Al Sharpton

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Al Sharpton 2007

Alfred Charles „Al“ Sharpton (* 3. Oktober 1954 in Brooklyn, New York) ist ein US-amerikanischer Bürgerrechtler, Politiker und Radio-/Fernsehmoderator. Der baptistische Prediger war Kandidat für die US-Präsidentschaftswahlen 2004.

Leben[Bearbeiten]

Bereits im Alter von neun Jahren wurde Sharpton pfingstlerischer Prediger, konvertierte in den 90er Jahren jedoch zum Baptismus und ist nun baptistischer Pastor.[1] Al Sharpton gilt als rebellischer sozialkritischer Prediger. Bereits 1992 und 1994 bewarb er sich erfolglos um einen Sitz im US-Senat und 1997 als Bürgermeister von New York.

Sharpton ist Kriegsgegner, vertritt Minderheiten und unterprivilegierte Menschen. Er hat aber recht früh als Kandidat der Demokraten bei den US-Wahlen 2004 aufgegeben.

Im November 2006 führte er den Protestmarsch an gegen den Tod des 23-jährigen schwarzen New Yorkers Sean Bell, der durch New Yorker Polizisten getötet wurde. Auf den unbewaffneten Bell und seine zwei Begleiter waren insgesamt 50 Schuß abgegeben worden.

In zwei Folgen der US-Serie Boston Legal spielte er sich selbst. Al Sharpton ist verheiratet und hat zwei Töchter.

Am 7. Juli 2009 hielt Al Sharpton eine Rede bei der Trauerfeier für Michael Jackson im Staples Center in Los Angeles.

Der Fall Brawley verfolgt Sharpton bis in die Gegenwart

Sharptons Wirken hat sowohl Unterstützer als auch Kritiker auf den Plan gerufen. Unterstützer loben Sharpton für sein Engagement gegen Machtstrukturen, in denen sie die Ursache für ihre Probleme sehen.[2] Edward I. Koch erklärte, das Ansehen, das Sharpton unter den Afroamerikanern genieße, sei wohlverdient, da er bereit sei, für sie ins Gefängnis zu gehen und da sei, wenn sie ihn brauchten.[3] Der Journalist Derrick Z. Jackson bezeichnete Sharpton dagegen als das „schwarze Äquivalent“ von Richard Nixon und Pat Robertson.[4] Kritiker und Gegner beschuldigten ihn, für die Verschlechterungen der US-Rassenbeziehungen mitverantwortlich zu sein[5], wobei der Soziologe Orlando Patterson so weit ging, ihn als „rassischen Brandstifter“ zu bezeichnen.[4] Im Fall Tawana Brawley wurde Sharpton in den 1980er Jahren wegen des Vorwurfs der Verleumdung verklagt und verurteilt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rev. Al Sharpton interviewed by Bob Edwards (June 13, 2003) Auszüge eines Radiointerviews (in englischer Sprache) vom 13. Juni 2003, abgerufen auf www.npr.org am 9. April 2014
  2. Taylor, Clarence: Black Religious Intellectuals. The Fight for Equality from Jim Crow to the 21st Century. New York: Routledge 2002, S. 127. ISBN 0415933269.
  3. David B. Caruso: Records show Sharpton owes overdue taxes, other penalties englischsprachiger Artikel vom 5. Oktober 2010, abgerufen auf www.usatoday.com am 9. April 2014
  4. a b Taylor: Black Religious Intellectuals.
  5. Taylor: Black Religious Intellectuals.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Al Sharpton – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien