Alice (Treibstoff)

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Alice (Abkürzung für Aluminium-Ice) ist ein Raketentreibstoff, den Forscher von der Purdue University in West Lafayette, Indiana (USA) entwickelt haben.

Die erste mit Alice betriebene Rakete (NASA, August 2009)

Zweck[Bearbeiten]

Der Antrieb von Raketen durch Wasser und Aluminium ist wegen der starken Vorkommen beider Rohstoffe nicht nur auf der Erde, sondern auch auf dem Mond, dem Mars und anderen Himmelskörpern im Sonnensystem zweckmäßig. Die Emissionen sind vergleichsweise harmlos. Die Gefahr einer ungewollten Explosion ist gering, weil das Wasser gefroren mitgeführt wird.

Funktionsweise[Bearbeiten]

Alice gewinnt man, indem man Aluminium-Partikel von ca. 80 Nanometern Durchmesser mit Wasser vermischt und einfriert. Die Partikel sind wesentlich kleiner als diejenigen, die in Feststoff-Booster-Raketen des Space Shuttles und Ares-Raketen verwendet werden. Sie verbrennen deshalb schneller und ermöglichen eine bessere Kontrolle des Rückstoßes. Die zugrunde liegende chemische Reaktion ist

\mathrm{\ 2 \ Al + \ 3 \ H_2O \longrightarrow \ Al_2O_3 + \ 3 \ H_2}.

Für ein stöchiometrisches Mengenverhältnis werden gleiche Gewichtsanteile von Aluminium und Wasser benötigt.

Verwendung[Bearbeiten]

Derzeit wird Alice nur bei Testflügen verwendet. Der erste Start einer mit Alice angetriebenen Rakete fand im August 2009 in der Nähe der Purdue University statt. An diesem Experiment waren folgende Institutionen beteiligt:[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. AFOSR and NASA Launch First-Ever Test Rocket Fueled by Environmentally-Friendly, Safe Aluminum-Ice Propellant. Wright-Patterson Air Force Base, 21. August 2009, abgerufen am 30. September 2010 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten]