anna-Loch, zum Wohnsitz seiner Familie. Dort verwahrte man zeitweise auch die Reichsinsignien. Der Sohn Karl kam 1276 dort zur Welt, starb jedoch noch im selben Jahr, die Familie zog nach Wien.

Im Jahr 1264 weitete sich der seit 1259 schwelende Zwist Rudolfs mit dem Grafen Peter II. von Savoyen um das Erbe Hartmanns des Älteren von Kyburg aus. Hartmann der Ältere entstammte Rudolfs Familie mütterlicherseits und war mit der Schwester Peters, Margarethe, verheiratet. Die Grafen von Savoyen veranlassten Hartmann Teile seiner Güter an seine Frau zu übergeben. Rudolf stützte die Ansprüche des Bruders Hartmanns des Älteren, Hartmanns des Jüngeren auf dessen Erbe. Dieser verstarb 1263 ohne männliche Erben. Nach dem Tod Hartmanns des Älteren 1264 besetzte Rudolf Hartmanns Güter (Thurgau, Zürichgau, Kloster St. Gallen) sowie die Güter von dessen Frau. Peter von Savoyen verklagte ihn aus diesem Grund bei der Kirche. Papst Klemens IV. drohte Rudolf daraufhin mit dem Kirchenbann, falls er die Ländereien Margarethes nicht zurückgeben sollte. Im Jahr 1265 fiel Rudolf im Gebiet Peters ein und errang zunächst einige Erfolge, allerdings konnte keine der Parteien einen entscheidenden Sieg erringen. Im September 1267 wurde Rudolf im Besitz des kyburgischen Erbes bestätigt. Er erhielt außerdem die Vormundschaft über die Witwe und Tochter Hartmanns des Jüngeren, dessen Erbe somit faktisch unter seine Herrschaft kam.[3]

Mit der Inbesitznahme des Kyburger Erbes stieg Rudolf zum mächtigsten Fürsten im Gebiet der heutigen Nordschweiz auf. In den Jahren 1266/67 errang er entscheidende Siege über die Regensberger und Toggenburger Adelsgeschlechter. Im Herbst 1267 zog Rudolf nach Verona zum Heerlager des Staufers Konradin, nahm jedoch nicht am Feldzug zur Eroberung des Königreichs Sizilien teil.

Im folgenden Jahr begannen langwierige Auseinandersetzungen Rudolfs mit dem Bischof Heinrich III. von Basel, in denen es hauptsächlich um die Herrschaft über die Städte Rheinfelden und Breisach ging. Ab 1271 wurde Rudolf von den Grafen von Freiburg, Fürstenberg und Grafen von Sulz sowie den Grafen von Lupfen unterstützt, während sich der Straßburger Bischof und der Graf von Pfirt Heinrich anschlossen. Auch die Basler Ritterschaft enzweite sich: Der Adelsbund der „Psitticher“ kämpfte auf der Seite des Bischofs, die „Sterner“ hielten zu Rudolf. Rudolf konnte in den Jahren 1271 bis 1273 seine Herrschaft über das Kloster St. Gallen erweitern. Um eine Entscheidung zu erzwingen, belagerte er 1273 die Stadt Basel, unter deren Bürgerschaft er Anhänger besaß. Am 20. September wurde Rudolf von Burggraf Friedrich III. von Nürnberg von seiner bevorstehenden Wahl zum römisch-deutschen König unterrichtet. Daraufhin beendete Rudolf die Kampfhandlungen und schloss einen Waffenstillstand mit Heinrich III.

Die Königswahl von 1273[Bearbeiten]

Nach dem Ende des staufischen Königtums 1254 wechselten sich Könige und Gegenkönige im Reich ab. Das durch die unklaren Machtpositionen dieser Herrscher entstandene Machtvakuum, nicht ganz korrekt Interregnum genannt, setzte sich mit der Doppelwahl von 1256/57 fort. Die beiden gewählten Könige Richard von Cornwall und Alfons von Kastilien konnten keine allgemeine Anerkennung im Reich erlangen. Diese Phase der deutschen Geschichte wurde von den Zeitgenossen als von Rechtsbrüchen und dem Fehlen königlicher Zentralgewalt geprägtes Zeitalter wahrgenommen.[4] Richard von Cornwall starb im April 1272. Daraufhin forderte Alfons von Papst Gregor X. die Bestätigung seiner Königswahl (päpstliche Approbation). Gregor X. arbeitete jedoch auf einen allgemeinen Kreuzzug zur Unterstützung der Christen in Palästina unter Führung des römisch-deutschen Kaisers hin. Da Alfons hierfür aus seiner Sicht nicht die nötige Anerkennung im Reich besessen haben dürfte, verweigerte er die Approbation und bereitete so den Weg für eine Neuwahl.[5]

Bald darauf wandten sich Karl von Anjou für seinen Neffen Philipp III., den König von Frankreich, und der Böhmenkönig Ottokar II. Přemysl an den Papst, um ihre Wahl zum König zu erreichen. Beide nahmen kaum Rücksicht auf die Wünsche der Kurfürsten, denen der Papst jedoch die Entscheidung zugunsten eines Kandidaten überließ. Andere mögliche Kandidaten wie der Pfalzgraf und Herzog von Oberbayern Ludwig der Strenge oder der Thüringer Friedrich der Freidige waren aufgrund ihrer politischen bzw. verwandtschaftlichen Nähe zu den Staufern aus Sicht der Kurie unwählbar. Gegen Ende des Jahres 1272 begann Erzbischof Werner von Mainz mit Verhandlungen innerhalb der rheinischen Kurfürstengruppe zum Ausgleich von Interessenkonflikten und zur Einigung auf einen Kandidaten. Am 1. September 1273 war er bereits mit Ludwig dem Strengen zu der Übereinkunft gelangt, entweder Siegfried von Anhalt oder Rudolf von Habsburg zu wählen, vorausgesetzt, dass die Wahl Ludwigs sich als nicht möglich erweisen sollte. Gründe für die Auswahl Rudolfs werden in seiner starken Position im Südwesten des Reiches und seiner Kriegserfahrung gesehen. Er schien geeignet, mögliche Auseinandersetzungen mit Ottokar Přemysl oder eventuell auch Philipp III. zu bestehen und besaß aufgrund seiner Nähe zu den Staufern auch beim staufischen Anhang im früheren Herzogtum Schwaben Sympathien.[6] Am 11. September bekundeten die drei geistlichen Kurfürsten und der Pfalzgraf, dass sie bei der Wahl gemeinsam stimmen wollten. Etwa zu diesem Zeitpunkt dürften sie auch Kontakte zum Herzog von Sachsen und dem Markgrafen von Brandenburg geknüpft haben, in denen man sich auf die Wahl Rudolfs einigte.[7]

Burggraf Friedrich von Nürnberg wurde zu Rudolf gesandt, um von ihm eine Bestätigung der Wahlbedingungen der Kurfürsten zu erlangen. Rudolf musste sich gegenüber den Kurfürsten verpflichten, dass er das seit der Stauferzeit entfremdete Reichsgut wieder zurückführen und Reichsgüter nur mit Zustimmung der (Kur-)Fürsten veräußern würde. Des Weiteren sollte er das Reich befrieden und die zahlreichen Fehden beenden sowie ungerechte Zölle beseitigen.[8]

Nachdem Rudolf den Bedingungen der Kurfürsten zugestimmt hatte, traten diese zur Wahl in Frankfurt am Main zusammen. Da jedoch von Ottokar Přemysl eine Ablehnung der Wahl angenommen wurde, ließ man Heinrich von Niederbayern als siebten Kurfürsten wählen. Hierdurch war die Gesamtzahl von sieben Kurfürsten erreicht und der 55-jährige Rudolf konnte am 1. Oktober 1273 in Frankfurt gewählt werden. Der böhmische Gesandte lehnte die Wahlentscheidung ab. Ottokar Přemysl beklagte in einem Protestbrief an den Papst die mangelnde Eignung Rudolfs für das Amt des römischen Königs.

Rudolf zog nach der Benachrichtigung durch Friedrich von Nürnberg zunächst nach Dieburg und wurde am 2. Oktober in Frankfurt empfangen. Auf dem Weg nach Aachen bekam er die Reichsinsignien ausgehändigt und wurde am 24. Oktober zusammen mit seiner Gattin im Aachener Münster von Engelbert II., dem Erzbischof von Köln, nach dem traditionellen Zeremoniell gesalbt und gekrönt.

Stärkung der königlichen Machtposition und Beginn der Revindikationspolitik (1273–1277)[Bearbeiten]

Nach seiner Wahl zum König begann Rudolf, seine Machtstellung zu stärken. Hierzu verheiratete er entsprechend vor der Wahl erfolgten Verhandlungen seine Töchter Matilde und Agnes mit Ludwig dem Strengen und Herzog Albrecht von Sachsen.

Um die Approbation des Papstes zu seiner Wahl zu erlangen, sandte Rudolf im Dezember 1273 seinen Kanzler Otto, Propst von Sankt Wido in Speyer, zu Gregor X. in Lyon. Durch eine zweite Gesandtschaft gelang es ihm, dem Papst vorzuspiegeln, er wolle sich dem geplanten Kreuzzug nach Palästina anschließen. Er versprach, die Italienpolitik der Staufer nicht zu erneuern und von früheren Königen der Kurie gewährte Privilegien zu bestätigen. Zudem erkannte er die päpstliche Vermittlung in seinem Konflikt mit Peter von Savoyen an und erklärte sich zu Verhandlungen über ein Heiratsprojekt mit Karl von Anjou bereit. Rudolf erhielt auch auf dem Konzil von Lyon die Unterstützung der anwesenden deutschen Geistlichen. Hierdurch wurden die von Ottokar vorgetragenen Beschwerden in den Augen des Papstes unwesentlich. Am 26. September 1274 erteilte er die Approbation zu Rudolfs Königswahl. Im folgenden Jahr ließ auch Alfons von Kastilien, der bisher mit böhmischer Unterstützung auf seinem Thronrecht bestanden hatte, seine Ansprüche fallen.[9]

Um im Reich einen allgemeinen Frieden zu erhalten, bestätigte Rudolf Einzelheiten des Mainzer Reichslandfriedens von 1235. So erklärte er bereits am 26. Oktober 1273 alle in der Zeit des Interregnums nicht gesetzmäßig erhobenen Zölle für ungültig, was besonders die Gebiete am Rhein betraf. Rudolf erneuerte auch das Amt des Hofrichters. Auf seinen Reisen durch das Reich ließ er die regionalen Machthaber per Eid zur Einhaltung des Friedens verpflichten. Waren diese hierzu nicht bereit, leitete Rudolf militärische Aktionen gegen sie ein. Von den Chronisten werden Rudolfs Maßnahmen weitgehend positiv beurteilt. Erfolge konnte er aber vorerst nur in den südwestlichen Gebieten des Reichs erlangen, wo es ihm gelang, selbst bedeutendere Fürsten wie den Markgrafen von Baden zur Aufgabe von Zöllen zu bewegen.

Gemeinsam mit der Wahrung des Landfriedens verfolgte Rudolf die Wiederherstellung entfremdeten Reichsguts (Revindikationspolitik), wobei es sich auch um Reichspfandschaften handelte, die wieder in Reichsbesitz übergehen sollten. Wahrscheinlich erließ er auf dem Speyrer Reichstag im Dezember 1273 einen Rechtsspruch, der die Rückgabe ungesetzlich angeeigneten Reichsguts anordnete. Gesichert ist, dass bis zum Nürnberger Hoftag im November 1274 die Definition des zurückzugebenden Reichsguts erfolgte. Hiernach waren von der Revindikation diejenigen Güter betroffen, die Friedrich II. vor seiner Absetzung innegehabt hatte und solche, die seitdem an das Reich heimgefallen waren. Die Feststellung der unrechtmäßigen Inbesitznahme von Reichsgut wurde den Reichsvögten übertragen. Zur Verwaltung des Reichsguts führte Rudolf das Amt des Landvogts ein. Dieser war auf bestimmten Reichsgütern angesiedelt und hatte für die Einziehung von Steuern, die Einstellung von Verwaltungspersonal und die Sicherung des Friedens zu sorgen. Landvögte wurden vor allem im Südwesten des Reiches eingesetzt, während im Norden die Herzöge von Sachsen und Braunschweig 1277 mit der Verwaltung des Reichsguts beauftragt wurden.[10]

Kampf gegen den König von Böhmen (1273–1278)[Bearbeiten]

Die größte Schwierigkeit für Rudolf während seiner ersten Regierungsjahre lag in dem Konflikt mit Ottokar II. Přemysl. Dieser verweigerte Rudolfs Anerkennung, da er seine Besitzungen im österreichischen Raum in der Zeit des Interregnums unter anzweifelbaren Umständen erworben hatte. Die österreichischen Besitzungen hätten also im Fall einer Anerkennung Rudolfs im Zuge der Revindikationspolitik eingezogen werden können. Es wird vermutet, dass Ottokar bereits nach dem Hoftag in Speyer 1273 zur Rückgabe seiner österreichischen Ländereien an das Reich aufgefordert wurde.[11] Da Ottokar weiterhin die Belehnung mit seinen Besitzungen durch Rudolf ablehnte, wurde ihm auf dem Nürnberger Hoftag im November 1274 das Recht auf seine Lehen aberkannt, was auch Böhmen und Mähren einschloss. Um ihm Gelegenheit zur Rechtfertigung zu geben, wurde Ottokar auf den Reichstag in Würzburg zu Beginn des folgenden Jahres vorgeladen. Er erschien jedoch nicht und sandte erst im Mai 1275 Bischof Wernhard von Seckau auf den Reichstag in Augsburg. Wernhards provokantes Auftreten bewirkte, dass Ottokars Ländereien für an das Reich heimgefallen erklärt wurden und über Ottokar im selben Jahr die Reichsacht verhängt wurde.[12]

Rudolf versuchte zu dieser Zeit, Ottokars Position durch Verbindungen zu benachbarten Fürsten zu schwächen. Durch die Heirat seines Sohnes Albrecht mit Elisabeth von Görz-Tirol kurz nach dem Nürnberger Hoftag konnte er sich die Grafen Meinhard und Albrecht von Görz-Tirol zu Bündnispartnern machen. 1274 begannen Verhandlungen mit dem Königreich Ungarn, die 1275 zur Ehe zwischen Rudolfs Tochter Clementia und König Ladislaus’ IV. Bruder Andreas führten. Sie führten auch 1276 zum Abschluss eines Bündnisses gegen Ottokar im Juni 1276 mit der Hofpartei um Joachim Guthkeled. Ebenso belehnte Rudolf im Februar 1275 Philipp von Spanheim mit dem Herzogtum Kärnten, welches Ottokar nach dem Tod von Philipps Bruder in Besitz genommen hatte.

Weitere Unterstützung fand er beim Patriarchen von Aquileja und den Bischöfen von Regensburg und Passau sowie Erzbischof Friedrich von Salzburg. Friedrich machte sich den Umstand zunutze, dass viele Adlige in Ottokars Ländern mit dessen autoritärer Regierung unzufrieden waren und versuchte diese dazu zu bringen, Rudolf zu unterstützen. Daraufhin griff Ottokar Ende 1274 das Erzstift Salzburg an.

Kurzzeitig ging auch Heinrich von Niederbayern 1275 auf Rudolfs Seite über, da Rudolf ihm das Mitkurrecht zusicherte. Nach der Zusicherung von Hilfe durch den Kölner Erzbischof und vermutlich auch die anderen rheinischen Kurfürsten zu Beginn des Jahres 1276 unterwarf er im Mai 1276 den aufrührerischen Markgrafen von Baden, der angeblich Geldzahlungen aus Böhmen erhalten hatte. Ende Mai schlichtete er den Streit zwischen den Brüdern Ludwig dem Strengen und Heinrich von Niederbayern. Im Sommer 1276 verhängte Erzbischof Werner von Mainz den Kirchenbann über Ottokar.[13]

→ Hauptartikel: Feldzüge Rudolfs I. gegen Ottokar II. Přemysl

Anfang Oktober 1276 zogen die Tiroler Grafen nach Kärnten und Krain. In kurzer Zeit fielen der Kärntner und der Krainer Adel von Ottokar ab. Bald darauf trat der Adel der Steiermark in Verhandlungen mit Rudolf. Durch eine Übereinkunft mit Heinrich von Niederbayern konnte Rudolf die Donau als Transportweg nutzen. So gelang ihm der schnelle Vormarsch nach Wien, das von einem engen Vertrauten Ottokars, Paltram vor dem Freithof, gehalten wurde. Ottokar befand sich zu dieser Zeit im Marchfeld. Seine Autorität war bereits derart geschwächt, dass er den Abfall der österreichischen Ministerialen nicht verhindern konnte. Ungarische Angriffe schwächten Ottokars Stellung weiter. Noch im Oktober wurde ein Waffenstillstand geschlossen. Ein Schiedsgericht entschied am 21. November, dass Ottokar auf seine Rechte auf Österreich, Steiermark, Kärnten, Krain, die Windische Mark, Eger und Pordenone verzichten musste. Ottokar musste Rudolfs Königtum anerkennen und Böhmen und Mähren als Lehen empfangen. Ein Sohn Rudolfs sollte eine Tochter Ottokars heiraten und eine Tochter Rudolfs Ottokars Sohn Wenzel.[14] Am 25. November empfing Ottokar seine Lehen von Rudolf. Ottokar soll hierzu in prunkvollen Gewändern erschienen sein, während Rudolf in einem grauen Wams auf einem schlichten Holzschemel sitzend die Belehnung vorgenommen haben soll. Dies hätte eine umso größere Demütigung für Ottokar bedeutet.[15]

Aus dem Frieden von Wien ergab sich für Rudolf das Problem, dass er die wegen der Mitgift für seine Tochter verpfändeten Besitzungen nördlich der Donau zwangsläufig an die Přemysliden verlieren musste. König Ottokar war in seiner Ehre verletzt worden und hatte außerdem mit dem Aufstand seiner böhmischen Vasallen Boreš von Riesenburg und Zawiš von Falkenstein zu kämpfen.

In der folgenden Zeit kam es daher wiederholt zu Auseinandersetzungen wegen der Nichteinhaltung von Abmachungen. In zwei weiteren Friedensverträgen vom 6. Mai und 12. September 1277, ausgehandelt von Friedrich von Nürnberg, wurden Rudolf auch Besitzungen nördlich der Donau zuerkannt. Im April und Mai des folgenden Jahres kam es in Österreich zu Aufständen von Anhängern Ottokars, die ab Juni von böhmischen Truppen unterstützt wurden.

Während Rudolf noch mit der Aufstellung einer Armee beschäftigt war, fiel Ottokar mit überlegenen Truppen in Österreich ein. Er verlor jedoch entscheidende Zeit bei der Belagerung strategisch unbedeutender Orte. So konnte sich Rudolf mit seinen ungarischen Verbündeten vereinen und Ottokar zur Entscheidungsschlacht auf dem Marchfeld zwingen. Am 26. August 1278 trafen hier die etwa gleich starken Heere aufeinander. Rudolf selbst geriet während der Schlacht in Lebensgefahr, als ihn ein feindlicher Ritter aus dem Sattel warf. Die Schlacht wurde schließlich durch eine kleine Gruppe von Berittenen entschieden, die sich auf Anordnung Rudolfs bis zu ihrem Eingreifen verborgen hatten. Ottokar starb nach der Schlacht durch die Hand persönlicher Feinde.

Rudolf trennte sich kurz nach der Schlacht auf dem Marchfeld von den Ungarn. Er zog nach Mähren, wo ihm die wichtigen Städte und Bischof Bruno von Olmütz huldigten. Unter dem Vorsitz des Erzbischofs von Salzburg wurden die Friedensverhandlungen Ende Oktober zum Abschluss gebracht. Während die Přemysliden ihre Ansprüche auf die österreichischen Besitzungen aufgeben mussten, erhielten sie Böhmen und Mähren als Reichslehen. Die Vormundschaft Wenzels wurde auf fünf Jahre Otto dem Langen übergeben. Rudolf durfte Mähren fünf Jahre einbehalten, um seine Kriegskosten decken zu können. Zur Sicherung des Friedens wurden Rudolfs Tochter Guta mit Wenzel und Rudolfs Sohn Rudolf mit Wenzels Schwester Agnes vermählt. Rudolfs Tochter Hedwig heiratete Otto den Kleinen von Brandenburg, den Bruder Ottos des Langen.

Grundlagen der Macht der Habsburger in Österreich (1276–1283)[Bearbeiten]

Nachdem die Reichsgüter Ottokars an das Reich zurückgefallen waren, belehnte Rudolf mit Einverständnis der Kurfürsten 1282 seine Söhne Albrecht und Rudolf mit Österreich, Steiermark, Krain und der Windischen Mark und erhob sie in den Reichsfürstenstand. Schon 1276 hatte er geistliche Fürsten überzeugt, Güter im selben Einzugsbereich an seine Söhne zu vergeben. Mit der Rheinfelder Hausordnung (1. Juni 1283) bestimmte Rudolf, dass diese Güter nur durch Albrecht und seine Erben beherrscht werden sollten; sein Bruder Rudolf sollte zum Ausgleich eine Entschädigung erhalten. Die Grundlage der späteren Herrschaft der Habsburger war damit geschaffen. Hingegen scheiterten Rudolfs Versuche, sowohl Albrecht die Nachfolge als römisch-deutscher König zu sichern als auch sich selbst zum Kaiser krönen zu lassen. Für letzteres waren zwar zwei Termine fest vereinbart worden, diese kamen jedoch nicht zustande. Erst Rudolfs späterer Nachfolger Heinrich VII. sollte wieder die Kaiserwürde empfangen.

Überwindung des Interregnums: Die Revindikationspolitik Rudolfs[Bearbeiten]

Rudolf verkündet auf einem Hoftag den Landfrieden, aus der Chronik der Bischöfe von Würzburg des Lorenz Fries, Mitte 16. Jahrhunderts

Rudolf erneuerte nicht einfach den Reichslandfrieden von 1235 – dafür fehlten ihm zu Beginn seiner Herrschaft schlicht die Machtmittel. So war er darauf angewiesen regional begrenzte Friedensabsprachen zu initiieren. Er handelte im Westen und Süden des Reiches mit den Territorialherren einzelne örtlich und zeitlich begrenzte Landfrieden aus (z. B. 1276 in Österreich oder 1281 den bayerischen, fränkischen und rheinischen Landfrieden).

Am 9. August 1281 ließ er auf dem Hoftag zu Nürnberg förmlich feststellen, dass alle nach der Absetzung Friedrich II. durchgeführten Schenkungen oder Verfügungen über Reichsgüter nichtig seien, es sei denn, die Mehrheit der Kurfürsten billigten die Verfügungen. Er setzte Landvögte ein, die unberechtigt angeeignete Reichsgüter finden sollten und als Vertreter des Königs agierten. Diese Landvogteien waren ein wichtiges Instrument zur Revindikation des Reichsguts. Rudolf ließ das gesamte Reichsgut in solche Verwaltungseinheiten aufteilen und gab den Vögten weitreichende Befugnisse. Damit war auch eine effektive Verwaltung des Reichsguts gesichert – etwas, was in den europäischen Monarchien wie Frankreich oder England längst existierte.

Im Herbst 1284 zerstörte er die Waldeckburgen. Im März 1287 erschien es Rudolf endlich möglich, einen allgemeinen Landfrieden zu verkünden. Seinem Sohn Rudolf, der die Burg Weißenburg belagerte, kam er im Frühjahr 1288 von Colmar aus zu Hilfe und sie zerstörten die Burg durch Untergraben der Mauern. Auch in entfernteren Reichsgebieten versuchte er sich durchzusetzen (1289/90 ließ er in Thüringen z. B. 66 Raubritterburgen zerstören).

In „königsnahen“ Territorien, also vor allem im Südwesten des Reiches, hatte er einigen Erfolg zu verbuchen. In königsfernen Territorien (wie dem Norden) versuchte er mit Hilfe Verbündeter die Städte zu schützen und Reichsgüter wieder in Besitz zu bringen – hier konnte er jedoch keinen nennenswerten Erfolg erringen. Seine Ansprüche auf die burgundische Pfalzgrafschaft konnte er zwar 1289 erfolgreich durchsetzen, seine Nachfolger konnten Burgund jedoch nicht auf Dauer gegen Frankreich halten, welches seit der späten Stauferzeit eine aggressive Expansionspolitik im Westen des Reiches betrieb.

Tod und Ausblick[Bearbeiten]

Historisierende Darstellung Rudolfs aus dem 19. Jahrhundert, von Ludwig Schwanthaler, auf seinem Grabmal in der Vorhalle des Speyerer Doms

Im Juni 1291 zog Rudolf von Mainz kommend über Landau nach Germersheim und von dort nach Straßburg, wo er einen Schwächeanfall erlitt. Vom 16. bis zum 20. Juni war er in Hagenau. Vom 23. Juni bis zum 11. Juli war der König wieder in seiner Burg in Germersheim. Am 14. Juli ritt er nach Speyer, wo er am Abend des 15. Juli 1291 verstarb und am nächsten Tag im Dom beigesetzt wurde.

Vor allem aufgrund der Befürchtung der Kurfürsten, Rudolfs Sohn könnte – gestützt auf seine Hausmacht – zu mächtig werden, wurde nicht der einzig überlebende Sohn Albrecht sein Nachfolger, sondern Graf Adolf von Nassau, der über keine nennenswerte Hausmacht verfügte. Nachdem Adolf von Nassau die Erwartungen der Kurfürsten nicht erfüllte und vor allem deren Widerstand durch seine Hausmachtpolitik erregte, wurde er am 23. Juni 1298 von der Mehrheit der Kurfürsten für abgesetzt erklärt. Nun wurde Albrecht von der anti-königlichen Partei zum neuen König erwählt, der in der Schlacht bei Göllheim am 2. Juli 1298 Adolf von Nassau besiegte, der in dieser Schlacht auch fiel. Die folgende einhellige Wahl Albrechts am 27. Juli 1298 in Frankfurt am Main beendete den Thronstreit.

Unmittelbar aus der Zeit nach dem Tod Rudolfs datieren mehrere später als bedeutend angesehene Landfriedensverträge und Handfesten, die in dieser Zeit der Unsicherheit auch gegen die von ihm eingesetzten Vögte gerichtet waren. Zu diesen Verträgen zählen die Handfeste Wilhelm von Montforts an die Bürger der Fürstabtei St. Gallen am 31. Juli und der Bundesbrief der alten Eidgenossenschaft im August 1291.

Rudolfs Grab befindet sich im Speyerer Dom. Der Sargdeckel (siehe Abbildung am Beginn des Artikels) trägt ein lebensnahes Abbild des Königs, das laut Info des Domkapitels des Speyerer Doms bereits vor seinem Tod geschaffen wurde. Das Gesicht weist die für die Habsburger charakteristische markante Nase auf und ist vom Alter und von den Sorgen des Herrschers gezeichnet. Im Mittelalter waren solche lebensgetreue Darstellungen unüblich; in der Regel zeigten Herrscherbilder den Typ des jugendlichen Königs in der Blüte seiner Jahre ohne persönliche Erkennungsmerkmale. Nur in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurden individuellere Darstellungen geschaffen. Sie gilt als eine herausragende künstlerische Leistung dieser Zeit. Der Sargdeckel wurde vermutlich entfernt, als Anfang des 18. Jahrhunderts die Gräber mit neuen Platten bedeckt wurden und ist heute in der Krypta des Doms ausgestellt.

König Ludwig I. von Bayern ließ seinem Vorfahren Rudolf von Habsburg 1843, im Chor des Speyerer Domes, ein Grabdenkmal errichten, das inzwischen in der Vorhalle der Kathedrale platziert ist. Es wurde von Ludwig Schwanthaler geschaffen. In der Vorhalle befindet sich in einer Wandnische außerdem eine Großstatue König Rudolfs, welche der Bildhauer Anton Dominik von Fernkorn 1858 fertigte.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen Rudolfs als Römischer König, Graf von Habsburg und Landgraf im Elsass in der Chronik von Johannes Stumpf von 1548
Sarkophag Gertrud von Hohenberg und Sohn Karl V. - Basler Münster

Als römisch-deutscher König führte Rudolf in seinem Wappen den Reichsadler mit seinem persönlichen Wappen auf der Brust. Dieses setzte sich zusammen aus dem Wappen der Grafen von Habsburg, einem roten, blau gekrönten Löwen auf goldenem Grund und dem Wappen der Landgrafschaft Oberelsass, drei goldene Kronen, diagonal gespiegelt an einem goldenen diagonalen Band.

Ehen und Nachkommen[Bearbeiten]

Rudolf von Habsburg heiratete um 1253 im Elsass Gertrud von Hohenberg (* um 1225; † 1281), mit der er vierzehn Kinder hatte, unter anderem:

  • Mathilde (1251–1304)
∞ 1273 in Heidelberg mit Ludwig II. von Oberbayern, Pfalzgraf bei Rhein (1229–1294)
∞ 1276 in Wien mit Elisabeth von Tirol (1262–1313)
∞ 1279 in Wien mit Otto III., Herzog von Niederbayern (1261–1312)
  • Agnes (1257–1322)
∞ 1273 in Wittenberg mit Albrecht II. von Sachsen-Wittenberg (1298)
  • Hedwig (um 1259–1285/86)
∞ 1279 in Lehnin mit Otto IV. von Brandenburg (1264–1308/09)
  • Clementia (Klementia) (um 1262–1293)
∞ 11. Januar 1281 mit Karl Martell, Titularkönig von Ungarn († 1295), Sohn Karls II. von Neapel aus dem Adelsgeschlecht der Anjou
verlobt mit Prinzessin Johanna, Tochter Königs Eduard I. von England
∞ 1289 in Prag mit Agnes von Böhmen, Tochter Königs Ottokar II. Přemysl
∞ 1285 in Prag mit Wenzel II., König von Böhmen (1271–1305)
  • Karl (*/† 14. Februar 1276)[17]

In zweiter Ehe heiratete Rudolf im Mai 1284 in Besancon Agnes (Isabella) von Burgund (* um 1270; † 1323)

Unehelicher Sohn Rudolfs war Albrecht, Graf von Löwenstein-Schenkenberg

Rezeption[Bearbeiten]

Literarisches Nachwirken[Bearbeiten]

Fresko von Franz Martin Kuen in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Jettingen-Scheppach, Rudolf überlässt einem Priester sein Pferd
Statue von Rudolf I. in der Innsbrucker Hofkirche (erste Hälfte 16. Jahrhundert)

Friedrich Schiller dichtete 1803 in der Phase des Zusammenbruchs des Heiligen Römischen Reiches infolge der Eroberungskriege Napoleons[18] die politisch motivierte Ballade Der Graf von Habsburg mit der Anfangszeile Zu Aachen in seiner Kaiserpracht ....[19] In diesem Gedicht verarbeitet Schiller den Mythos, wonach Rudolf sich und seiner Dynastie durch christliches Mitleid und ritterliches Tun gleichsam die spirituelle und moralische Legitimation zum Kaiseramt und zur Herrschaft erworben habe: Rudolf, noch Graf von Habsburg, leiht einem vorbeiziehenden Priester sein Pferd, damit dieser einen reißenden Bach passieren und einem Todkranken rechtzeitig das Sakrament der Krankensalbung spenden kann; dadurch wird das Streitross Rudolfs buchstäblich zum Träger des Allerheiligsten, also der eucharistischen Gaben Hostie und Wein, Rudolf selber aber zum "mythischen Begründer der Dynastie,[...] dessen Pferd Leib und Blut des Herrn trug".[20]

Schillers Ballade wurde unter anderem von Franz Schubert (D 990)[21], Carl Loewe und Johann Friedrich Reichardt vertont.[22]

In seinem Trauerspiel König Ottokars Glück und Ende nahm Franz Grillparzer[23] diesen Mythos auf:

„Gabt Ihr nicht einst im Walde nah bei Basel
Dem Priester, der das Allerheil'ge trug
Zu eines Kranken Trost und, aufgehalten
Vom wuet'gen Strom der Aar, am Ufer irrte,
Das eigne Pferd, die Flut drauf zu durchsetzen?“

Museale Darstellung[Bearbeiten]

Durch die kaiserliche Entschließung von Franz Joseph I. vom 28. Februar 1863 wurde Rudolf I. in die Liste der „berühmtesten, zur immerwährenden Nacheiferung würdiger Kriegsfürsten und Feldherren Österreichs“ aufgenommen, zu deren Ehren und Andenken auch eine lebensgroße Statue in der Feldherrenhalle des damals neu errichteten k.k. Hofwaffenmuseums (heute: Heeresgeschichtliches Museum Wien) errichtet wurde. Die Statue wurde 1867 vom Bildhauer Carl Kundmann aus Carrara-Marmor geschaffen, gewidmet wurde sie von Kaiser Franz Joseph selbst.[24]

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Biografien

Lexikonartikel und Überblickswerke

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rudolf I. – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Karl-Friedrich Krieger: Rudolf von Habsburg. Darmstadt 2003, S. 63–66 (Rudolfs Beziehungen zu den Staufern)
  2. Der Frieden beinhaltete ebenso die Anerkennung weiterer Herrschaftsrechte Rudolfs sowie die Zahlung einer Kriegsentschädigung durch den Straßburger Bischof und wurde auch von König Richard von Cornwall anerkannt. Nach seiner Wahl zum König gab Rudolf die Städte Colmar, Kaisersberg und Mülhausen an das Reich zurück.Karl-Friedrich Krieger: Rudolf von Habsburg. Darmstadt 2003, S. 70
  3. Karl-Friedrich Krieger: Rudolf von Habsburg. Darmstadt 2003, S. 76–77
  4. Die neuere Forschung bestätigt für das Interregnum zwar eine zumindest in bestimmten Regionen erhöhte Gewalttätigkeit, sieht die Veränderungen im Vergleich zur Stauferzeit jedoch als nicht so gravierend an. Karl-Friedrich Krieger: Rudolf von Habsburg. Darmstadt 2003, S. 44, 56
  5. Karl-Friedrich Krieger: Rudolf von Habsburg. Darmstadt 2003, S. 90.
  6. Zu den Gründen für die Entscheidung zugunsten Rudolfs siehe: Karl-Friedrich Krieger: Rudolf von Habsburg. Darmstadt 2003, S. 100.
  7. Zum Vorspiel der Wahl siehe: Karl-Friedrich Krieger: Rudolf von Habsburg. Darmstadt 2003, S. 90–98.
  8. Karl-Friedrich Krieger: Rudolf von Habsburg. Darmstadt 2003, S. 108–109.
  9. Karl-Friedrich Krieger: Rudolf von Habsburg. Darmstadt 2003, S. 115–118.
  10. Zum Beginn der Landfriedens- und Revindikationspolitik siehe: Karl-Friedrich Krieger: Rudolf von Habsburg. Darmstadt 2003, S. 118–127.
  11. Karl-Friedrich Krieger: Rudolf von Habsburg. Darmstadt 2003, S. 127.
  12. Karl-Friedrich Krieger: Rudolf von Habsburg. Darmstadt 2003, S. 127-129.
  13. Zu den machtpolitischen Auseinandersetzungen vor Rudolfs erstem Feldzug gegen Ottokar siehe: Karl-Friedrich Krieger: Rudolf von Habsburg. Darmstadt 2003, S. 130–137.
  14. Zu Rudolfs erstem Feldzug siehe: Karl-Friedrich Krieger: Rudolf von Habsburg. Darmstadt 2003, S. 138–142.
  15. Die Authentizität dieser Überlieferung ist umstritten. Karl-Friedrich Krieger: Rudolf von Habsburg. Darmstadt 2003, S. 142
  16. Aegidius Tschudi: Chronicon Helveticum, Band I., S. 189
  17. Hans Pabst (Übers.): Jahrbücher von Basel in: Kolmarer Chronik, S. 16
  18. Berliner Zeitung vom 5. August 2006.
  19. Text bei Literaturwelt.com
  20. Claudio Magris: Der habsburgische Mythos in der österreichischen Literatur. Salzburg 1966, S. 23.
  21. http://d-nb.info/1000164675/about/html
  22. http://www.recmusic.org/lieder/get_text.html?TextId=14496
  23. Franz Grillparzer: König Ottokars Glück und Ende, I. Akt, in: Sämtliche Werke, hrsg. v. Peter Frank und Karl Pörnbacher, Hanser, München 1960-65, Bd. 1, S. 1001.
  24. Johann Christoph Allmayer-Beck: Das Heeresgeschichtliche Museum Wien. Das Museum und seine Repräsentationsräume. Kiesel Verlag, Salzburg 1981, ISBN 3-7023-0113-5, S. 29.
Vorgänger Amt Nachfolger
Albrecht IV. und Rudolf III. Graf von Habsburg
1239–1291
Albrecht I., Rudolf II. und Hartmann von Habsburg
Alfons von Kastilien Römisch-deutscher König
1273–1291
Adolf von Nassau
Ottokar II. Přemysl Herzog von Kärnten und Krain
1276–1286
Meinhard II.
Ottokar II. Přemysl Herzog von Österreich und der Steiermark
1278–1282
Albrecht I. und Rudolf II.