Universität zu Köln
| Universität zu Köln | |
|---|---|
| Gründung | 1919 (alte Universität: 1388) |
| Trägerschaft | Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalen (staatlich) |
| Ort | Köln |
| Bundesland | Nordrhein-Westfalen |
| Staat | Deutschland |
| Rektor | Axel Freimuth |
| Studenten | 45.606 (WS 2012/13) Haupt-, Nebenhörer & Kurzzeitstudierende (ohne Promotionsstudierende)[1] |
| Mitarbeiter | 4.578 (ohne Klinikum) (2011)[2] |
| davon Professoren | 522 (2011)[2] |
| Jahresetat | 516,5 Mio. Euro im Jahr 2011, inkl. Drittmittel[2] |
| Website | www.uni-koeln.de |
Die Universität zu Köln (kurz: Uni Köln) ist eine in Forschung und Lehre international anerkannte Hochschule in Köln mit dem klassischen Fächerspektrum einer Volluniversität. Am 15. Juni 2012 erhielt sie im Rahmen der dritten Hochschul-Exzellenzinitiative von Bund und Ländern den Exzellenzstatus.
Die 1388 (nur 2 Jahre nach Heidelberg) gegründete Alte Universität zählte zu den ältesten Universitäten in Europa. Sie wurde allerdings 1798 in der sogenannten Franzosenzeit geschlossen und erst 1919 als neue Universität zu Köln wiedergegründet. Sie sollte nach dem Ersten Weltkrieg und dem Verlust der Kaiser-Wilhelms-Universität zu Straßburg auch deren Tradition fortsetzen und die deutsche Position am Rhein stärken.[3] Mit 45.606 Studierenden im Wintersemester 2012/13 (Haupt- und Nebenhörer, ohne Promotionsstudierende, inkl. Kurzzeitstudierende) [1] ist sie eine der größten Universitäten in Deutschland.
Geschichte und Entwicklung [Bearbeiten]
Die Alte Universität [Bearbeiten]
→ Hauptartikel: Universitas Studii Coloniensis (1388–1798)
Die Universität zu Köln wurde am 21. Mai 1388 als vierte Universität im Heiligen Römischen Reich nach der Karls-Universität Prag (1348), der Universität Wien (1365) und der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg (1386) gegründet. Die Initiative dazu ging nicht wie sonst üblich vom Kaiser oder einem Fürsten aus, sondern vom Rat der Freien Reichsstadt Köln, die auch die Kosten für den Lehrbetrieb übernahm und sich umfangreiche Vorteile für die Belebung der Stadt erhoffte.[4] Die Gründungsurkunde wurde von Papst Urban VI. in Perugia unterzeichnet. Am 6. Januar 1389 wurde der Vorlesungsbetrieb aufgenommen. Die Hochschule war lange eine der großen Universitäten im Reich.
Am 28. April 1798 wurde die Universität von den 1794 in Köln eingerückten Franzosen genau wie 1795 die Universitäten in Frankreich[5] und die Universität Mainz mit der Umwandlung in eine Zentralschule des Département de la Roer, genannt „Université de Cologne“, geschlossen.
Die Neue Universität [Bearbeiten]
Im Verlauf des 19. Jahrhunderts waren Bestrebungen der Stadt und ihrer Bürger, eine neue Universität zu gründen, gescheitert. Erst 1919 gelang es, die preußische Staatsregierung zu überzeugen. Durch einen Beschluss des Rates der Stadt Köln wurde die städtische Universität neu gegründet. Am 29. Mai 1919 unterzeichnete der damalige Oberbürgermeister Konrad Adenauer den Staatsvertrag mit Preußen. Die Universität ging aus der ebenfalls städtischen am 1. Mai 1901 gegründeten Handelshochschule Köln, der Hochschule für kommunale und soziale Verwaltung von 1912 sowie der ersten deutschen Akademie für praktische Medizin von 1904 hervor, die in die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät beziehungsweise die Medizinische Fakultät übergingen. Als erster Rektor wurde Christian Eckert gewählt, der bis dahin die Handelshochschule geleitet hatte. Die Universität residierte in den für die Handelshochule bis 26. Oktober 1907 am Römerpark, Südstadt, errichteten Gebäuden (jetzt durch die Fachhochschule Köln genutzt) von 1919 bis 1934 (auch Alte Universität genannt). Aufgrund der hohen Studentenzahlen wurde am 26. Oktober 1929 der Grundstein für das Hauptgebäude der neuen Universität gelegt, in das 1934 umgezogen wurde.
Am 2. November 1934 konnte die Universität in den vom Architekten Adolf Abel errichteten funktional schlichten Neubau im Inneren Grüngürtel Köln-Lindenthals nahe bei der Medizinischen Fakultät einziehen. Bereits 1925 war die Universität zu Köln nach der Friedrich-Wilhelms Universität, Berlin, die zweitgrößte preußische Universität. 1920 kamen die Rechtswissenschaftliche und die Philosophische Fakultät hinzu, von der sich 1955 die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät abspaltete. 1980 wurden die beiden Kölner Abteilungen der Pädagogischen Hochschule Rheinland als Erziehungswissenschaftliche und Heilpädagogische Fakultät der Universität zu Köln angegliedert. Die Universität wurde durch Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, dennoch begann 1945 wieder der Vorlesungsbetrieb. Allerdings überschritten die Kosten für den Wiederaufbau die Möglichkeiten der Stadt, unter deren alleiniger Trägerschaft die Universität bis 1954 stand. So wurde am 1. April 1954 die Universität zu Köln mit Wirkung vom 1. April 1953 durch das Bundesland Nordrhein-Westfalen übernommen. Die Bindung an die Stadt und den Regierungsbezirk Köln wurde bis zum Jahre 2007, dem Inkrafttreten einer neuen Grundordnung, durch die Institution des Kuratoriums gewährleistet, in dem der Oberbürgermeister den Vorsitz führte. Darüber hinaus kooperiert die Universität mit vielen städtischen Einrichtungen und anderen Einrichtungen in der Stadt, wie zum Beispiel mit dem Rheinisch Westfälischen Wirtschaftsarchiv und vielen städtischen Kliniken.
Der Ausbau der Universität begann mit dem Bau der Hörsaal- und Seminartrakte und des achtgeschossigen Seminar- und Bürohochhauses für die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät von Wilhelm Riphahn zwischen 1956 und 1960. In dieser Fakultät hatte sich die Studierendenzahl zwischen 1949 und 1955 auf über 5000 nahezu verfünffacht. Die Universitätsbibliothek von Rolf Gutbrod folgte 1966, der Albertus-Magnus-Platz wurde durch die Absenkung und Deckelung der Universitätsstraße erweitert. 1968 wurde das Hörsaalgebäude von Rolf Gutbrod fertiggestellt, die Physikalischen und Chemischen Institute jenseits der Zülpicher Straße folgten zwischen 1968 und 1975. Mit dem Neubau des Philosophikums 1974 war der Campus der Universität im Wesentlichen fertig. Der Komplex des Klinikums mit den alten Gebäuden der Krankenanstalten Lindenburg wurde ab 1965 (Frauenklinik) bis 1974 (Bettenhaus des Zentralklinikums) modernisiert und erweitert. Der jenseits der Akademischen Lustwiese (Akaluwie) 1974 errichtete Neubau der Zentralmensa ist immer noch einer der modernsten und größten Studierenden-Speisebetriebe in Europa. Der Ausbau und die Modernisierung der Hochschulgebäude wird bis in die Gegenwart fortgeführt. Beispiele:
- Die Fassade des Hauptgebäudes zum Albertus-Magnus-Platz, seit 1991 von zahlreichen Stahlriemen gesichert (eine ursprünglich als Provisorium gedachte Maßnahme, um ein Herabfallen von Sandsteinplatten zu verhindern), ist (Stand 2011) eingerüstet und wird erneuert.
- südlich des Hauptgebäudes entstand ein neues Seminargebäude ("Gebäude 106").[6]
Seit 2003 tragen alle Gebäude Gebäudenummern.[7]
Alle diese Anlagen liegen eingebettet in den Inneren Kölner Grüngürtel und bildeten so einen innenstadtnahen zusammenhängenden Universitätscampus, der dennoch im Grünen liegt.
Profil [Bearbeiten]
Name [Bearbeiten]
Die Hochschule hatte lange keinen Namen, wenn man nicht den mittelalterlichen Namen universitas studii s[an]c[ta]e civitatis coloniensis (siehe Siegel) oder die neue Bezeichnung Universität Köln dafür nimmt. Beides bedeutet, dass die Hochschule eine stadtkölnische Einrichtung war. Während des Rektorats von Josef Kroll (1945 - 1950) wird die offizielle Benennung der Universität als Universität zu Köln eingeführt. Eine Initiative dazu hatte Kroll schon in seiner ersten Amtszeit Anfang der 1930er Jahre ergriffen.[8]
Organisation und Fakultäten [Bearbeiten]
Das Rektorat leitet die Universität. Es besteht (Stand August 2011) aus dem Rektor als Vorsitzendem (Axel Freimuth), vier Prorektoren und dem Kanzler (Michael Stückradt). Der Rektor wird vom Hochschulrat gewählt; die erste Amtszeit beträgt mindestens sechs Jahre und weitere Amtszeiten mindestens vier Jahre. Der Rektor ist Vorsitzender des Rektorats und des Senats der Universität.[9]
Die Universität gliedert sich in die folgenden sechs Fakultäten:
| Fakultät | Studierende1) | davon Doktoranden2) | (Neu-)Gründungsjahr |
| Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät | 8.806 | 609 | 1919 |
| Medizinische Fakultät | 3.246 | 262 | 1919 |
| Rechtswissenschaftliche Fakultät | 5.213 | 1.232 | 1920 |
| Philosophische Fakultät | 14.746 | 1.231 | 1920 |
| Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät | 6.483 | 800 | 1955 |
| Humanwissenschaftliche Fakultät | 5.788 | 560 | 2007 |
| Gesamt | 44.282 | 4.694 |
1)WS 2008/09, gem. Kurzstatistik der Universität (Stand November 2008), inkl. Zweithörer, Gasthörer und Studienkollegiaten[1]
2)Anzahl der Doktorandinnen und Doktoranden gem. Studierendenstatistik WS 2006/07 (jeweils Summe Promotion 1. Fach).
Auffallend ist die – bezogen auf die Fakultätsgröße – hohe Zahl von Doktoranden der Rechtswissenschaftlichen Fakultät. Innerhalb der einzelnen Fakultäten dominieren hinsichtlich der Anzahl der Doktoranden die folgenden Fächer: an der WiSo-Fak. BWL (338 bzw. 55 %), an der Med. Fak. Humanmedizin (187 bzw. 71 %), an der Phil. Fak. Germanistik und Kunstgeschichte (208 bzw. 17 % respektive 146 bzw. 12 %), an der Math.-Nat. Fak. Biologie (365 bzw. 46 %) und an der HW-Fak. Pädagogik (410 bzw. 73 %).
Am 20. Juli 2005 beschloss der Senat der Universität ein Konzept zur Neuordnung der Fakultäten. Das Konzept brachte die Auflösung der Erziehungswissenschaftlichen und der Heilpädagogischen Fakultät in ihrer bisherigen Form sowie die Gründung einer neuen „sechsten“, der Humanwissenschaftlichen, Fakultät. Die Vertreter der didaktischen Fächer, die bisher vor allem an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät tätig waren, wurden im Zuge der Umstrukturierung den ihrem Fach entsprechenden Fakultäten als eigene Fachgruppe für Didaktik zugeordnet (zum Beispiel „Biologie und ihre Didaktik“, „Chemie und ihre Didaktik“ als neue didaktische Fachgruppe an der Math.-Nat.-Fak.), während an der neuen Humanwissenschaftlichen Fakultät vor allem die pädagogischen, heilpädagogischen und psychologischen Fächer verblieben beziehungsweise aus der Philosophischen und der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät überführt wurden. Die Neuorganisation der Fakultäten wurde mit der Errichtung der entsprechenden Gremien formal zum 1. Januar 2007 umgesetzt.
Besondere Förderung der Forschung [Bearbeiten]
DFG [Bearbeiten]
- 10 DFG-Sonderforschungsbereiche und 2 Beteiligungen an Sonderforschungsbereichen anderer Hochschulen
- 5 DFG-Graduiertenkollegs (vgl. Graduiertenprogramme)
EU [Bearbeiten]
- Functional Genomics in Embryonic Stem Cells (FunGenEs)
- Diagnostische molekulare Bildgebung für Neurologie und Herzgefäßerkrankungen (DIMI)
- Innovative Collaborative Work Environments for Individuals and Teams in Design and Engineering (CoSpaces) im sechsten Forschungsrahmenprogramm seit 2006
- Citizenmedia im sechsten Forschungsrahmenprogramm seit 2006
Graduiertenprogramme [Bearbeiten]
- International Graduate School in Genetics and Functional Genomics (NRW Graduate School)
- International Max Planck Research School on the Social and Political Constitution of the Economy (IMPRS-SPCE) (seit 2007)
- International Max Planck Research School for Understanding Complex Plant Traits Using Computational and Evolutionary Approaches (IMPRS-MPD) (seit 2001)
- Internationaler Promotionsstudiengang Molekulare Medizin (ZMMK)[10]
- Graduiertenkolleg „SOCLIFE (Social Order and Life Chances in Cross-National Comparison)“ (seit 2008)
- Cologne University Bioinformatics Center (CUBIC) (eingestellt 06/2006)
- Graduiertenkolleg „Theoretische und empirische Grundlagen des Risikomanagements“ (seit 2002)
- Graduiertenkolleg „Globale Strukturen in Geometrie und Analysis“ (seit 2006)
- Graduiertenkolleg „Azentrische Kristalle“ (seit 1999)
- Graduiertenkolleg „Molekulare Analyse von Entwicklungsprozessen bei Pflanzen“ (seit 1997)
- Graduiertenkolleg „Genetik zellulärer Systeme“ (seit 1997)
- Cologne Graduate School in Management, Economics and Social Sciences (seit 2008)
- Bonn-Cologne Graduate School of Physics and Astronomy
Kooperation mit Großforschungseinrichtungen [Bearbeiten]
Einige Kölner Professoren sind gleichzeitig Mitglieder in Großforschungseinrichtungen; auch Studierende können dort mitforschen:
- Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
- Forschungszentrum Jülich in der Helmholtz-Gemeinschaft
- Fraunhofer Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen (SCAI)
- Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung (MPIFG)
- Max-Planck-Institut für neurologische Forschung (MPInF)
- Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung (MPIZ)
- Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns (Gründung 2008)
Universitätspreis für herausragende Dissertationen [Bearbeiten]
- 2008: Gabriela-Elena Oprea (Biogentechnik) – Analyse zur Muskelatrophie
Schmittmann-Wahlen-Stipendium [Bearbeiten]
Dieses Stipendium ist ein Promotionsstipendium.[11]
- 2008: Sarah Remboldt (Medizin) – Frühintervention bei somatoformen Störungen in der Hausarztpraxis
Drittmittelvolumen [Bearbeiten]
Das Drittmittelvolumen (Drittmitteleinnahmen) lag im Jahr 2004 bei 73,4 Mio. €. Der mit Abstand größte Drittmittelgeber war mit 27,6 Mio. € bzw. 37,4 % die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). Von diesem Betrag entfielen 12,4 Mio. € bzw. 44,8 % auf das Förderinstrument Sonderforschungsbereiche. Die übrigen Drittmitteleinnahmen stammen ebenfalls zu einem Großteil von kompetitiven Drittmittelgebern (insb. EU, BMBF, Stiftungen).
Stiftungsprofessuren [Bearbeiten]
Die Universität hat eine Reihe von Stiftungsprofessuren eingeworben, die zum Teil längerfristig, zum Teil für einige Jahre eingerichtet wurden, und dann in der Regel vom Land weitergetragen werden.
- Bayer-Stiftungsprofessur für Technische Chemie, seit 1986
- Stiftungsprofessur für Tumorimmunologie der Deutschen Krebshilfe, seit 2002
- Stiftungsprofessur für Palliativmedizin, finanziert durch die Deutsche Krebshilfe, seit Oktober 2005
- Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Professur für alte Geschichte, seit 2006 für 7 Jahre
- Stiftungsprofessur für Energiewirtschaft, finanziert von der Energiewirtschaft, seit April 2007
Umfangreiche Informationen über das Gesamtspektrum der Forschungsprojekte enthält der Forschungsbericht der Universität.
Lehre [Bearbeiten]
Aufbauend auf ihrem breiten Fächerspektrum bietet die Universität eine Vielzahl an grundständigen, Aufbau- und Weiterbildungsstudiengängen, die im Internetangebot der Universität detailliert dargestellt sind. Bei der Weiterentwicklung und Neugestaltung des Studienangebots steht zur Zeit die Umstellung auf das Bachelor/Mastersystem im Vordergrund.
Zusammen mit der Hochbegabtenstiftung der Kreissparkasse Köln bietet die Universität zu Köln seit dem Wintersemester 2000/2001 Schulen die Möglichkeit, entsprechend begabte Schüler der Stufen 11 bis 13 (in besonderen Fällen auch der Klassen 8–10) an Vorlesungen und Übungen in den Fächern Mathematik, Physik, Chemie und Informatik und in ausgewählten Fächern der Philosophischen Fakultät teilnehmen zu lassen. Das Projekt hat sich als so erfolgreich erwiesen, dass es auch an den meisten anderen nordrhein-westfälischen Universitäten eingeführt worden ist.
Internationalisierung [Bearbeiten]
Für die Internationalen Beziehungen der Hochschule (Betreuung ausländischer Studierender und Gastwissenschaftler, Studienmöglichkeiten und Forschungsaufenthalte im Ausland, Hochschulpartnerschaften, internationales Marketing) sind auf universitärer Ebene das Akademische Auslandsamt und auf Ebene der Fakultäten die Zentren für internationale Beziehungen zuständig (zentral-dezentrales Organisationskonzept). Die Bedeutung der Internationalisierung der Hochschule kommt auch durch die 2004 erfolgte Einrichtung der Position „Prorektor für Internationales und Öffentlichkeitsarbeit“ zum Ausdruck. Das Amt wurde erstmals von Barbara Dauner-Lieb bekleidet.
Seit Anfang 2007 (offizielle Einweihung im Mai 2007) betreibt die Universität zu Köln in Peking ein Büro. Das Büro ist beim DAAD im German Center angesiedelt und repräsentiert das Hochschulkonsortium China-NRW (www.china-nrw.de). Die Universität zu Köln hat vom Land NRW die Aufgabe der Koordination der akademischen Kontakte nach China übernommen. Das Büro soll es den Mitgliedern des Konsortiums erleichtern, in China Aktivitäten zu entfalten und Unterstützung vor Ort liefern. Die Universität zu Köln leitet dieses Konsortium.
Anzahl und Anteil ausländischer Studierender/Bildungsausländer [Bearbeiten]
Die Anzahl der ausländischen Studierenden lag im Wintersemester 2005/06 bei 5.216 (ohne Gaststudenten und Studienkollegiaten). Dies entspricht einem Anteil von 11,0 % an der Gesamtzahl der Studierenden. Der Anteil der Bildungsausländerinnen und Bildungsausländer lag im Wintersemester 2005/06 bei ca. 60 %. Die Bildungsausländerinnen und Bildungsausländer stammten aus insgesamt 121 Nationen. Die größten Herkunftsländer waren Bulgarien (10,9 %), Russland (8,8 %), Polen (7,9 %), China (6,3 %) und die Ukraine (6,1 %).
Hochschulpartnerschaften und Netzwerke [Bearbeiten]
Die Universität zu Köln unterhält auf Universitäts- und Fakultätsebene 16 offizielle Hochschulpartnerschaften. Neben den offiziellen Hochschulpartnerschaften bestehen auf Ebene der einzelnen Fakultäten und Fachbereiche bald 300 Kooperationen und Austauschbeziehungen mit renommierten Universitäten auf der ganzen Welt; das Akademische Auslandsamt (AAA) organisiert darüber hinaus einen in der Regel für alle Fächer offenen Studierendenaustausch mit circa 15 Hochschulen.
Umfangreiche Fördermöglichkeiten bestehen jeweils durch das Erasmus-Programm der EU, den DAAD oder Gebührenerlass der Partnerhochschulen (vollständige Liste der Partnerhochschulen im Internetangebot der Universität). Im Jahr 2005 hat die Universität zu Köln die zentrale Vermittlung und Koordination der Beziehungen der nordrhein-westfälischen Hochschulen zu China übernommen.
Auszeichnung für die Betreuung ausländischer Studierender [Bearbeiten]
Die Universität zu Köln wurde 2004 für ihr nach dem Vorbild des Zentrums für Internationale Beziehungen an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät an der Universität etabliertes zentral-dezentrales Organisationskonzept mit dem Preis des Auswärtigen Amtes für besondere Verdienste um die Betreuung ausländischer Studierender ausgezeichnet.
Humboldt Forschungspreis/AvH-Gastwissenschaftler [Bearbeiten]
Im Jahr 2004 wählten insgesamt zehn der mit dem Humboldt-Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung ausgezeichneten „etablierten“ ausländischen Wissenschaftler die Universität zu Köln für Ihr Forschungsjahr. Von den „jüngeren“ ausländischen Humboldt-Forschungsstipendiaten waren dies 32.
Haushalt und Finanzen [Bearbeiten]
Die Haushaltsausgaben der Universität zu Köln betrugen im Jahr 2011 359,4 Mio. €. Davon entfielen 229,1 Mio. € auf die Personalausgaben, 66,3 Mio. € auf die sachlichen Verwaltungsausgaben und 64,0 Mio. € auf den Bereich der Investitionen.[2]
Gleichstellung [Bearbeiten]
Die Universität wurde 2004 für ihre erfolgreiche Gleichstellungspolitik mit dem Total E-Quality-Prädikat ausgezeichnet. Mit dem Prädikat werden sowohl Unternehmen aus der Wirtschaft als auch Hochschulen und Forschungseinrichtungen ausgezeichnet, die sich mit personal- und institutionspolitischen Maßnahmen um die Durchsetzung von Chancengleichheit in ihren Einrichtungen bemühen und dabei auch Erfolge erzielen.
Rankings [Bearbeiten]
Die Kölner Universität zählt regelmäßig zu den TOP 5 in Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre und den Rechtswissenschaften und unterhält Forschungskooperationen zu mehreren Großforschungseinrichtungen. Im Ranking Masters in Management 2007 der Financial Times belegte die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät den 33. Platz (Vj.: 17) unter den 40 (Vj.: 32) führenden europäischen Managementausbildungsstätten; der CEMS Master’s in International Management, den die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät, ein Gründungsmitglied von CEMS, anbietet, belegte den 2. Platz (Vj.: 2).
Nobelpreisträger [Bearbeiten]
An der Universität zu Köln waren folgende Nobelpreisträger tätig:
- Kurt Alder – Nobelpreis für Chemie, 1950
- Heinrich Böll (Student) – Nobelpreis für Literatur, 1972
- Peter Grünberg – Nobelpreis für Physik, 2007, arbeitete von 1992 bis 2004 an der Universität und am Forschungszentrum Jülich
weitere Ehrungen und Auszeichnungen für Forscher [Bearbeiten]
Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis [Bearbeiten]
Den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis erhielten:
- Achim Rosch (2013), Theoretische Physik
- Martin R. Zirnbauer (2009), Theoretische Physik
- Jens Claus Brüning (2007), Institut für Genetik
- Thomas Mussweiler (2006), Sozialpsychologie
- Axel Ockenfels (2005), Wirtschaftswissenschaft
- Martin Krönke (2001), Immunologie, Medizin und Cluster of Excellence CECAD
- Andreas Kablitz (1997), Romanistik
- Ulf-Ingo Flügge (1996), Genetik
- Thomas Schweizer (1995) † , Völkerkunde
- Peter Schneider (1992)
Sofja Kovalevskaja-Preis [Bearbeiten]
Der Sofja Kovalevskaja-Preis ist überreicht worden an:
- Mirka Uhlirova, Tschechien, Institut für Genetik und Cluster of Excellence CECAD (bei Professorin Maria Leptin) (2008)
- Mark Depauw (2004)
- Manuel Koch (2002)
- Joachim Schultze (2002)
Ernst Jung-Preis [Bearbeiten]
Träger des Ernst Jung-Preises für Medizin:
- Jens Claus Brüning (2009), Institut für Genetik
- Thomas Benzing (2008), Direktor der Klinik IV für Innere Medizin: Nephrologie und Allgemeine Innere Medizin
- Wilhelm Stoffel (1990), Institut für Biochemie
Max-Planck-Medaille [Bearbeiten]
Die Max-Planck-Medaille erhielt
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Die Universität zu Köln ernennt seit 1925 Persönlichkeiten, die sich um sie oder um die Forschung besonders verdient gemacht haben, zu Ehrenbürgern, so auch Theo Burauen und Karl Carstens. Seit 1933 wird auch der Ehrentitel Ehrensenator verliehen. Er wurde bisher an 44 Persönlichkeiten vergeben, die sich um die Universität zu Köln verdient gemacht haben, wie zum Beispiel Fritz Schramma und Heinrich Brüning. Einzelne Ehrensenatoren und Ehrenbürger sowie Hochschullehrer und Absolventen sind in folgender Liste aufgeführt:
Gründer [Bearbeiten]
- Mittelalterliche Universität (Universitas Studii Coloniensis (1388–1798)): Rat der Reichsstadt Köln mit Genehmigung durch Papst Urban VI.[12]
- Moderne Universität (1919): Rat der Stadt Köln unter Konrad Adenauer mit Genehmigung durch die preußische Regierung
Kunstwerke [Bearbeiten]
- Plastik Albertus Magnus von Gerhard Marcks aus dem Jahre 1956, zu finden auf dem Albertus-Magnus-Platz vor dem Haupteingang. 1965 erfolgte ein Zweitguss für die Universität Bogota, ein 3. Abguss 1970 für die University of Texas in Houston, Texas, und schließlich auf Veranlassung von Tochter Brigitte Marcks-Geck – alle aus der Werkstatt der Kunstgießerei Schmäke, Düsseldorf – 1996 ein Abguss für die Friedrich-Schiller-Universität Jena, da Marcks lange Jahre enge Beziehungen zu Thüringen hatte.
- Skulptur Herakles tötet die stymphalischen Vögel von Émile-Antoine Bourdelle (1908/09), zu finden im mittleren Innenhof der WiSo-Fakultät.
- Stele von Ulrich Rückriem, 2004, zu finden auf dem westlichen Teil des Albertus-Magnus-Platzes, vor dem Philosophikum.
- Porträt Max Scheler von Otto Dix, 1926
- Backstein-Relief Hermes in der Fassade des von Wilhelm Riphahn geplanten und gebauten Gebäudes der WiSo-Fakultät, 1959
Museen und Sammlungen [Bearbeiten]
- GeoMuseum: Einziges naturkundliches Museum in Köln. Minerale, Edelsteine, Meteoriten, Fossilien etc. Geöffnet mittwochs 14–20 Uhr und jeden letzten Sonntag im Monat 14–17 Uhr, Zülpicher Str. 49 b
- Theaterwissenschaftliche Sammlung in Schloss Wahn: Bilder und Texte zum europäischen Theater vom 16. Jahrhundert an, unter anderem der Nachlass von Karl Valentin. Besichtigung der archivierten Materialien nur nach (begründeter) Voranmeldung. Bibliothek öffentlich. Burgstr. 2, Köln-Porz/Wahn.
- Max-Bruch-Archiv des Musikwissenschaftlichen Instituts: Autographe und Schriften von und über Max Bruch. Zugang nach Vereinbarung.
- Musikinstrumentensammlung des Musikwissenschaftlichen Instituts: Über 80 Exponate aus Europa und Übersee. Besichtigung nach Vereinbarung.
- Ägyptische Sammlung: Papyri, Ostraka (Schriftscherben) und Pergamente, Keramiken und Kleinplastiken. Besichtigung nach Vereinbarung, Meister-Ekkehart-Str. 7, Institut für Ägyptologie.
- Prähistorische Sammlung (Studiensammlung): Artefakte aus sämtlichen Perioden der Ur- und Frühgeschichte auch von ausländischen Fundstätten, vom Faustkeil des Neandertalers bis zum Bronzeschwert und zu Eisenwaffen des frühen Mittelalters. Besichtigung nach Vereinbarung, Weyertal 125, Institut für Ur- und Frühgeschichte.
- Papyrussammlung des Instituts für Altertumskunde: eine der weltweit größten Sammlungen. Nach Vereinbarung sind Gruppenführungen möglich. Uni-Hauptgebäude.
- Barbarastollen: Unter der Aula, Hauptgebäude, wurde als Teil eines Museums für Handel und Industrie 1932 ein Bergwerksstollen aufgebaut, der nach Vereinbarung über das Institut für Arbeitsmedizin in Gruppen zu besichtigen ist.
Siehe auch [Bearbeiten]
- Liste deutscher Hochschulen
- Hochschulen in Nordrhein-Westfalen
- Liste der Rektoren der Universität zu Köln
Literatur [Bearbeiten]
- Universitätsgeschichte
- Erich Meuthen: Kölner Universitätsgeschichte, Band I: Die alte Universität. Köln [u.a.]: Böhlau 1988. ISBN 3-412-06287-1.
- Bernd Heimbüchel & Klaus Pabst: Kölner Universitätsgeschichte, Band II: Das 19. und 20. Jahrhundert. Köln [u.a.]: Böhlau 1988. ISBN 3-412-01588-1.
- Erich Meuthen (Hrsg.): Kölner Universitätsgeschichte, Band III: Die neue Universität: Daten und Fakten. Köln [u.a.]: Böhlau 1988. ISBN 3-412-01688-8.
- Wolfgang Blaschke (Hrsg.): Nachhilfe zur Erinnerung: 600 Jahre Universität zu Köln, 1988. ISBN 978-3891443170
- Ernst Heinen: Bildnerhochschule und Wissenschaftsanspruch. Lehrerbildung in Köln 1946–1965 (Studien zur Geschichte der Universität zu Köln Band 16). Böhlau, Köln [u.a.] 2003. Rezension von Leo Haupts. In: Geschichte in Köln. Zeitschrift für Stadt- und Regionalgeschichte. Band 53. Dezember 2006. S. 212–214: Buchbesprechungen.
- Willehad Paul Eckert: Kleine Geschichte der Universität Köln, Bachem Köln 1961
- Anna-Dorothee v. den Brincken: Stadt und Hochschule: Papst Urban IV. bestätigt 1388 die Kölner Universitätsgründung, in: Quellen zur Geschichte der Stadt Köln, Band I., S. 307-312, Köln Bachem 1999
Weblinks [Bearbeiten]
- Website der Universität zu Köln
- AStA der Universität zu Köln
- KölnAlumni - Freunde und Förderer der Universität zu Köln e. V.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ a b c http://verwaltung.uni-koeln.de/stabsstelle01/content/statistik/kurzstatistik/e48800/I.Kurzstatistik_WS2012_13.pdf (PDF-Datei, 18 kB; HTML-Seite Kurzstatistik Universität zu Köln, Stabsstelle Statistik abgerufen am 17. Dezember 2012.
- ↑ a b c d uni-köln.de: Zahlen, Daten, Fakten (PDF-Datei, 32 kB; HTML-Seite).
- ↑ Erich Meuthen: Kleine Kölner Universitätsgeschichte, Köln 1998, S, 31
- ↑ Gründungsurkunde in: v. den Brincken, Stadt und Hochschule, Quellen der Stadt Köln Bd. 1, S.308/309
- ↑ [http://www.linternaute.com/histoire/categorie/108/a/1/1/histoire_des_institutions.shtml Geschichte der wissenschaftlichen Institutionen (s. 1257 Sorbonne, 1795 Écoles Centrales)
- ↑ http://www.uni-koeln.de/uni/gebaeude/106.html
- ↑ Konzeption für ein Wegeleit- und Gebäudekennzeichnungssystem
- ↑ Artikel Josef Kroll auf den Seiten der Hochschule
- ↑ uni-koeln.de
- ↑ siehe auch Molekulare Medizin (Studienfach)
- ↑ Um das Gedächtnis an den Kölner Universitätsprofessor Dr. Benedikt Schmittmann (1872- 1939) zu ehren, vergibt die Universität zu Köln zusammen mit der „Benedikt und Helene Schmittmann-Wahlen-Stiftung“ ein Promotionsstipendium.
- ↑ v. den Brincken, a.a.O.
RWTH Aachen | Universität Bremen | Freie Universität Berlin | Humboldt-Universität zu Berlin | Technische Universität Dresden | Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg | Universität zu Köln | Universität Konstanz | Ludwig-Maximilians-Universität München | Technische Universität München | Eberhard Karls Universität Tübingen
50.9280555555566.9286111111111Koordinaten: 50° 55′ 41″ N, 6° 55′ 43″ O