Alberto Acosta (Ökonom)

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Alberto Acosta Espinosa (* 21. Juli 1948 in Quito, Ecuador) ist ein ecuadorianischer Wirtschaftswissenschaftler, Politiker und Intellektueller.

Leben[Bearbeiten]

Er war 2007/08 Präsident der verfassungsgebenden Versammlung von Ecuador und 2007 Minister für Energie und Bergbau. Er ist Mitglied von Alianza PAÍS, der Partei Rafael Correas, und hat am Programm dieser Partei mitgearbeitet.

Er war Spitzenkandidat der nationalen Liste seiner Partei für die Verfassunggebende Versammlung. Allerdings kam es in der Endphase der Sitzungsperiode der Verfassunggebenden Versammlung zum Bruch mit Correa, in dessen Folge Acosta als Vorsitzender der Verfassunggebenden Versammlung zurücktrat. Correa hatte kritisiert, das Acosta „jedem das Wort erteile“, also der Opposition zu viel Redezeit und damit Bedeutung zugestehe.[1]

Acosta studierte von 1971 bis 1974 Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Köln und erwarb den Titel eines Diplom-Betriebswirts (FH). Von 1974 bis 1979 studierte er an der Universität zu Köln, zunächst Wirtschaftsgeographie, dann Volkswirtschaftslehre (mit Schwerpunkt Energiewirtschaft). 1979 erlangte er den Abschluss als Diplom-Volkswirt, der 1981 von der Päpstlichen Universität in Quito anerkannt wurde.

Während seines Studiums in Deutschland war er zwischen 1970 und 1976 Vizekonsul an der ecuadorianischen Botschaft in Köln, von 1977 bis 1979 dann Attaché. 1980 erhielt er das Bundesverdienstkreuz. Von 1980 an arbeitete er in verschiedenen Institutionen des ecuadorianischen Staates ebenso wie an einer Reihe von Universitäten und Forschungseinrichtungen, darunter von 1990 bis 2006 am ILDIS, einem Institut der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Von Januar bis Juni 2007 war Alberto Acosta Energieminister im Kabinett Rafael Correa. Als Präsident der Verfassunggebenden Versammlung prägte er den Charakter der neuen ecuadorianischen Verfassung maßgeblich mit, die für das Land ein neues Entwicklungsmodell auf der Grundlage traditionell-indigener Prinzipien (Sumak kawsay, „Rechte der Natur“) wie auch westlich-moderner Elemente (Menschenrechte, Gleichstellung der Geschlechter) aufstellt.[2]

Bei der Präsidentschaftswahl in Ecuador 2013 trat er als Kandidat der Pachakutik an. Acosta musste sich jedoch vom Amtsinhaber Rafael Correa geschlagen geben.

Einige Publikationen[Bearbeiten]

  • Breve historia económica del Ecuador. Cooperación Editorial Nacional, Quito 1995, zweite Auflage 2001.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Manuela Botero, El poder distanció a dos amigos, El Universo, 30. Juni 2008; Correa y Acosta, en sus frases, El Universo, 29. Juni 2008 (beide spanisch)
  2. Alberto Acosta: Das „Buen Vivir”. Die Schaffung einer Utopie. In: juridikum 4/2009. April 2009, S. 219–223, abgerufen am 3. Februar 2010.

Weblinks[Bearbeiten]